Test: Presonus Studio One 2

Mit Studio One 2 bringt Presonus frischen Wind in die doch etwas, na ja, sagen wir mal angestaubte DAW-Welt. Denn gerade als man dachte, der Kuchen sei schon aufgeteilt, schickten sich die Leute von Presonus vor zwei Jahren an, den Markt der Sequenzer noch mal aufzumischen. Doch auch Studio One möchte weiter entwickelt werden, und so steht nun Studio One 2 in den Startlöchern, und dieses Update hat es auf dem Papier schon mal richtig in sich, bietet es doch solche technischen Finessen wie die direkte Integration der Melodyne Audio Random Access-Technologie.

Die etablierten Sequenzer sind mitunter schon mehrere Dekaden am Markt vertreten. Egal, ob man nun mit Cubase oder Logic besser zurecht kommt, mit beiden Plattformen kann man professionell arbeiten. Diese Programme schleppen aber auch immer einiges an Legacy Code mit, also Source Code, denn man nur behält, um die Abwärtskompatibilität zu gewährleisten, oder den sich niemand traut rauszuschmeißen, weil man nicht vorhersagen kann, was dann im größeren Rahmen passiert. Und genau hier setzte Presonus mit Studio One an, denn dieses Programm wurde von Grund auf neu entwickelt, neu geschrieben und auf Performance optimiert. Es basiert also nicht auf irgendwelchen Altlasten. Presonus Studio One 2 führt diese Linie nun konsequent fort.

Studio One ist plattformübergreifend programmiert und läuft sowohl unter Mac OS X und auch unter Windows. Die minimalen Systemanforderungen lesen sich schon sehr nett.
Getestet  habe ich Studio One 2 unter Mac OS X 10.6.8 mit einem 2,2 GHz Core2Duo-Prozessor und 8 GB RAM.
Zwar stellt Presonus auch Audio Interfaces her, ein Presonus-Interface wird aber nicht zwingend zum Betrieb von Studio One benötigt.

Installation
Der Download und die Installation des Programms funktionieren zügig.  Alternativ gäbe es Studio One 2 Pro auch noch auf einem physischen Datenträger, aber mittlerweile bevorzuge ich die Download-Variante, bekommt man so doch immer die neueste Version der Software und muss nicht erst installieren und dann updaten. Darüber hinaus lassen sich über die Webseite von Presonus noch zahlreiche Add-ons herunterladen, die den Funktionsumfang der Software weiter ausbauen.

Autorisation
Zur Autorisation muss man sich einen User-Account bei Presonus einrichten, tut aber nicht weh und dauert auch nicht lange. Ohne jetzt die Zeit gestoppt zu haben, war ich doch recht schnell bereit, Studio One Pro das erste mal zu starten.

Wer andere DAWs kennt, dem kommt der erste Start von Studio One Pro vielleicht etwas komisch vor, wird man doch zu einer Interface-Seite, der sogenannten Startpage, geleitet.

Hier erhält man grundlegende Informationen darüber, was zuletzt in Studio One Pro gelaufen ist und woran man gearbeitet hat. Außerdem lassen sich hier grundlegende Einstellungen zu Audio Devices und Midi-Eingabegeräten einsehen.

In meinem Fall war mein Standard-Interface, welches ich in den Audio/Midi-Einstellungen  von OS X definiert habe schon angemeldet. Lediglich meine Midi-Eingabegeräte mussten noch händisch nachgetragen werden. Hängt der Rechner am Internet, bekommt man einen News-Feed von PreSonus, der über die neuesten Entwicklungen informiert. Finde ich eine gute Idee, da man so Transparenz in Sachen Updates und Bugfixes schaffen kann.

Studio One Pro trägt der Tatsache, dass wir in einer vernetzten Community leben dadurch Rechnung, dass sich Künstlerprofile anlegen lassen. In der neuesten Version ist ebenfalls schon wie bei den Vorgängerversionen ein Soundcloud-Feature implementiert, welches es erlaubt, fertige Songs gleich online zu bringen und zu sharen.

Etwas ungewöhnlich, ist die Begrifflichkeit zwischen Song und Projekt, die Presonus zur Auswahl stellt. Wobei es sich beim Song handelt, ist selbsterklärend, aber was ist ein Projekt? Nun, Studio One ist nicht “nur” eine DAW sondern verfügt auch über die Möglichkeit, im Projekt Songs zur Endbearbeitung, also zum Mastering, zusammenzufassen.
Studio One 2 arbeitet intern mit einer Auflösung von 64 Bit, was ein zukunftssicherer Wert ist, für genügend Headroom sorgt und auch audiophile Ansprüchen genügen sollte.
Natürlich kann man sich von den Features und Functions erschlagen lassen, seitdem es Digitalpulte und DAWs gibt, habe ich mir aber eine andere Herangehensweise zu eigen gemacht, wenn ich neue Geräte oder Programme teste. Denn schließlich möchte man schnell loslegen, also habe ich mal für mich geschaut, wie lange es dauert, bis ich eine komplette Session aus 24 Audiotracks  mit Routing und Subgruppen in Studio One aufgesetzt habe.

Und was soll ich sagen: es geht echt fix! Innerhalb weniger Minuten hat man sich (auch ohne Studio One Pro-Vorkenntnisse) seine Session so eingerichtet, wie man es braucht. D
abei ist es ungemein hilfreich, dass die Bedienoberfläche sehr aufgeräumt designed ist und die Menüeinträge schlüssig organisiert wurden. Da Studio One sich natürlich nicht mit Altlasten herumschlagen muss, ist hier alles im grünen Bereich. Die edel-silbrigblaue GUI macht wirklich was her und lädt zum arbeiten ein. Die Oberfläche erscheint mir in der 2er-Version etwas dunkler als noch in der 1er.

Die Hauptfunktionen hat man entweder mit der Maus im direkten Zugriff, oder besser: man nutzt Tastaturshortcuts. Auf den Funktionstasten F2-F10 liegen verschiedene Darstellungsoptionen. So kann man sich hier auf Tastendruck Mixer, Editor, Inspector oder Instrumente öffnen. Etwas ungeschickt finde ich, dass sich per default das PDF-Manual in der Vorschau mit der F1-Taste öffnen lässt. Mir wäre es lieber gewesen, wenn man eine andere Taste weiter hinten in der F-Reihe gewählt hätte. Studio One Pro unterstützt die Zuweisung eigener Shortcuts. Genauso lassen sich auch vorgefertigte Sets laden, so dass man seine liebgewonnen Pro Tools- oder Logicshortcuts weiter benutzen kann.
Ebenfalls im schnellen Zugriff hat man die Editwerkzeuge, die man entweder in einer Leiste am oberen Bildschirmrand findet, die sich über rechten Mausklick aufrufen lassen, oder zwischen denen man mit den numerischen Tasten auf dem Keyboard hin und herschaltet. Auch hier hat man an alle Standards gedacht, angefangen beim konventionellen Arrow-Tools, über das Range Tool, das Radiergummi, die Mute-Funktion oder den Zeichenstift. Hervorragend gelöst finde ich, dass man neben der Freihandfunktion auch verschiedene Linien und Kurven zur Verfügung hat, die man seinem Material angedeihen lassen kann.
Was selbstredend funktioniert, sind natürlich Standardfunktion wie Cut, Copy und Paste. Auch das duplizieren von Parts funktioniert über die ALT-Taste und Klick und ziehen. Alternativ funktioniert dies auch mit der Taste D.

In Zusammenhang mit dem Range-Tool kann man so recht fix Duplikate erstellen. Zügig lassen sich auch Quantisierungswerte einstellen und man hat die Wahl, ob man sich die Werte in der Timeline in Beats, Sekunden oder Frames anzeigen lassen möchte. Gut in diesem Zusammenhang finde ich auch , dass es eine “Goto Time”-Funktion gibt, mit der sich bestimmte Zeiten genau anfahren lassen. Dies ist immer dann nützlich , wenn man mit Film und Video arbeitet.

Damit kommen wir auch schon zu einer Neuerung in der 2er Version von Studio One:
Allem voran steht hier natürlich die direkte Integration der ARA-Technelogie von Celemony über Melodyne. Melodyne hat sich neben Auto Tune als Industriestandard in Sachen Pitchkorrketur etabliert, genau genommen gehen die Möglichkeiten von Melodyne in ihrer kreativen Anwendung jedoch viel weiter, als nur schiefe Geasngstakes zu korrigieren. Der Nachteil bei Melodyne war aber bisher: bevor man mit dem Tonmaterial in Melodyne was anfangen kann, musste man es in das Plugin einlesen und eine Analyse durchführen. Mit der ARA-Technologie entfällt dieser Umstand nun, man kann nun direkt aus Studio One 2 mit Melodyne arbeiten. Und das geht denkbar einfach von der Hand: unter OS X reicht der Short Cut cmd-M, und schon öffnet sich der Melodyne Editor.

Alternativ lässt sich diese Funktion auch mit „Edit with Melodyne“ aus dem Audiomenü aufrufen. Wie von magischer Hand öffnet sich nun der Melodyne Editor, und es ist alles schon da! Ohne weiteres importieren oder andere Krücken. Wer schon mal mit Melodyne gearbeitet hat, wird auch keine Probleme haben, sich bei Studio Ones Melodyne-Integration zurechtzufinden, alles ist da wo man es vermutet. Dabei ist die Integration so stringent umgesetzt, dass man nach kurzer Zeit gar nicht mehr wahrnimmt, dass Melodyne und Studio One 2 unterschiedliche Applikationen sein könnten, Melodyne fügt sich hier nahtlos ein. In Studio One Professional ist Melodyne Essential enthalten, wer aber Melodyne Editor zum Beispiel verwendet, kann diesen laut Aussage auf der Presonus Webseite auch in Studio One 2 verwenden.

Ganz ehrlich: schon lange halte ich Melodyne für das beste Tool in Sachen Pitchkorrektur, das Handling war aber immer etwas umständlich, und so wie es mit der ARA-Technologie nun umgesetzt ist, hätte es schon immer sein sollen.

In der 1er Version von Studio One hatte ich ein essentiell wichtiges Tool für mich vermisst, was nun in der 2er Version integriert ist: die Möglichkeit des Track Compings, also aus verschiedenen Takes einen Master Take zusammenzustellen.

Genau dieses Feature ist für mich sehr wichtig, und ein weiterer Grund, weshalb ich Studio One 2 sofort ins Herz geschlossen habe.

Ein weiteres Highlight sind die neuen Folder Tracks, also die Möglichkeit, mehrere Spuren in einem Ordner zusammen zu fassen. Dass sorgt für Übersicht, auch bei komplexen Sessions mit unzähligen Spuren.

Die Track-Liste bietet einen gut organisierten Überblick über alle vorhandenen Tracks in der Anordnung, einschließlich Ordner Track-Hierarchie, Automations-Hüllkurven und Ebenen. Konfigurationen von ein-und ausgeblendet Tracks können als Presets gespeichert werden, die es ermöglichen, schnell auf einen beliebigen Track zuzugreifen.

Studio One 2 bietet nun auch Transient Detection, Groove Extraction und Editing.
Drum Tracks lassen sich so nun schnell in Gruppen zusammenfassen und quantisieren.

Studio One 2 besorgt die Analyse und liefert phasenkohärente Quantisierung mit exzellenten Ergebnissen.
Ebenfalls ist es auch kein Problem, zu schon vorhandenem Audiomaterial zu quantisieren, auch dies leistet Studio One 2.

Studio One bietet jetzt ebenfalls eine innovative Track-Transform-Funktion, sowie Event-basierte Effekte.

Audio- und Instrument-Tracks lassen sich mit der neuen Transform-Funktion belegen, die man sich als eine sehr flexible Alternative zum Freeze vorstellen kann. So lassen sich per Klick Effekte und Plugins einrechnen, um Rechenleistung frei zu bekommen. Ein Klick bringt uns dann wieder zurück zu den ursprünglichen Audio-Events und allen eingesetzten Effekte.

Per Klick kann man auch ein Instrument in eine Audiospur überführen, die sich dann als Audiofile weiterverarbeiten lässt. So schont man CPU-Leistung mit den aktuellen gefrässigen virtuellen Instrumenten. Auch dies lässt sich in der Gegenbewegung wieder rückgängig machen. Großartig!

Schon seit Version 1.5 kann Presonus DAW auch Video handeln und spielt alles ab, was auch der QuickTime-Codec auf Mac OS X wiedergeben kann. Eine äußerst sinnvolle Funktion ist, dass sich Audiomaterial aus Videoclips in eine neue Spur in Studio One Pro extrahieren lässt, was zum Beispiel zur Nachbearbeitung von Interviews oder auch Heimvideos sinnvoll sein kann.

Für die Aufnahme stehen alle gewohnten Features zur Verfügung. Es lassen sich sowohl Takes am Stück aufnehmen, man kann sich in bestimmte Stellen ein- und auspunchen, ebenfalls gibt es eine Autopunchfunktion sowie Pre-Roll, was bestimmt alle schätzen, die häufig alleine vorm Rechner arbeiten.
Für’s korrekte Timing kann man ein Metronom zuschalten, dieses lässt sich sogar mit Custom-Sounds belegen, hier funktioniert jedes WAV-, AIFF- und MP3-Sample.

Was ich schon an Pro Tools immer mochte gibt es auch in Studio One, die Edit Groups. Hier werde einzelne Spuren so zusammengefasst, dass die Bearbeitungsschritte für alle ausgewählten Spuren gelten. Besonders hilfreich ist dies, wenn man z. B. ein Drumrecording editiert und Cut, Copy und Paste über mehrere Spuren anwenden muss.

Studio One kennt verschieden Channel-Typen wie Input, Audio, Instrument, Bus, FX oder Output, die sich im Mischer, hier Console genannt, wiederfinden. Auch hier bietet sich ein übersichtliches Bild: neben dem Pegelsteller finden sich die Input/Output-Zuweisungen im Kanalzug, genauso wie Mute/Sole oder Panning. Jeder Channel stellt Inserts bereit, in dem sich entsprechende Plug-ins ablegen lassen. Die Anordnug der Effekte im Insert lässt sich einfach via Drag &Drop verändern. Wo es Inserts gibt, sind Sends meist nicht weit und das ist auch in Studio One 2 so. Mit den Sends lassen sich sowohl FX Channels wie auch Busse beschicken. Auch hier gibt Studio One Pro keine Einschränkungen vor.
Zum Mischen gehören natürlich auch zwingend Plug-ins, und neben Formaten wie AU und VST kommt Studio One auch mit einer reichhaltigen Auswahl an eigenen Instrumenten und Effekten.
Außerdem versteht sich Studio One auf dem Mac mit VST- und AU Plug-ins. Aber auch wer nichts zukauft, bekommt zumindest bei den Effekten in Studio One Pro schon eine komplett ausgestattete Suite an Regelverstärkern, Equalizern, Delays, Reverbs, Modulationseffekten und Spezailisten wie der Ampire XT Ampsimulation oder dem Redlight.

Sehr gut ausgestattet ist ebenfalls die Metering-Abteilung, die neben einem gut arbeitenden Stimmgerät mit Spectrum Analyzer, Goniometer und Korrelationsgradmesser bestückt ist. Alle Plug-ins arbeiten ebenfalls mit einer Auflösung von 64 Bit, was vor allem den Dynamics und EQs zu Gute kommt.

Außerdem versteht es Studio One 2 unter OS X, mit Apple Loops und deren Vorteilen umzugehen, ganz so wie Logic oder Garage Band.

Soundbeispiele
Im folgenden möchte ich einen Drummix in Studio One 2 mit den Presonus Plug-ins demonstrieren. Erst mal alle Spuren einfach aufgezogen.

[audio:http://apfelwahn.de/heiko/files/2011/11/SOne_Drums12.mp3|titles=SOne_Drums1(2)]

Machen wir uns zunächst an die Bearbeitung der Bass Drum.
Die klingt im Moment noch so.

[audio:http://apfelwahn.de/heiko/files/2011/11/SOne_Drums2_BassDrumnatur.mp3|titles=SOne_Drums2_BassDrumnatur]

Diese wird im ersten Schritt mit dem Gate gesäubert, mit dem parametrischen EQ bearbeitet und dann komprimiert.

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Die Snare bearbeite ich mit Expander, dann ebenfalls mit EQ und Compressor.

[audio:http://apfelwahn.de/heiko/files/2011/11/SOne_Drums5_SnareNAtur.mp3|titles=SOne_Drums5_SnareNAtur]

Nun geht es an die HiHat.

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Die Toms bekommen werden wieder gegatet und EQued.

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Die Overheads „entrumple“ ich mit dem Filter aus dem Channel Strip.

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Den Drummix route ich auf einen Bus, bei dem ich den Limiter im Insert öffne. Nun hören sich die oben vorgestellten Einzelspuren im Mix so an.

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Dem ganzen Set gebe ich einen Raum aus dem Room Verb mit.

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Um die Snare etwas herauszuarbeiten, bekommt diese ebenfalls einen etwas spektakuläreren Hall spendiert.
Die Reverbeffekte kommen aus dem Room Reverb, den neuen Faltungshall Open Air hören wir uns später an.
Im Mix klingt unser Drum Kit nun so.

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Komplett neu überarbeitet wurde in Studio One 2 auch der Ampmodeller Ampire, der nun das Suffix XT im Namen führt.

Neu hinzugekommen ist nun das virtuelle Pedalboard sowie ausgefeiltere Einstellungsmöglichkeiten für die virtuellen Mikrofone und Cabinets.

Die Ampauswahl bedient natürlich die Klassiker der Rockgeschichte und deckt von Fender über Vox und Marshall bis zum Mesa/Boogie so ziemlich alle klanglichen Variationen im Angebot, die man brauchen kann, diese sind in 13 Ampmodellen und 10 Lautsprecherboxen abgebildet.
Zusätzlich haben wir noch einen ampgegigen Bassamp und den rotzigen Legacy Amp mit an Bord.

Deshalb ist auch hearing hier believing.

Fangen wir mit einer cleanen Fender-Simulation an.

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Zum Vergleich einer cleaner britischer Amp aus der alten Hiwatt/Marshall-Schule.

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Hier der Legacy Amp, ebenfalls clean.

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Voxig/Dumblig ist der Boutique-Amp
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Klassisch britischer Crunch.

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Der Legacy Amp mit mehr Drive.

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Und ein verzerrter virtueller Boogie.

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Ein crunchiger 7ender.

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Hier gebe ich etwas Modulation und Stereo Panner vom Pedalboard hinzu.

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Und hier das Tremolo aus der Stompbox vom Pedalboard.

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Hören wir noch mal bei einem vintagigen Vox-Sound rein.

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Und hier ein verzerrter High Gain Marshall.

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Noch was vergessen? Klar, die Bassisten.

Clean klingt es so.

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Aber auch angezerrt lässt sich der Bass Amp aus dem Ampire XT sehr gut einsetzen.

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Natürlich bietet Ampire XT nicht den ganzen Funktionsumfang wie die Spezialisten Guitar Rig oder Amplitube, klingt dafür aber in der Auswahl der Sounds sehr fein und ist nicht nur was für Behelfsgitarristen, die ab und an mal einen Amp brauchen, sondern lässt sich im gegebenen Rahmen neben den Platzhirschen einsetzen.

Den Faltungshall Open Air hatte ich ja bereits erwähnt, hier nun einige Soundbeispiele aus der Standardauswahl von Presonus, die sich als Soundset herunterladen lassen.

Als Schallquelle muss eine Akustikgitarre herhalten.
Zunächst ein dezenter Ambience-Reverb.

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Hier nun ein Chamber Reverb, mit eher kurzem Nachhall.

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Ein mittellanger Hall-Reverb.

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Eher im Bereich Spezialeffekte agiert der Echo Verb.

[audio:http://apfelwahn.de/heiko/files/2011/11/SOne_Akustik_OpenAir_Echo_Verb.mp3|titles=SOne_Akustik_OpenAir_Echo_Verb]

Und hier der Large Guitar Room.

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Natürlich gibt es auch Impulsantworten von Effektegerätklassikern, hier z.B. vom Lexicon PCM 60.

[audio:http://apfelwahn.de/heiko/files/2011/11/SOne_Akustik_PCM60Room.mp3|titles=SOne_Akustik_PCM60Room]

Mit dem neuen IR Maker Utility-Plug-in kann man die eigenen Impulsantworten für den Einsatz mit Openair und mit der Lautsprechersektion von Ampire XT capturen. So lässt sich jede Rauminformation in Studio One 2 integrieren.

Neben der umfangreichen Auswahl an Effekten beinhaltet Studio One 2 auch eine kleine Auswahl an virtuellen Instrumenten. Unter anderem findet sich hier der Impact Drumsampler, ein padbasiertes Groovetool. Daneben bekommt man mit SampleOne und Presence weitere Sampler, wobei der SampleOne mehr Bearbeitungsmöglichkeiten bietet, während Presence mehr in Richtung Sampleplayer geht und SoundFonts einlesen kann.
Mojito dagegen ist ein subtraktiver Synthesizer, der für raunzige Bässe prädestiniert ist.

Soundqualität
Studio One ist kompromisslos auf Soundqualität optimiert und spielt die stärken seiner Audio Engine voll aus.

Das Mischen wird unterstützt durch die interne Auflösung von 64 Bit, die es ermöglicht, ziemlich heiß und mit richtig Pegel zu mischen. Als ich das erste Mal Files in Studio One Pro importierte, hatte ich auch gleich ein Aha-Erlebnis, klang doch alles erstmal ungewöhnlich ehrlich … sogar so ehrlich, dass mir Verbesserungsmöglichkeiten an meinem Recording Frontend deutlich wurden. Die Aufnahmen gelingen sehr gut und auch die integrierten Effekte wissen zu gefallen. Gerade die Compressoren und Halleffekte müssen sich hinter anderen virtuellen Effekten nicht verstecken.

So hat man auch kreative Features in einige Effekte integriert. Hier fallen mir zum Beispiel das XTrem oder auch das Roomverb oder Open Air positiv auf.

Kommen wir zur Gretchenfrage: Braucht die Welt noch eine DAW? Ja, wenn’s Studio One 2 ist. Wer neu im Recordingbereich und auf der Suche nach einer praxistauglichen Lösung ist, sollte sich Studio One 2 auf jeden Fall genauer ansehe
Auch wer keine Erfahrung mit DAWs hat, findet schnell den Zugang zu der Software.

Fazit:
Studio One ist schlüssig in der Konzeption und mit rotem Faden durchprogrammiert. Dabei liegt der Fokus ganz klar auf einfacher und stringenter Bedienung. Hat man vorher schon mit einer DAW eines anderen Herstellers gearbeitet, findet man viele Strukturen und Abläufe wieder, so dass man niemals ganz verloren ist. Vielmehr schafft man es auch erst mal ohne Manual zurechtzukommen, dieses braucht man eher dann, wenn man wirklich tiefer in die Materie einsteigen will.
Die Soundqualität ist überzeugend. Hier spielt Studio One Pro schon ganz vorne mit. Die integrierten Effekte klingen durch die Bank sehr gut und sind praxistauglich.
Vor zwei Jahren war ich gegenüber nicht ganz ohne Vorbehalte, schließlich war der DAW-Markt schon zu voll und Studio One noch am Anfang. Hier hat sich aber einiges getan, und was mir besonders an Presonus gefällt: die Leute dort fragen ihre User, setzten deren Vorschläge um und halten die Entwicklung transparent. Gerade für professionelle Nutzer ist dies wichtig, schließlich möchte man gerne wissen, wann Updates nachgeliefert werden und was diese bringen und sich nicht über die Geheimniskrämerei so manch anderen Anbieters den Kopf zu verbrechen. Dafür gibt es nun auch den Redaktionstipp. Weiter so Presonus!

Heiko Wallauer

Systemanforderungen Mac OS X
▪ Mac OS X 10.6.8 oder besser
▪ Intel® Core™ Duo processor
▪ 2 GB RAM
▪ Internetverbindung
▪ DVD-Laufwerk
Empfohlen
▪ Intel Core 2 Duo or Intel Xeon® processor or better
▪ 4 GB RAM
Systemanforderungen Windows
▪ Windows XP, Windows Vista oder Windows 7
▪ Intel Core Duo or AMD Athlon® X2 processor
▪ 2 GB RAM
▪ Internetverbindung
▪ DVD-Laufwerk
Empfohlen
▪ Intel Core 2 Quad or AMD Athlon X4 or better
▪ 4 GB RAM

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