Test: Propellerhead Reason 6

Mit dem aktuellen Update schickt Propellerhead seinen Sequenzer Reason in die mittlerweile sechste Runde. Reason 6 wird erwachsen mag man nun denken, denn neben einigen neuen Effekten markiert die aktuelle Version die Verschmelzung von Reason mit Record. Ja, Reason 6 kann jetzt auch Audio aufnehmen und bearbeiten!
Dies mag vielleicht die größte Überraschung sein, denn aus der Symbiose mit Record wurde nun ein größeres, mächtigeres Reason, welches die Kernfeatures von Record nun voll integriert hat. Wie sich Reason 6 in der Praxis schlägt, soll unser Test zeigen.

Mein erster Kontakt mit Reason liegt schon einige Jahre zurück, damals waren meine Hauptargumente für das schwedische rundum-sorglos-Paket Stabiltiät und schonender Umgang mit Systemressourcen. Ein weiteres war bestimmt, dass die beiden Reason-Sampler NN-19 und NN-XT irgendwie an die damals weit verbreiteten Akai-Sampler erinnerten. Und vielleicht das wichtigste: Reason hatte ein übersichtliches Interface, ganz so wie ich das aus dem Studio kannte.

Seitdem hat sich Reason optisch zwar nur marginal verändert, im Laufe der Zeit kamen aber solche Nettigkeiten wie der Combinator, Mastereffekte oder der semi-modulare Thor-Synth hinzu. In der neuen Version stehen die Zeichen stark auf Drums und Loops, lieferte Reason 5 doch mit Kong und Dr. Octo Rex neue Möglichkeiten für alle Percussion-Freaks.

Rekord dagegen wollte ich zu Anfang nicht recht begreifen, schließlich hatte man sich bei Propellerhead lange Zeit dagegen ausgesprochen, Reason mit Audiofeatures auszustatten, wollte man dieses Feld doch den Cubases und Logics überlassen, und Reason selbst ließ sich ja per Rewire mit einer Audio-Workstation verbinden.
Allenfalls für reine Elektroniker, die vielleicht mal den ein oder anderen Vocaltrack aufzunehmen haben schien mir Rekord von wirklichem Interesse zu sein, fehlte dem Programm doch auch eine entsprechende Schnittstelle zum einbinden von Plugins von Drittherstellern. Deshalb finde ich es vor ab schon mal lobenswert, dass man sich bei Propellerhead dazu entschlossen hat, beide Programme zusammenzulegen.

Interface
Beim ersten Programmstart zeigt sich das gewohntes Reason-Rack. Dies lässt sich aber auch in den Voreinstellungen anders festlegen, wer also mit dem Mischpult starten möchte, weil er Audiotracks aufnimmt, kann dies auch tun. In der Rückansicht hat man die Geräte wie in einem 19″ Rack im Studio organisiert, in der Regel läuft der Signalfluss linear, er kann jedoch vom User nach Herzenslust geändert werden. Denn man kann durch einfaches betätigen der Tab-Taste von der Vorder- zur Rückansicht des Racks wechseln, auf dem die Verbindungskabel zwischen den Geräten laufen.

Diese lassen sich nun neu verbinden und kombinieren, so dass sich hier immer wieder neue kreative Optionen ergeben. Die Möglichkeit, hier etwas falsch zu machen gibt es eigentlich nicht, Reason ist so schlau und denkt mit, wenn mal wirklich eine Verbindung vom Prinzip her nicht passen sollte.

Im unteren Bildschirmteil liegt der Reason-Sequenzer, der die Instrumente in einzelnen Spuren verwaltet, ganz so wie man dies auch aus anderen DAWs kennt, mit den entsprechenden Editier- und Manipulationsmöglichkeiten.

Der Sequenzer lässt sich allerdings auch entkoppeln, so dass man sich hier zwei Ansichten anlegen kann, was vor allem bei komplexeren Anwendungen sinnig ist, um den Überblick nicht zu verlieren. Seit Reason 5 lässt sich im Sequenzer mit Blocks arbeiten kann.

Das bedeutet, es lassen sich einzelne Spuren zu größeren Sequmenten wie Intro, Chorus oder Bridge zusammenfassen, die sich dann wieder entsprechend arrangieren lassen, dazu muss dann eben nur die Blocks aneinander setzen und nicht wie sonst alle Spuren markieren und copy & pasten. Mit den Blocks geht das viel einfacher – vor allem auch deshalb, weil der Inhalt der Blocks übersichtlich gezeigt wird und weiterhin im Zugriff liegt.

Rewire me!
Die Spezialität von Reason ist, und zu Zeiten der 1er Version die Revolution schlechthin, dass das Programm entweder Standalone funktioniert, sich aber über die Rewire-Schnittstelle an andere Sequenzer andocken lässt. Propellerhead haben mit Rewire einen Standard etabliert, von dem heute auch einige andere Hersteller regen Gebrauch machen. Möchte man mit Rewire loslegen, gilt eigentlich nur zu beachten, dass Reason dann im Slave-Modus arbeitet und ein Rewire-fähiger Sequenzer als Host fungiert. Hier gilt die Regel, immer erst den Host und dann den Slave starten, und beim Beenden dann in der umgekehrten Reihenfolge vorzugehen, also erst Slave und dann Host.
Heute sollte Rewire standardmäßig von jeder aktueller DAW unterstützt werden, mit Live 8 und Logic 9 hatte ich in dieser Hinsicht auch keine Probleme. Vorbei also die Zeiten, wo man noch mühsam Rewire-Externsions installieren musste.
Wie man dann arbeitet, kann sich jeder Benutzer nach seinem Gusto stricken. So lassen sich fix und fertige Arrangements in Reason erstellen, die man dann via Stereosumme einfach in den Host zurückpumpt, man kann Reason aber auch als großen Klangerzeuger begreifen, der sich aus dem Host heraus mit MIDI-Daten ansprechen lässt und dessen Einzelspuren sich auch wieder zurückrouten lassen.

64Bit?
Ja genau, Reason 6 versteht sich nun auch auf 64-Bit Unterstützung. Dies ist kein ungewichtiger Punkt, vor allem auch dann, wenn man den Einsatz als Rewire-Slave ins Auge fast.
Denn sowohl Master wie auch Salve müssen auf den gleichen Einstellungen laufen, damit die Verbindung korrekt etabliert werden kann.
In der Vergangenheit hieß das also, dass man den Host auf 32-Bit begrenzen musste, was in Zukunft also nicht mehr nötig ist.

Audio-Features
Natürlich lassen sich nun auch alle Effekte aus Record in Reason nutzen, allen voran natürlich das große Mischpult-Layout, bei dessen Design und Features man sich offensichtlich von den großen SSL-Pulten inspirieren ließ. So haben wir in jedem Kanalzug neben dem EQ Hi- und Lowpassfilterm Compressor und Gate sowie Inserts und Effektesends.
Und selbstredend natürlich auch den Buscompressor.
Audiospuren lassen sich so viele Aufnehmen wie das Herz begehrt oder der Rechner hergibt. Diese lassen sich dann auf Wunsch auch mit Time Stretc- und Pitch Shifting-Algorithmen versehen, alles non-destructive, versteht sich.
Hier muss man den Propellerheads attestieren, dass sie einen guten Job gemacht haben, diese Funktionen arbeiten hochwertig und zuverlässig.
Auch an das korrekte Einpegeln hat man gedacht, auf Tastendruck lässt sich eine große Pegelanzeige einblenden, die auch kurzsichtigen Menschen wie mir eine klare Rückmeldung gibt.
Denn beim Einspielen mit Kopfhörer zieh ich oft die Brille ab, weil ich den Druck von der Ohrhörermuschel auf die Brillebügel als sehr unangenehm empfinde.
Jeder Kanalzug des virtuellen Mischpults zeigt sich überdurchschnittlich gut und komplett ausgestattet: Oben geht es mit der Eingangsstufe los, hier lässt sich auch die Phase invertieren. Weiterhin lässt sich der Signalfluss durch Dynamics, EQ und Inserts routen. Jeder Kanalzug hat schon mal einen Compressor und ein Gate integriert, ganz so, wie man es von Neve und SSL kennt.

Der EQ setzt mit Low- und Highpass an und wird komplettiert sich semiparametrische Höhen und Tiefen und zwei parametrische Mittenbänder.
Danach folgen vier Inserts und acht Effektsends, die sich jeweils Pre- und Postfader schalten lassen, je nachdem, was man beschicken möchte.

Vor dem Fader und der Pegelanzeigrt liegt eine, wie ich finde, nicht minder interessante Funktion: neben dem Panning-Regler findet sich eine Poti, der mit Width bezeichnet ist, und mit dem sich die Stereobreite eines Signals einschränken lässt.

Ebenso reichhaltig ist auch die Mastersektion ausgestattet, neben dem Buscompressor laufen hier die Master FX Sends, Master Inserts und die FX Returns auf. Unten gibt es wieder eine fette Pegelanzeige den Master Fader und den Control Room Out.

Neben diesen Features lässt sich mit dem Audio-Material natürlich alles veranstalten, was man auch schon mit MIDI in Reason konnte, also Copy, Cut, Paste und die üblichen Editierungen.
Auch versteht man sich immer noch auf Blocks, die eine willkommene Arrangierlösung darstellen. Mit Blocks macht man sich den Umstand zu Nutze, dass Musiker dazu tendieren, in Patterns zu denken, also etwa Strophe, Chorus und Bridge. Einzelne Spuren lassen sich nun zu eben solchen Sequmenten zusammenfassen, die sich dann als Blocks leicht im Arrangement hin und her schieben lassen.

Für mich ist vor allem der Comp Mode interessant, welchen man über die Edit-Ansicht erreicht.. Recht ähnlich wie in Logic funktioniert der Comp Mode hier: Man definiert einen Loop und bei jedem neuen Aufnahmedurchgang wird der Take in einem eigenen Layer abgelegt. Durch einfaches Überstreichen der gewünschten Stellen lassen sich so mit schnellem Tempo finale Takes generieren. Die Schnittmarken lassen sich noch händisch verschieben, außerdem kann man unangenehmen Knacksern mit einem Fade-Tool zu Leibe rücken. Dann einfach wieder den Edit-Mode zugeklappt und schon hat man seine alte Übersichtlichkeit wieder zurück.

Erwähnen sollte man auch das Timestretch-Feature, mit dem sich Audio-Aufnahmen auch noch im Nachgang in der Geschwindigkeit ändern lassen. So macht es also keine Probleme mal zu schauen, wie denn der Song 10 BPM schneller oder langsamer klingen würde. Die Algorithmen von Propellerhead arbeiten in diesem Bereich sehr sauber und effizient und können mit denen von Ableton mithalten.

Zeit ist eine Sache, Pitch, bzw. Pitchkorrektur die andere. Hier kann man sich Neptune bedienen, der sich dezent als als Tool zur Tonhöhenkorrektur verwenden lässt, dessen Potential aber durchaus viel weiter reicht. Jedem ist bestimmt noch der Cher-Effekt im Ohr, der auf einer Extremeinstellung von Antares Autotune basierte. Auch dies hat der Neptune drauf, darüber hinaus lässt er sich aber auch als Voice-Synthesizer einsetzen, der sich über ein MIDI-Eingabegerät triggern lässt.

Instrumente & Effekte
Bei den Instrumenten hat sich in der Version 6 nichts neues getan, stattdessen wartet Reason 6 mit einigen neuen Effekten auf: dem Alligator Triple Filtered Gate, dem Pulveriser Demolition und mit The Echo.
Für alle Ungeduldigen hier ein Video, dass die drei neuen Effekte in Aktion zeigt.

Am meisten Spass hatte ich bisher mit den Alligator einem dreikanaligen Filter Gate, mit dem sich Bads, Beats und Lobs modulieren lassen. Drei parallele Filter bilden die Basis des Alligators, die Pro Kanal um Effekte wie Distorsion, Phaser und Delay ergänzt werden.

Die Filtersektion gliedert sich in Highpass-, Bandpass-, und Lowpassfilter, darüber hinaus haben wir Kontrolle über die Hüllkurve, LFO und Resonance, um den Sound zu verbeigen.
Darüber hinaus lässt sich das Gate jedes Channels seperat kontrollieren, via MIDI oder den RPG-8 Arpeggiator oder den Matrix Sequenzer.
Die erwähnte FX-Sektion gibt es auch nicht nur einmal, sondern pro Frequenzbereich. Auch hier lässt sich das Effektverhalten im Detail auf die unterschiedlichen Bereiche anpassen.
Am Ende der Signalkette bleiben uns dann noch Panning und Volume, die das Bild abrunden.

Zugegeben, ich bin ein echter Delay-Fan, nicht nur bei Gitarren. Vom analogen Slapback-Delay bis zum Klassiker TC2290 mag ich alle.
Und The Echo hat durchaus das Zeug sich zu einem meiner Lieblingsspielzeuge zu entwickeln.

Optisch erinnert The Echo etwas an Rolands Space Echo, auch wenn dieses eher in grün gehalten war und The Echo in mandarinigem Orange daherkommt. Dabei ist The Echo weit mehr als ein einfacher Wiederholungseffekt, bietet es doch die Flexibilität eines digitalen Delays mit dem warmen, organischen Sound der analogen Klassiker. Und einige Spezialfunktionen machen aus The Echo auf Wunsch eben auch ein spielbares Performance Instrument, z.B. für Dubeffekte oder Remixe.
Die Delay-Sektion umfasst Parameter für Delay Time, Tempo Sync, Stereo Width und Pitch. Darüber hinaus finden wir eine Pink Pong-Funktion, welches die zeitverzögerten Signale von rechts nach links wandern lässt. Keep Pitch lässt das Tuning unangetastet, was recht sinnvoll ist, wenn man den „alten“ Delaytouch wegbekommen möchte, ist dieses „Eiern“ des Pitch doch ein Charakteristikum alter, tapebasierter Deals.
Hier passt dann auch ganz gut der Diffusion-Parameterm der das Verwischen des Sounds simuliert.
Feedback hingegen hält keine allzu großen Überraschungen in der Hinterhand, die Wiederholungen lassen sich von einer bis unendlich regeln.
Sind Röhren im Spiel, so färben diese natürlich auch den Klang, in Abhängigkeit davon, mit wieviel Pegel sie befüttert werden. Dieses Regelverhalten lässt sich mit lässt sich mit den Color-Paramtern nachstellen, hier lässt sich Verzerrungen generieren oder via Bandpassfilter die der Frequenzgang beschneiden.

Selbstredend hat das Echo auch eine Modulationssektion: Envelope moduliert wieder den Pitch der Wiederholungen, während Wobble Gleichlaufschwankungen von Bändern virtuell generiert, dazu gibt es dann noch einen LFO, der von dezent bis durchgedreht ziemlich viele Optionen auf Lager hat.
Der Ducker lässt die Delay-Kiste sofort professionell und hochwertig klingen, ist dies doch der Effekt, der Delays auf profesionellen Produktionen auszeichnet. Der Ducker drückt dabei das Delay-Signal nach hinten weg, solange ein Eingangssignal anliegt, die Wiederholungen kommen erst dann in den Vordergrund, wenn das Signal abflacht und die Delays Raum haben, zu wirken.

Trigger und Roll empfehlen sich für Performance-Anwendungen, zum Beispiel dafür, um Beats und Loops zu variieren. Am ehesten kommen mir natürlich Dubeffekte in den Sinn, geschickt eingesetzt lassen sich aus einem simplen 4/4-Beat aber auch Variationen und Fills generieren.

Mit dem Pulversier bekommt Reason 6 nun eine Kombiwerkzeug aus Compression, Distortion, Distortion, Multimode-Filter und Modulationseffekt.
Dabei deutet der Name Pulveriser es schon an: mit Wohlklang und Schönfarberei hat der Effekt nichts am Hut, eher gibt es hier einen auf die Mütze, und dass nicht zu knapp.


Da braucht es dann auch keine ausgefeilten Parameter, der Compressor lässt sich mit Squash regeln, Distortion gibt es mit Dirt.
Der Multimode-Filter besteht aus Low Pass, Low Pass + Notch, Band Pass, High Pass, und Comb Filter, außerdem lässt sich per Regler wählen, ob man den Filter vor oder hinter der Distortioneinehit haben möchte. Über die Modulationsabteilung lässt sich per LFO die Filter modulieren, ebenso Panning und der Ausgangspegel.
So lassen sich dann Effekte von Wahwah über Tremolo bis zum Vibrato erzeugen.

Da der Pulveriser ein recht ruppiger Zeitgenosse ist, hat man ihm einen Dry/wet-Regler spendiert, so dass er stufenlos dem Originalsignal beigemischt werden kann.

Der Subtractor eignet sich besonders für raunzige Bässe, schwebende Pads und strahlende Leads, eben für alles, in dem die analogen Vorbilder für diese Art von Synthesizer gut waren. Mit zwei Oszillatoren bedient der Subtractor vier unterschiedliche Wellenformen. Herausragend am Subtractor ist die Phase-Offset-Modulation mit der sich die Phasenlage der OSCs gegeneinander verschieben lässt, was teils zu dramatischen und eindrucksvollen Ergebnissen führt. Die Oberfläche des Subtractors ist quasi selbsterklärend, auch Neueinsteiger dürfen hier schnell mit aussagekräftigen Ergebnissen rechnen.

Steigen wir klassisch mit einem Synthiebass aus dem Subtractor ein.
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Auch das nächste Beispiel demonstriert einen Synthiebass, hier allerdings mit beschnittener Sustainphase.
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Hier hören wir die Padqualitäten des Subtractors.
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Bei seiner Einführung war der Malström die revolutionäre Synthieschachtel schlechthin, basierte seine Klangerzeugung doch auf der damals noch nicht so populären Granularsynthese, hier aber kombiniert mit dem Prinzip der Wavetablesynthese.

Mikroskopisch kleinste akustische Bestandteile dienen als Ausgangspunkt der Synthese. Zwei Oszis und zwei Modulatoren wirken auf das klangliche Geschehen, wobei die OSCs die schon erwähnten Grains als Quelle nutzen. Deren Länge und Formanten lassen sich nach Herzenswunsch verschieben. Die klangliche Ausrichtung des Malströms geht klar Richtung experimentelle Sounds und Filmmusik, hier kann man sich völligst in abgefahrenen Klangwelten verlieren.

Schwebende Padsounds sind eine der Spezialitäten des Malströms.
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Aber auch auf strahlende Sounds, die entfernt an FM-Synthese erinnern, versteht sich die grüne Dose.
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Durch Malmström-eigene Zutaten wird aus der gleichen Tonfolge eine rhythmsiche Sequenz.
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Auch fiese Aliengitarren kann der Malmström.
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Mit Version 4 hielt bei Reason Thor Einzug, ein semi-modularer Synthesizer mit wahrlich göttlichen Dimensionen. Drei Oszillatoren mit sechs Modulatoren, Noise, FM, Multi OSC, Wavetable, Analog und Phasenmodulation, beinhaltet der Thor, die OSCs synchonisierbar (OSC 2 und 3 zu OSC 1) und in der Amplitude modulierbar (OSC 1 und OSC 2).

Verschiedene Filtertypen bieten sich an, sowie zwei LFOs, die sich zum Tempo synchronisieren lassen. Dazu gibt es dann noch Waveshaper und interne Effekte wie Chorus und Delay. So wird recht schnell deutlich, dass man den Thor nicht nur auf einen Sound festnageln kann, dazu sind die Möglichkeiten viel zu komplex und ausufernd.
Hier haben wir einen Patch, das vielfach von Thors modularen Möglichkeiten Gebrauch macht.
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Auch die gute alte Trancesirene hat die Wunderkiste drauf.
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Hier etwas, das mehr in Richtung ARP Odysey klingt.
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Streicher meets Gitarre … irgendwie.
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Der NN-19 ist Reasons Samplerurgestein und erinnerte mich schon ganz zu Anfang an die Akai Sampler der S-Serie, mit denen ich vom S1000 bis zum großen S6000 Bekanntschaft schließen durfte. Fender oder Gibson, Canon oder Nikon oder eben Akai oder E-MU. Ich für meinen Teil war immer irgendwie ein Akai-Mann, weshalb mir wohl auch Reasons Sampler auf Anhieb zu gefallen wussten. In seiner Einfachheit appelliert der NN-19 an alle Sound Designer und Musiker, die ihre Klänge verbiegen wollen.

Samples werden via Pitchshifting und Timestretching sofort über den zur Verfügung stehenden Bereich tranpsoniert und lassen sich mit Filter, Amp und LFO bearbeiten. Trotzdem kann auch der NN-19 mit Mutlisamples umgehen, die sich entweder mit der Automap-Funktionailtät erstellen lassen, oder man definiert zunächst seine Keyzones, und befüllt diese dann im Nachgang.

Die Farfisa-Orgel aus dem NN-19 klingt hübsch trashig.
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Voller dagegen die B3-Simulation.
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Krachig auch wieder der Clavinet-Sound.
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Komplexer kommt der NN-XT um die Ecke, der von Propellerheads als Nachfolger zum NN-19 eingeführt wurde. Erinnert mich der NN-19 immer an den Akai S2000, so erscheint mir beim NN-XT in der Volldarstellung immer der S6000 vorm Auge. Über das üppige Display des NN-XT lassen sich Samples natürlich weitaus komfortabler mappen.
Neben WAV- und AIFF-Samples zeigt sich der NN-XT weitaus ladefreudiger als der kleine NN-19, versteht er doch auch SoundFont 2 und über Reload Akai S1000/S3000-Formate. Wer noch über ausreichend Futter aus Akai-Libraries verfügt, für den lohnt es auf jeden Fall, sich dass für registrierte Reason-User kostenlose Tool Reload zu besorgen, das den Import von Akai-Files in ein NN-XT kompatibles Format managed.

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Zur Klangestaltung stehen zwei LFOs, MOD Envelope, Pitch, Filter und AMP Envelope zur Verfügung. Keyzones und Velocity-Switches anzulegen ist im NN-XT ganz einfach möglich. Hat man sich mal mit dem entsprechenden Konzept auseinander gesetzt, sind die Samples auch schnell angelegt. Darüber hinaus versteht sich der NN-XT auch auf alternative Samples, was vor allem der Darstellung akustischer Instrumente entgegen kommt. Als prominentes Beispiel nehme ich gerne eine Snare Drum. Ein Drummer aus Fleisch und Blut wird die Snare nie zweimal hintereinader an derselben Stelle treffen, aber gerade diese Unterschiede im Klang sorgen für ein lebendiges und natürliches Klangbild. Triggert man nun mit dem Sampler immer das gleiche Snare-Sample, stellt sich schnell etwas ein, was man gerne als den Machine Gun Effect bezeichnet. Hier kann man mit der Alternate-Funktion entgegen wirken.

Überraschend gefällt mir immer noch das Grand Piano aus dem NN-XT.
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Der Rhodes-Sound kommt auch sehr passabel.
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Wobei mir dieses FM E-Piano noch besser gefällt.
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Etwas holprig dagegen die Streicher in dieser flotten Sequenz.
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Runder ist da schon wieder dieser 80er-Synhtie-Sound.

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Seit Reason 5 fängt nun auch Sampling wieder an, Spass zu machen, denn NN-19, NN-XT, der Nano-XT im Kong oder die Redrum verfügen über die Möglichkeit, selbst Samples aufzunehmen und zu bearbeiten. Hört sich vielleicht unspektakulär an, ich finde aber schon fast, dass dies eine schöne Retro-Revolution ist. Denn sind wir mal ehrlich: Die meisten Sampler werden heute doch eher als Player eingesetzt, weil man einfach an jeder Ecke mit Gigabytes an Samples zugeschmissen wird. Für mich lag der Reiz des Samplers, im Gegensatz zum Rompler aber in erster Linie darin, selbst Klänge aufzunehmen, zu schneiden und zu bearbeiten, um diese dann in einen neuen Zusammenhang zu setzen. Genau diese Tür wird mit Reason 5 nun wieder weit aufgemacht. Samples lassen sich einfach aufnehmen, editieren und managen. Schnell recorden, mit dem Reason Sample-Editor das Sample in Form bringen und dann durch die FX-Maschine drehen.Im Handumdrehen hat man sich so ganz schnell neue Klänge erschaffen. Allein für diese Möglichkeit gehört den Leuten bei Propellerheads ein Preis verliehen!

Neben den ausgewachsenen Samplern verfügt auch der Klassiker Redrum über einen entsprechenden Input, ansonsten ist an dieser Groovebox fast noch alles so wie gehabt: 10 Channels mit Pattern-Sequenzer bringen echtes Drummachine-Feeling in den Rechner.

Der Rex Player ist Geschichte, seit Reason 5 regiert der Dr. Octo Rex.

Basierte ein Drumarrangement auf unterschiedlichen Rex-Loops, z. B. für Intro, Verse, Chorus, Middle 8 und Fills konnte es mit dem alten Player schnell unübersichtlich werden, weil man mitunter zügig große Patches an Playern über den Spider Audio Merger & Splitter kombiniert hatte. Die Loops lassen sich nun über die Buttons auf der Dr. Octo Rex-GUI temposynchron aufrufen, ähnlich wie dies mit Clips in Ableton Live funktioniert. Nutzt man den Sequenzer in Reason, lassen sich die einzelnen Loops auch einfach im Arrangement einzeichnen. Natürlich kann man die Loops auch über MIDI-Controller triggern und abfeuern. Neu ist nun der Slices Edit Mode, mit dem sich einzelne Slices aus einem Loop manipulieren lassen. Ob man nun pitchen möchte, den Pegel anpassen oder abgedrehte Effekte realisieren möchte, das alles kann der Slice Edit Mode.

Ein weiteres Highlight in Reason ist für mich der Kong Drum Designer, ein Gerät das so genial ist – da fragt man sich ehrlich, weshalb da noch nicht andere drauf gekommen sind. Oberflächlich betrachtet sieht der Kong wie eine Software gewordene MPC aus, was allerdings unter seinem Deckel schlummert ist gewiss neu und ungewöhnlich. Denn nimmt man es genau, lässt sich jedes Pad des Kong mit einem eigenen Klangerzeuger plus Effekten versehen.
Hier hat man die Auswahl zwischen dem NN-Nano Sampler, einer kleinen Version des NN-XT, oder dem Nurse Rex Loop Player.

Hinzu kommen Physical Modelling-Module für Bass Drum, Snare und Tom sowie ein synthetisches Bass Dum-Modul, Snare Drum-Modul, Hi Hat-Modul und Tom-Modul. Alle Klangerzeuger lassen sich frei kombinieren. So ist es denkbar, eine gemodellte Bass Drum mit einer synthetischen Snare und gesampleten Percussions mit einem unterliegenden Rex-Loop zu kombinieren. Gerade die Idee des Physical Modellings von Bass Drum, Snare und Hi Hat finde ich sehr interessant. Jedes Pad kann zusätzlich zwei Slots für Effekte verwalten. Hier gibt es interessantes wie EQs, Compressor, Distortion, Filter, Noise, Tone oder den Rattler, der sich besonders gut auf Snare Drums macht. Dann gib es noch einen Slot für Bus-Effekte und einen Master Insert. Zusätzlich besteht die Möglichkeiten zwei Aux-Wege auszuspielen, wenn man z. B. mit der Snare auf ein RV7000 Reverb möchte. Am meisten macht der Kong natürlich mit einem entsprechenden Eingabegerät mit einer 4×4 Pad-Matrix Spaß. Dabei erweist sich der Quick Edit-Mode für Pad Settings, Pad Group und Drum Assignment als wahrer Segen. Hier hat man schnell Änderungen vorgenommen, wenn mal was nicht passen sollte. Wie auch die anderen samplerbasierten Instrumente kann auch der Kong live samplen, die Sounds stehen dann gleich auf den Pads bereit.

Starten wir Kong mit einem akustischen Drumkit.
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Und geben hier viiiieeellll Hall vom RV7000 hinzu.
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Hier ein housiges Kit. Der Flächensound im zweiten Teil wurde auf ein Pad des Kong gelegt und
entsprechend getriggert.
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Hier waren der Nurse Rex Loop Player für den gefilterten Percussion-Loop mit beteiligt.
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Hier was eher klassiches aus der Drummie-Schule.
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Hier wird das Synth-Sample ebendalls wieder über ein Pad des Kong getriggert.
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Synth-Sound und Plattenkratzen aus dem Nurse Rex Loop Player.
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Auch Sachen die weniger straight sind kriegt der Kong umgesetzt.
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Hier wird nochmal tief in der Kiste der analogen Drummiesounds gewühlt.
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Selbstverständlich hat Reason auch weiterhin eine ganze Palette an Tools an Bord, die das tägliche Leben mit Reason reichhaltiger gestallten. Da hätten wir zunächst den Combinator, mit dem sich alle möglichen Gerätekombinationen zusammenfassen und verwalten lassen. Und natürlich “hat uns noch die Matrix”, der Stepsequenzer, der zwar funktioniert wie ein Hardwareteil, aber weitaus mehr zu leisten vermag. Obwohl der Matrix-Sequenzer schon zu den Reason-Klassikern gehört komme ich doch immer wieder gerne auf ihn zurück. Genauso wie auf den RPG-8 Arpeggiator, der zunächst mal alle gewohnten Anwendungen abdeckt, der mit seinem mehr an Möglichkeiten aber auch den klassischen Arpeggiator aussticht.

Auch die MClass Mastering Suite bleibt an Bord und sorgt für die akustische Endbearbeitung von Dynamik und Frequenzgang.
Der MClass Equalizer liefert mit vier Bändern gezielte Eingriffsmöglichkeiten, während MClass Compressor und Maximizer für das nötige Maß an Lautheit sorgen. Und mit dem MClass Stereo Imager wird auch alles schon in die Breite gezogen, wenn man dies möchte. Neben dem kleinen Reverb zählt das RV7000 schon lange zu meinen Favoriten in Sachen Reason-Hall, bei dem Teil habe ich mich früher schon immer geärgert, dass es nicht als separates Plug-in erhältlich ist.

Was das RV7000 richtig gut kann sind Dub Reverbs für Ragga und Reggea genauso wie den schönen alten großen Hall auf Drums. Zwar ist das Angebot an guten Vocodern heute besser als noch vor fünf Jahren, trotzdem musste ich festellen, dass der BV512 Digital Vocoder aus Reason immer noch zu meinen Favoriten zählt, wenn es an die Verfremdung von Stimmensamples und ähnlich gelagerten Anwendungen geht. Ich hatte auf Grund anderer Alternativen den BV512 jetzt länger nicht mehr benutzt, musste jetzt aber während des Tests feststellen, dass ich die Kiste immer noch sehr gerne mag.

Fazit
Propellerhead liefert mit Reason 6 das Beste Reason! Zwar ha Reason jetzt keine neues Instruemente bekommen, doch die drei neuen Effekte Alligator, The Echo und der Pulveriser machen richtig Laune.
Auch dass man die DAW-Features von Record nun integriert hat, bringt Reason 6 einen massiven Schub. Mit Record alleine bin ich ja nie so richitg warm geworden, und dass Handling war mir immer etwas zäh, so wie Propellerhead nun aber Reason 6 gestrickt hat, passt es.
Außerdem scheint man an der internen Audio-Auflösung was gedreht zu haben, denn Reason 6 klingt fett und mächtig.
Ich liebe das neues Reason 6, dass Programm ist auf jeden Fall eine klare Empfehlung!

Heiko Wallauer

Systemvorraussetzungen:

Mac OS X
Intel Mac
1 GB RAM oder mehr
mind. Mac OS X 10.5.8
3 GB Hard Disk Space
Monitor mit mind. 1024×768
A MIDI interface and a MIDI keyboard recommended
Internet connection zur Registrierung
Freier USB Port für Ignition Key
CoreAudio Audio interface oder Built-in audio hardware

Windows
Intel Pentium 4 / AMD Opteron oderr besser
1GB RAM
Windows XP SP3, Vista oder Windows 7 (Vista or Windows 7 für 64-bit)
3 GB Hard Disk Space
Monitor mit mind. 1024×768 r
Mind. 16 bit Windows kompatible Soundkarte, am Besten mit ASIO-Unterstützung
Internet connection zur Registrierung
Freier USB Port für Ignition Key

Preise:

Reason EUR €405 / USD $449
Reason Essentials EUR €279 / USD $299
Reason Essentials with Balance EUR €499 / USD $499
Reason upgrade (from any previous version) EUR €149 / USD $169
Reason upgrade for owners of Reason + Record Name Your Price
Reason upgrade for Limited/Adapted EUR €279 / USD $299

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