Test: Native Instruments Passive EQ

Willkommen zum dritten Teil unsrer Premium Tube Series-Testreihe, den Edelsoundtools von Native Instruments, in der wir den Native Instruments Passive EQ vorstellen möchten. Beim Native Instruments Passive EQ handelt es sich um einen high-endigen passiv aufgebauten EQ, der wieder von Native Instruments in Zusammenarbeit mit Softube etwickelt wurde.


Der Native Instruments Passive EQ simuliert den transparenten und warmen Klang eines High-End Röhren-Equalizers. Seine musikalische Ausrichtung, auch bei extremen Einstellungen, macht in somit zum Allzweck-EQ für eine breite Palette von Produktions-Aufgaben. Er ist also nicht nur ein EQ für die Summen- und Bussbearbeitung oder zum Mastering, sondern macht auch im Channel-Insert einen ausgzeichneten Job.
Als Besonderheit lässt sich der Native Instruments Passive EQ entweder im Stereo-Modus oder im Mid / Side-Modus verwenden was sich über den Schalter an der Oberseite des User-Interfaces vorwählen lässt.
Nach der Matrizierung in M und S werden nicht, wie konventionell, rechter und linker Kanal bearbeitet, sondern Mitten (Summen)- und Seitensignal (Differenzsignal). Dies erfordert eine etwas andere herangehensweise, die sich aber durchaus erlernen lässt.

Installation und Authorisation
Der Download ist mit wenigen MB ziemlich kompakt und schnell erledigt, das Plugin läuft plattformübergreifend unter OS X und Windows als Audio Unit, VST, RTAS und AAX unter jedem zur Verfügung stehenden Plugin-Host.
Autorisiert wird wieder über das NI Service Center, dazu startet man das Plugin in der DAW und klickt dann den Activate Button. Automatisch öffnet sich (Internetzugang vorausgesetzt) das NI Service Center und nach Eingabe der Seriennummer.

Interface
Beim Native Instruments Passive EQ handelt es sich um einen 4-Band vollpararmetrischen EQ mit Lowpass- und Highpass-Filtern.
In der Mitte liegt die Zentrale, mit der man den EQ entweder im Stereo- oder M/S-Modus arbetien lassen kann.

Gain: Hiermit pegelt man das Signal für den Passive EQ ein. Der Native Instruments Passive EQ arbeitet in einem Bereich -6 dB bis +4 dB.

LP: regelt sowohl die Cutoff-Frequenz und die Flankensteilheit des Tiefpassfilters. Dies kann verwendet werden, um hohe Frequenzen härter als nur mit einem EQ-Band zu entfernen.

HP: regelt die Cutoff-Frequenz des Highpass-Filters. Die Flankensteilheit der Filter bleibt bei rund 18dB/Oktave statisch, unabhängig von der Frequenz-Einstellung.

Mit Link lassen sich die Einstellungen für beide Kanäle zusammenlegen.

Jeder Kanal verfügt über 4 EQ-Bänder mit ähnlichen Regelmöglichkeiten.

Boost / Cut: Hiermit lässt sich die Amplitudenrichtung des EQ-Band verändern. Im Cut-Modus, wird der Pegel des EQ-Bands beschnitten, während sich im Boost-Mode das Niveau des EQ-Bandes erhöht.
Der Regelbereich liegt bei etwa +/- 20dB in beiden Modi.

Bandwidth: steuert die Güte um die Centerfrequnez oder die Flankensteilheit des EQ-Filters, je nach Band-Modus.

Band Mode: wird verwendet, um zwischen einem Shelf- und Bell EQ im EQ-Band zu wechseln. Natürlich arbeitet der Bandmode abhängig vom Frequenzbereich entweder als Low-Shelf oder als High-Shelf.

Frequency: Legt die Centerfrequenz des EQ-Bands fest. Der Frequenzbereich dieses Reglers hängt natürlich vom exakten EQ-Band ab, in dem man arbeitet.

Link: dieser Button spiegelt die Einstellungen des eines Kanals auf den verknüpften gegenüberliegenden Kanal. Wenn er inaktiv ist, arbeiten die beiden EQ-Kanäle unabhängig.

Soundbeispiele
Hören wir mal in einen unebarbeiteten Mix rein.
[audio:https://www.straycatstrat.de/wp-content/uploads/2012/10/Mix-Bypass.mp3|titles=Mix Bypass]

Nun holen wir die Frequenzen um 100 Hz nach vorne, beschneiden etwas die harten Tiefmitten bei 360 Hz und geben etwas Brillianz bei 1KHz zu.
[audio:https://www.cityguidefordogs.de/wp-content/uploads/2012/10/Mix-100Hz-Boost-360-Hz-Cut-1Khz-boost.mp3]

Auch ein klassischer Loudness-Effekt lässt sich mit dem Native Instruments Passive EQ realisieren.
[audio:https://www.cityguidefordogs.de/wp-content/uploads/2012/10/Mix-Loudness.mp3|titles=Mix Loudness]

Boostet man bei 16 KHz, erhält der Mix ein edles Höhenschimmern.
[audio:https://www.straycatstrat.de/wp-content/uploads/2012/10/Mix-16-Khz-Boost.mp3|titles=Mix 16 Khz Boost]

Fazit
Mit 169 Euro ist der Native Instruments Passive EQ zwar das teuerste Plugin im Premium Tube Series-Dreigestirn, ob der gebotenen Leistung ist der aufgerufene Preis aber als geradezu günstig anzusehen.
Durch die vollparamterischen Filter ergeben sich unzählige Anwedungsmöglichkeiten und durch die M/S-Option wir der Native Instruments Passive EQ zurm Mastering-Tool par excellence. Auch wie beim Enhanced EQ haben es Native Instruments und Softube es geschafft einen edlen, intuitiven und innovativen EQ als Plugin zu programmieren.

Heiko Wallauer

Systemanforderungen
KOMPLETE Effekt
Jeder Host / DAW als Plug-In in den Formaten AU, VST, RTAS, AAX.
Mac OS X 10.6 or 10.7 (neuestes Update), Intel Core Duo, 2 GB RAM
Windows 7 (neuestes Service Pack, 32/64 Bit), Intel Core Duo oder AMD Athlon 64 X2, 2 GB RAM

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