Test: Reason 5

Mit Reason haben Propellerhead schon vor etlichen Jahren einen Quasi-Standard in Sachen virtuellem, modularen Studio definiert, der zwar über die Zeit immer weiter gewachsen ist, dem aber immer noch der ursprüngliche Charme innewohnt. Auch mit der 5er Version verwöhnen die Propellerheads ihre User wieder mit einigen Upgrades, die das schwedische Synthschiff per Warpantrieb in neue Klangdimensionen schießen.

Passend zum Reason-Update ist auch ein Update auf Record 1.5 erschienen, der Übersichtlichkeit halber konzentrieren wir uns heute aber auf Reason 5 und widmen Record 1.5 einen eigenen Test.

Getestet habe ich Reason unter Mac OS X 10.5.8 auf einem Intel Core2 Duo iMac mit 2,2 Ghz, sowohl als Standalone wie auch im Rewire-Betrieb als Slave. Hosts waren Logic 9 und Ableton Live 8.

Mein erster Kontakt mit Reason liegt schon einige Jahre zurück, damals waren meine Hauptargumente für das schwedische rundum-sorglos-Paket Stabiltiät und schonender Umgang mit Systemressourcen. Ein weiteres war bestimmt, dass die beiden Reason-Sampler NN-19 und NN-XT irgendwie an die damals weit verbreiteten Akai-Sampler erinnerten. Und vielleicht das wichtigste: Reason hatte ein übersichtliches Interface, ganz so wie ich das aus dem Studio kannte: statt verwirrender GUIs gab es hier ein Rack mit Geräten, und statt kryptischer Parameter konnte man bei Reason nach Herzenslust an Potis und Reglern drehen, und all das, was man von verschiedenen Syntheseformen bisher nur aus dem Lehrbuch kannte wurde auf einmal durchschaubar.

 

Seitdem hat sich Reason optisch zwar nur marginal verändert, im Laufe der Zeit kamen aber solche Nettigkeiten wie der Combinator, Mastereffekte oder der semi-modulare Thor-Synth hinzu. In der neuen Version stehen die Zeichen stark auf Drums und Loops, liefert Reason 5 doch mit Kong und Dr. Octo Rex neue Möglichkeiten für alle Percussion-Freaks.

Installation & Autorisation

Hier hat sich zu vorangegangen Versionen nichts geändert: zunächst installiert man das Programm, dann loggt man sich bei Propellerheads auf der Website ein um die Lizenz zu personalisieren. Beim ersten Programmstart installiert Reason die Orkester- und Factory-Soundbank, ohne die erstmal nichts geht, da beide als so etwas wie ein Soft-Dongle arbeiten. Man darf aber die Soundbänke auch gerne auf einer externen Festplatte speichern, wenn man auf der internen nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung hat, oder wenn, wie bei mir, aus Prinzip alle Sounds und Samples auf einer externen Platte liegen. Dazu muss man diese aber händisch an den gewünschten Ort schieben und entsprechende Aliase im Reason-Ordner hinterlegen. Reason nimmt es mit der Bezeichnung sehr genau, deshalb beim Verweis unbedingt auch Alias und entsprechende Leerzeichen aus dem Namen löschen! Dass sich seit Jahren nichts an der Reason-Installation geändert hat, wird freudig zur Kenntnis genommen, hat man doch einen Weg entwickelt, der sauber und zuverlässig funktioniert und dem User nicht unnötig Felsbrocken in den Weg legt. Lediglich das händische Verschieben und das Anlegen der Alias-Dateien könnte man noch während der Installation abfangen, dann wäre ich zu hundert Prozent zufrieden.

Beim ersten Start werden dann noch die Anknüpfungspunkte zur Außenwelt festgelegt, d. h. man sollte sein Audio-Interface und wenigstens ein MIDI-Eingabegerät definieren, um Reason zum Beispiel über ein Keyboard Klänge zu entlocken.

Interface

Beim ersten Programmstart zeigt sich das gewohntes Reason-Rack. Bei Propellerhead hat man die Geräte wie in einem 19″ Rack im Studio organisiert, in der Regel läuft der Signalfluss linear, er kann jedoch vom User nach Herzenslust geändert werden. Denn man kann durch einfaches betätigen der Tab-Taste von der Vorder- zur Rückansicht des Racks wechseln, auf dem die Verbindungskabel zwischen den Geräten laufen.

 

Diese lassen sich nun neu verbinden und kombinieren, so dass sich hier immer wieder neue kreative Optionen ergeben. Die Möglichkeit, hier etwas falsch zu machen gibt es eigentlich nicht, Reason ist so schlau und denkt mit, wenn mal wirklich eine Verbindung vom Prinzip her nicht passen sollte. Standardmäßig startet Reason auch in der fünften Auflage mit einem dem gewohnten 14:2-Mixer, der mich immer wieder an den guten alten Rackmixer von Mackie erinnert.

 

Alternativ verfügt Reason nun auch über den Micro Mix, einen sechkanaligen Linemixer, der nur Level, Pan, Solo, Mute pro Channel und einen Aux-Weg mit entsprechendem Aux-Return anbietet. Dieser Mixer ist vor allem dafür zu gebrauchen, wenn man mehrere Geräte auf einem Kanalzug des 14:2-Mixers zusammenführen möchte.

 

Im unteren Bildschirmteil liegt der Reason-Sequenzer, der die Instrumente in einzelnen Spuren verwaltet, ganz so wie man dies auch aus anderen DAWs kennt, mit den entsprechenden Editier- und Manipulationsmöglichkeiten.

 

Der Sequenzer lässt sich allerdings auch entkoppeln, so dass man sich hier zwei Ansichten anlegen kann, was vor allem bei komplexeren Anwendungen sinnig ist, um den Überblick nicht zu verlieren. Neu in Reason 5 ist nun, dass man im Sequenzer mit Blocks arbeiten kann.

 

 

Das bedeutet, es lassen sich einzelne Spuren zu größeren Sequmenten wie Intro, Chorus oder Bridge zusammenfassen, die sich dann wieder entsprechend arrangieren lassen, dazu muss dann eben nur die Blocks aneinander setzen und nicht wie sonst alle Spuren markieren und copy & pasten. Mit den Blocks geht das viel einfacher – vor allem auch deshalb, weil der Inhalt der Blocks übersichtlich gezeigt wird und weiterhin im Zugriff liegt.

Die Spezialität von Reason ist, und zu Zeiten der 1er Version die Revolution schlechthin, dass das Programm entweder Standalone funktioniert, sich aber über die Rewire-Schnittstelle an andere Sequenzer andocken lässt. Propellerhead haben mit ReWire einen Standard etabliert, von dem heute auch einige andere Hersteller regen Gebrauch machen. Möchte man mit ReWire loslegen, gilt eigentlich nur zu beachten, dass Reason dann im Slave-Modus arbeitet und ein ReWire-fähiger Sequenzer als Host fungiert. Hier gilt die Regel, immer erst den Host und dann den Slave starten, und beim Beenden dann in der umgekehrten Reihenfolge vorzugehen, also erst Slave und dann Host.

Heute sollte ReWire standardmäßig von jeder aktueller DAW unterstützt werden, mit Live 8 und Logic 9 hatte ich in dieser Hinsicht auch keine Probleme. Vorbei also die Zeiten, wo man noch mühsam ReWire-Externsions installieren musste.

Wie man dann arbeitet, kann sich jeder Benutzer nach seinem Gusto stricken. So lassen sich fix und fertige Arrangements in Reason erstellen, die man dann via Stereosumme einfach in den Host zurückpumpt, man kann Reason aber auch als großen Klangerzeuger begreifen, der sich aus dem Host heraus mit MIDI-Daten ansprechen lässt und dessen Einzelspuren sich auch wieder zurückrouten lassen.

Instrumente

Bei den Instrumenten bietet Reason 5 eine gute Mischung aus Bekanntem und Neuem. Ein Reason-Klassiker ist mit Sicherheit der Subtractor, die Geheimwaffe für virtuell-analoges, polyphon spielbar.

Der Subtractor eignet sich besonders für raunzige Bässe, schwebende Pads und strahlende Leads, eben für alles, in dem die analogen Vorbilder für diese Art von Synthesizer gut waren. Mit zwei Oszillatoren bedient der Subtractor vier unterschiedliche Wellenformen. Herausragend am Subtractor ist die Phase-Offset-Modulation mit der sich die Phasenlage der OSCs gegeneinander verschieben lässt, was teils zu dramatischen und eindrucksvollen Ergebnissen führt. Die Oberfläche des Subtractors ist quasi selbsterklärend, auch Neueinsteiger dürfen hier schnell mit aussagekräftigen Ergebnissen rechnen.

Bei seiner Einführung war der Malström die revolutionäre Synthieschachtel schlechthin, basierte seine Klangerzeugung doch auf der damals noch nicht so populären Granularsynthese, hier aber kombiniert mit dem Prinzip der Wavetablesynthese.

 

Mikroskopisch kleinste akustische Bestandteile dienen als Ausgangspunkt der Synthese. Zwei Oszis und zwei Modulatoren wirken auf das klangliche Geschehen, wobei die OSCs die schon erwähnten Grains als Quelle nutzen. Deren Länge und Formanten lassen sich nach Herzenswunsch verschieben. Die klangliche Ausrichtung des Malströms geht klar Richtung experimentelle Sounds und Filmmusik, hier kann man sich völligst in abgefahrenen Klangwelten verlieren.

Mit Version 4 hielt bei Reason Thor Einzug, ein semi-modularer Synthesizer mit wahrlich göttlichen Dimensionen. Drei Oszillatoren mit sechs Modulatoren, Noise, FM, Multi OSC, Wavetable, Analog und Phasenmodulation, beinhaltet der Thor, die OSCs synchonisierbar (OSC 2 und 3 zu OSC 1) und in der Amplitude modulierbar (OSC 1 und OSC 2).

 

Verschiedene Filtertypen bieten sich an, sowie zwei LFOs, die sich zum Tempo synchronisieren lassen. Dazu gibt es dann noch Waveshaper und interne Effekte wie Chorus und Delay. So wird recht schnell deutlich, dass man den Thor nicht nur auf einen Sound festnageln kann, dazu sind die Möglichkeiten viel zu komplex und ausufernd.

Der NN-19 ist Reasons Samplerurgestein und erinnerte mich schon ganz zu Anfang an die Akai Sampler der S-Serie, mit denen ich vom S1000 bis zum großen S6000 Bekanntschaft schließen durfte. Fender oder Gibson, Canon oder Nikon oder eben Akai oder E-MU. Ich für meinen Teil war immer irgendwie ein Akai-Mann, weshalb mir wohl auch Reasons Sampler auf Anhieb zu gefallen wussten. In seiner Einfachheit appelliert der NN-19 an alle Sound Designer und Musiker, die ihre Klänge verbiegen wollen.

 

Samples werden via Pitchshifting und Timestretching sofort über den zur Verfügung stehenden Bereich tranpsoniert und lassen sich mit Filter, Amp und LFO bearbeiten. Trotzdem kann auch der NN-19 mit Mutlisamples umgehen, die sich entweder mit der Automap-Funktionailtät erstellen lassen, oder man definiert zunächst seine Keyzones, und befüllt diese dann im Nachgang.

Komplexer kommt der NN-XT um die Ecke, der von Propellerheads als Nachfolger zum NN-19 eingeführt wurde. Erinnert mich der NN-19 immer an den Akai S2000, so erscheint mir beim NN-XT in der Volldarstellung immer der S6000 vorm Auge. Über das üppige Display des NN-XT lassen sich Samples natürlich weitaus komfortabler mappen.

Neben WAV- und AIFF-Samples zeigt sich der NN-XT weitaus ladefreudiger als der kleine NN-19, versteht er doch auch SoundFont 2 und über Reload Akai S1000/S3000-Formate. Wer noch über ausreichend Futter aus Akai-Libraries verfügt, für den lohnt es auf jeden Fall, sich dass für registrierte Reason-User kostenlose Tool Reload zu besorgen, das den Import von Akai-Files in ein NN-XT kompatibles Format managed.

Zur Klangestaltung stehen zwei LFOs, MOD Envelope, Pitch, Filter und AMP Envelope zur Verfügung. Keyzones und Velocity-Switches anzulegen ist im NN-XT ganz einfach möglich. Hat man sich mal mit dem entsprechenden Konzept auseinander gesetzt, sind die Samples auch schnell angelegt. Darüber hinaus versteht sich der NN-XT auch auf alternative Samples, was vor allem der Darstellung akustischer Instrumente entgegen kommt. Als prominentes Beispiel nehme ich gerne eine Snare Drum. Ein Drummer aus Fleisch und Blut wird die Snare nie zweimal hintereinader an derselben Stelle treffen, aber gerade diese Unterschiede im Klang sorgen für ein lebendiges und natürliches Klangbild. Triggert man nun mit dem Sampler immer das gleiche Snare-Sample, stellt sich schnell etwas ein, was man gerne als den Machine Gun Effect bezeichnet. Hier kann man mit der Alternate-Funktion entgegen wirken.

 

In Reason 5 fängt nun auch Sampling wieder an, Spass zu machen, denn NN-19, NN-XT, der Nano-XT im Kong oder die Redrum verfügen über die Möglichkeit, selbst Samples aufzunehmen und zu bearbeiten. Hört sich vielleicht unspektakulär an, ich finde aber schon fast, dass dies eine schöne Retro-Revolution ist. Denn sind wir mal ehrlich: Die meisten Sampler werden heute doch eher als Player eingesetzt, weil man einfach an jeder Ecke mit Gigabytes an Samples zugeschmissen wird. Für mich lag der Reiz des Samplers, im Gegensatz zum Rompler aber in erster Linie darin, selbst Klänge aufzunehmen, zu schneiden und zu bearbeiten, um diese dann in einen neuen Zusammenhang zu setzen. Genau diese Tür wird mit Reason 5 nun wieder weit aufgemacht. Samples lassen sich einfach aufnehmen, editieren und managen. Schnell recorden, mit dem Reason Sample-Editor das Sample in Form bringen und dann durch die FX-Maschine drehen.

 

Im Handumdrehen hat man sich so ganz schnell neue Klänge erschaffen. Allein für diese Möglichkeit gehört den Leuten bei Propellerheads ein Preis verliehen!

Neben den ausgewachsenen Samplern verfügt auch der Klassiker Redrum über einen entsprechenden Input, ansonsten ist an dieser Groovebox fast noch alles so wie gehabt: 10 Channels mit Pattern-Sequenzer bringen echtes Drummachine-Feeling in den Rechner.

Sucht man nach dem Dr. Rex-Player wird man erst mal schockiert feststellen, dass dieser in Reason 5 nicht mehr verfügbar ist. Gibt’s nicht mehr, kommt auch nimmer rein. Statt dessen findet sich in dem entsprechenden Drop Down-Menü nun der der Dr. Octo Rex, ein neuer Player, der bis zu acht Rex-Loops abspielen kann, und damit den Nachteil des alten Doktors ausbügelt.

 

 

Basierte ein Drumarrangement auf unterschiedlichen Rex-Loops, z. B. für Intro, Verse, Chorus, Middle 8 und Fills konnte es mit dem alten Player schnell unübersichtlich werden, weil man mitunter zügig große Patches an Playern über den Spider Audio Merger & Splitter kombiniert hatte. Die Loops lassen sich nun über die Buttons auf der Dr. Octo Rex-GUI temposynchron aufrufen, ähnlich wie dies mit Clips in Ableton Live funktioniert. Nutzt man den Sequenzer in Reason, lassen sich die einzelnen Loops auch einfach im Arrangement einzeichnen. Natürlich kann man die Loops auch über MIDI-Controller triggern und abfeuern. Neu ist nun der Slices Edit Mode, mit dem sich einzelne Slices aus einem Loop manipulieren lassen. Ob man nun pitchen möchte, den Pegel anpassen oder abgedrehte Effekte realisieren möchte, das alles kann der Slice Edit Mode.

 

Ein weiteres Highlight ist für mich der Kong Drum Designer, ein Gerät das so genial ist – da fragt man sich ehrlich, weshalb da noch nicht andere drauf gekommen sind. Oberflächlich betrachtet sieht der Kong wie eine Software gewordene MPC aus, was allerdings unter seinem Deckel schlummert ist gewiss neu und ungewöhnlich. Denn nimmt man es genau, lässt sich jedes Pad des Kong mit einem eigenen Klangerzeuger plus Effekten versehen.

 

Hier hat man die Auswahl zwischen dem NN-Nano Sampler, einer kleinen Version des NN-XT, oder dem Nurse Rex Loop Player. Hinzu kommen Physical Modelling-Module für Bass Drum, Snare und Tom sowie ein synthetisches Bass Dum-Modul, Snare Drum-Modul, Hi Hat-Modul und Tom-Modul. Alle Klangerzeuger lassen sich frei kombinieren. So ist es denkbar, eine gemodellte Bass Drum mit einer synthetischen Snare und gesampleten Percussions mit einem unterliegenden Rex-Loop zu kombinieren. Gerade die Idee des Physical Modellings von Bass Drum, Snare und Hi Hat finde ich sehr interessant. Jedes Pad kann zusätzlich zwei Slots für Effekte verwalten. Hier gibt es interessantes wie EQs, Compressor, Distortion, Filter, Noise, Tone oder den Rattler, der sich besonders gut auf Snare Drums macht. Dann gib es noch einen Slot für Bus-Effekte und einen Master Insert. Zusätzlich besteht die Möglichkeiten zwei Aux-Wege auszuspielen, wenn man z. B. mit der Snare auf ein RV7000 Reverb möchte. Am meisten macht der Kong natürlich mit einem entsprechenden Eingabegerät mit einer 4×4 Pad-Matrix Spaß. Dabei erweist sich der Quick Edit-Mode für Pad Settings, Pad Group und Drum Assignment als wahrer Segen. Hier hat man schnell Änderungen vorgenommen, wenn mal was nicht passen sollte. Wie auch die anderen samplerbasierten Instrumente kann auch der Kong live samplen, die Sounds stehen dann gleich auf den Pads bereit.

 

Selbstverständlich hat Reason auch weiterhin eine ganze Palette an Tools an Bord, die das tägliche Leben mit Reason reichhaltiger gestallten. Da hätten wir zunächst den Combinator, mit dem sich alle möglichen Gerätekombinationen zusammenfassen und verwalten lassen. Und natürlich “hat uns noch die Matrix”, der Stepsequenzer, der zwar funktioniert wie ein Hardwareteil, aber weitaus mehr zu leisten vermag. Obwohl der Matrix-Sequenzer schon zu den Reason-Klassikern gehört komme ich doch immer wieder gerne auf ihn zurück. Genauso wie auf den RPG-8 Arpeggiator, der zunächst mal alle gewohnten Anwendungen abdeckt, der mit seinem mehr an Möglichkeiten aber auch den klassischen Arpeggiator aussticht.

Auch die MClass Mastering Suite bleibt an Bord und sorgt für die akustische Endbearbeitung von Dynamik und Frequenzgang.

 

Der MClass Equalizer liefert mit vier Bändern gezielte Eingriffsmöglichkeiten, während MClass Compressor und Maximizer für das nötige Maß an Lautheit sorgen. Und mit dem MClass Stereo Imager wird auch alles schon in die Breite gezogen, wenn man dies möchte. Neben dem kleinen Reverb zählt das RV7000 schon lange zu meinen Favoriten in Sachen Reason-Hall, bei dem Teil habe ich mich früher schon immer geärgert, dass es nicht als separates Plug-in erhältlich ist.

 

Was das RV7000 richtig gut kann sind Dub Reverbs für Ragga und Reggea genauso wie den schönen alten großen Hall auf Drums. Zwar ist das Angebot an guten Vocodern heute besser als noch vor fünf Jahren, trotzdem musste ich festellen, dass der BV512 Digital Vocoder aus Reason immer noch zu meinen Favoriten zählt, wenn es an die Verfremdung von Stimmensamples und ähnlich gelagerten Anwendungen geht. Ich hatte auf Grund anderer Alternativen den BV512 jetzt länger nicht mehr benutzt, musste jetzt aber während des Tests feststellen, dass ich die Kiste immer noch sehr gerne mag.

 

Das Reason in der 5er-Version immer noch keinen direkten Export in MP3-Files anbietet finde ich nicht so toll. Zum Export von Audio-Files hat man zwar weiterhin Wav und AIFF im Angebot, aber gerade zur Beurteilung von Songstruktur und Arrangement fände ich es zweckmäßig, wenn man Files gleich in ein komprimiertes Format exportieren könnte, um die über Dropbox oder via Mail an die Mitmusiker zu verteilen. Auch sollte die Installation der Orkester- und Factorysoundbank von einem Installer erledigt werden, das Hin- und Hergeschiebe und Umbenennen von Files finde ich nicht mehr zeitgemäß.

 

Mir gefällt aber, dass Reason Reason bleibt. Dazu zählt zunächst mal die sprichwörtliche Stabilität der Software. Während meiner Testphase hat das Programm keinen einzigen Hänger gezeigt, nicht gezickt, und sich auch sonst nicht irgendwie unbeliebt gemacht. Patches während des Playbacks speichern oder neue Programme laden – alles kein Problem. Während sich bei solchen Aktionen andere Programme gerne mal plötzlich und ohne Vorwarnung beenden, oder bestenfalls der SAT1-Ball dreht, zeigt Reason 5 hier eine exzellente Performance.

Die neuen Devices Kong und Dr. Octo Rex können überzeugen, alleine der Kong würde schon das Upgrade von den Vorgängerversionen rechtfertigen. Ich finde das Konzept einfach nur klasse, weil intuitiv zu handhaben und ohne Manual zu durchschauen.

Die Möglichkeit, direkt in Geräte samplen zu können ist genial einfach – da fragt man sich wirklich, weshalb da bisher noch niemand anderes auf die Idee gekommen ist, dass so anzubieten. Klar, man könnte sagen, dass man das mit ein paar mehr Klicks in jeder DAW hinbekommt, aber gerade die Einfachheit, mit der Reason 5 dies dem Musiker zugänglich macht spricht für den Ansatz, den man bei Propellerhead seit jeher verfolgt.

Die Blocks bilden eine willkommene Alternative, wenn es an das Bauen von Arrangements geht und vereinfachen dies.

Alles in allem konnte mich auch die neueste Version von Reason auf ganzer Linie überzeugen, deshalb beide Daumen nach oben und Redaktionstipp!

Heiko Wallauer

Systemvorraussetzungen Mac OS X

  • Intel Mac (mindestens Core2 Duo empfohlen)
  • 1 GB RAM oder mehr
  • DVD-Laufwerk
  • Mac OS X 10.4 oder neuer
  • 2 GB freier Festplattenspeicher
  • Monitor mit 1024×768 Auflösung oder besser
  • CoreAudio-kopmatibles Audiointerface
  • MIDI-Interface und MIDI-Keyboard empfohlen

Systemvoraussetzungen Windows

  • Intel Pentium 4/AMD Athlon or besser
  • 1 GB RAM
  • DVD Laufwerk
  • Windows XP SP3, Vista oder Windows 7
  • 2 GB freier Festplattenspeicher
  • Monitor mit 1024×768 Auflösung oder besser
  • 16 bit Windows kompatibles Audiointerface, bevorzugt mit ASIO-Treiber
  • MIDI-Interface und MIDI-Keyboard empfohlen

Preise

  • Reason 5: 305 Euro
  • Record Reason Duo: 405 Euro
  • Reason 5 Upgrade: 99 Euro
  • Record for Reason Owners (inklusive Reason 5 Upgrade): 149 Euro

 

Schreibe einen Kommentar