Test: Steinberg Cubase 7 – Teil 4

Steinberg Cubase 7 – VST Connect SE
Was beim komponieren und produzieren am heimischen PC ja gerne auf der Strecke bleibt, ist die Interaktion und der Ideenaustausch mit anderen Musikern.
Früher, vor der DAW, lief Komponieren bei uns in der Band zum Beispiel so ab: man schleppte seine Ideen, die man auf Compact-Kassette oder Diktiergerät festgehalten hatte in den Proberaum, präsentierte diese den Mitmusikern und dann wurde im Zusammenspiel an Komposition und Arrangement gefeilt.
Je ausgefeilter die Möglichkeiten der digitalen Muskproduktion wurden, desto detaillierter und fertiger wurden auch die Demos und Vorproduktionen, bis man fast alles im Alleingang erledigen konnte.
Die eigene Band im Rechner – schöne Vorstellung, die uns leider aber immer mehr zu musikaischen Wohnzimmertätern mit Hang zum Autismus mutieren lässt, zumal der Raum für Probemöglichkeiten auch immer teuerer und rarer wird.

Wäre es da nicht eine nette Vorstellung, die Welt der DAW mit dem Internet kombinieren zu können, um quasi online und interaktiv zusammen an Projekten zu arbeiten, ohne das man sich lokal im selben Raum befinden muss?

Mit Steinberg VST Connect SE wird es nun möglich, direkt über das Internet Computer-Systeme zu verbinden um gemeinschaftlich an Projekten in Cubase 7 zu arbeiten und Spuren für Songs einzuspielen oder einzusingen, selbst wenn sich der musikalische Partner in einem räumlich getrennten Studio, das sich an einem anderen Ort oder sogar in einem anderen Land befindet, an den Aufnahmen teilnimmt


(Bildquelle: www.steinberg.net)

VST Connect SE bietet echte Regieraumfunktionalitäten und ist mit Talkback und Chatfunktionen sowie Video- und Audio-Streaming in Realtime ausgestattet. Für alle Nicht-Cubase-User bietet Steinberg eine kostenlose Standalone-Versionan, die zum Download erhältlich ist, So dass man mit VST Connect SE mit jedem Musiker zusammenarbeiten kann, ohne dass diese gleich Cubase benötiogen.

War es vor Jahren noch das Dogma schelchthin, den Studiorechner ja nicht mit dem Internet zu verbinden, weicht dies doch immer mehr auf und wer heute noch in Internetforen dazu rät, sich einen Nicht-Internetrechner exklusiv für’s Recording bereitzuhalten, hat meiner Meinung nach den Schuss nicht gehört.
Ich selbst nutze meinen Studiorechner auch für Video- und Bildbearbeitung und VST Connect SE zeigt einmal mehr, wie wichtig das Medium Internet auch heute in der Studiowelt geworden ist.

Natürlich konnte man auch in der Vergangenheit fertige Playbacks verschicken und fertige Einspielungen zurückbekommen, jedoch war dies immer mit einer Mittelbarkeit, zeitlichem Versatz und dem Einsatz von FTP-Servern oder ähnlichen Speicherlösungen verbunden.

VST Connect SE bringt hier wieder einen Teil Unmittelbarkeit zurück, auch wenn man zum Einrichten einer Session etwas IT- und Netzwerkverständnis mitbringen sollte.

Als Producer und Cubase 7-User lädt man das VST Connect SE Plug-in als Insert-Effekt in einen Input-Kanal. Der Musiker, der uns eine Spur einspielen soll, besorgt sich die kostenlose Standalone-Anwendung VST Connect SE Performer von der Steinberg-Website und startet diese auf seinem Rechner. Um eine Verbindung zu etablieren, verteilt der Producer einen mehrstelligen Zahlencode, der beim Log-in generiert wird (kennt vielleicht der ein oder andere von Webex, Adobe Connect oder anderen Online-PLattformen), an den Musiker weiter, und wenn dann die Netzwerkverbindung entsprechend eingerichtet ist, wird so eine direkte Verbindung zwischen virtueller Regie und virtuellem Recording-Booth hergestellt.
Den Cue-Mix für den Musiker legt man über separate Gruppen- oder Effekt-Kanäle an, der wieder mit einem weiteren Plug-in namens VST Connect SE Cue Mix bestückt werden.
VST Connect SE arbeitet mit einer Datenkompression, die in verschiedenen Stufen auszuwählen ist. Für „richtige“ Aufnahmen empfiehlt sich in jedem Fall die bestmögliche Datenrate von 384 kbps zu nutzen, bietet diese doch eine entsprechendes audiophiles Qualitätslevel.
Da verwundert es natürlich nicht, dass VST Connect SE eine entsprechend stabile Netzwerkinfrastruktur voraussetzt, weshalb man hier auf den Einsatz von WiFi verzichten sollte und den Rechner besser konventionell mit LAN-Kabel mit dem Router verbindet.

Weitere neue Features in Cubase 7
Das Update von Cubase 7 fällt so umfangreich aus, dass es wahrlich schwer fällt, alle Neuerungen umfaasend darzustellen.
Deshalb wollen wir im folgenden weitere neue Features’n Functions stichwortartig darstellen.

Hermode Tuning
Mit der Einführung des Hermode-Tuning in Cubase 7 versucht die Software nun die kleinen und natürlich gegebenen Ungereimtheiten der temperierten Stimmung auszugleichen.
Um Hermode Tuning zu nutzen, muss dieses Feature zunächst global in den Projekteinstellungen und dann anschließend im Inspector der jeweiligen Kanäle aktiviert werden.
In LOgic gibt es ein entsprechendes Feature schon länger, aber ganz ehrlich: ich habe dies bisher wenig bis gar nicht genutzt. Irgendwie haben sich meine Ohren an die temperierte Stimmung gewöhnt, so dass mir „korrigierte“ Varianten oft „zu sauber“ erscheinen. Ähnlich geht es mir bei Gitarren mit kompoensierten Sätteln, die mathematisch zwar „richtiger“ aber doch irgendwie künstlich klingen.

Neue Browser-Suche
Neben der Suche nach bestimmten Kanälen im Mixer lassen sich nun auch bei den Effekten oder den VST-Instrumenten eine Suche durchführen. Das ist immer dann nützlich, wenn man uin umfangreichen Projekten navigieren muss.


(Bildquelle: www.steinberg.net)

Volle Kompabilität zum Yamaha Nuage-Controller
DAW, Controller, Interfaces: professionelle Postproduction-Anwendungen lassen sich nur realisieren, wenn alle Komponenten zusammen arbeiten und in perfekter Symbiose harmonieren.
Nuage, das integrierte Audio-Production-System von Yamaha und Steinberg bringt diese Komponeten alle zusammen, in einer Kombination, die neue Maßstäbe für Qualität und Effizienz der Arbeitsabläufe definiert.

Yamaha hat die eigene Controller- und Interface-Hardware nahtlos mit Steinbergs Nuendo DAW auf einem eigens errichteten Platttform zusammengebracht, was Nuage zum Ergebnis hat.
Für maximale Vielseitigkeit ist das System modular aufgebaut, so dass sich ganz einfach eigene benutzerdefinierte Konfiguration erstellen lassen.

Damit eignet sich Nuage sowohl zum Mischen, für Voice Overs und für alles in der Audio Post-Production.

ASIO-Guard
Die Audio-Engine von Cubase 7 ist jetzt mit der bneuen ASIO-Guard Technologie ausgestattet, was zur Vermeidung von Audioaussetzern dienen soll. ASIO-Guard ist somit eine Art Sicherheitsgurt für Aufnahmesessions ohne Stress und Kopfschmerzen. Steinberg verspricht mit dieser Funktion ein Handling wie in den guten alten Analogzeiten, um ein Maximum an Performance aus dem Cubase-System herauszuholen.


(Bildquelle: www.steinberg.net)

MIDI Construction Loops und Allen Morgan Presets
Cubase 7 kommt mit 2500 MIDI Loops aus der Sequel Library. Die professionell produzierten Loops öffnen automatisch die zugehörigen HALion Sonic SE Sounds und werden so zu hilfreichen Bausteinen und Ideenlieferanten für neue Songs. Die Bandbreite an angebotenem Material reicht bei von orchestralen Motiven über heavy Rock-Riffs bis hin zu experimentellen Klangcollagen.

Bei Allan Morgan handelt es sich um einen Engineer und Produzenten, der in den letzten Jahren in der Studio-Szene von Nashville und Los Angeles seinen Fußabdruck hinterlassen hat und mit so illustren Acts wie Taylor Swift, Dolly Parton, Reba McEntire, den Nine Inch Nails oder The Doors gearbetiet hat.
Dieser Mann stellt nun eine Sammlung aus 50 Strip-Presets für den neuen Chanel-Strip, 100 Kanalpresets und 30 Instrumenten-Spur-Presets für Cubase 7 zusammen.

MixConvert
Die neue Version von MixConvert bietet Downmixing-Funktionalitäten und erlaubt die umfassende Steuerung von LFE, Center und Surround Pegel. Es lässt sich zwischen verschiedenen Lautsprechersetupsauswählen und seinzelne Kanäle für den ownmix ein- oder ausschalten. Die MixConvert-Funktionalität ilässt sich nun auch vollständig in den Cubase 7 Controllroom integrieren.

Cubase 7 und Cubase Artist 7
Einen vollständigen Überblick über die Unterschiede zwischen Cubase 7 und Cubase Artist 7 gibt es hier auf der Webseite von Steinberg.

Systemvorraussetzungen
Mac OS X:
Intel Core Duo CPU
Core Audio kompatibles Audio-Interface
Mac OS X 10.7/10.8
2 GB RAM
8GB freier Festplattenplatz
Bildschirmauflösung 1280 x 800
eLicenser Key und freier USB-Steckplatz
Interverbindung zur Aktivierung

Windows
Windows 7/Windows 8
Intel oder AMD Dual Core CPU
Windows kompatibles Audio Interface, ASIO-Unterstützung für Low-Latency-Betrieb empfohlen
2 GB RAM
8GB freier Festplattenplatz
Bildschirmauflösung 1280 x 800
eLicenser Key und freier USB-Steckplatz
Interverbindung zur Aktivierung

Heiko Wallauer

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