Test: Native Instruments Guitar Rig 5

Native Instruments Guitar Rig 5
Mit Guitar Rig 5 stellen die Berliner Softwarespezialisten Native Instruments eine komplett runderneuerte Version ihres Amp-Plug-ins vor. Mit dem Slogan „Perfect Custom Tone“ trifft man es schon sehr gut auf den Punkt, denn Guitar Rig 5 bietet neben netten neuen Amps und Effekten einige Überraschungen unter der Haube -wie  das  neue, erweiterte Control Room-Feature, welches das virtuelle Gitarrenstudio auf ein neues Level bringt.

Amps & Effekte


Die Guitar Rig-Klassiker, die man schon aus der 4er-Version kannte und schätzen gelernt hat, sind alle wieder mit an Bord, aber zusätzlich bietet die 5er-Version noch zwei neue Amp-Modelle. Native Instruments Guitar Rig 5 setzt mehr auf Klasse denn auf Masse, und so gibt es längst nicht den Varianten-Overkill anderer Modelling-Programme, was unser Test zeigen soll.

Gratifier und Ultrasonic aus Native Instrument Guitar Rig 5 bedienen die Abteilung „moderner Highgain-Amp“, während Plex und Lead 800 was für die britische Rockabteilung ist.

Gratifier

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Ultrasonic

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Plex

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Lead800

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Britisch bleibt es auch mit High White und Citrus, beides Amp-Modelle mit mächtig virtuellem Headroom.

High White

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Citrus

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Vor allem mit dem High White bekommt man den klassischen Sound von David Gilmour hin, Guitar Rig hat alles an Bord, um richitg gilmourish zu klingen.

Der AC Box gehört für mich zu den besten gemodelten AC30-Clones auf dem Markt, da hat man sich bei NI eines der besten Vorbilder gegriffen.

AC Box

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Twang Reverb, Tweedman und Tweed Delight bedienen die kalifornische Fender-Abteilung wobei die beiden Tweed-Modelle sich sehr gut für Sounds zwischen Clean und Crunch eignen, der Twang Reverb ist dagegen um einiges flexibler und kann sowohl cleane Surf-Sounds, crunchige Rhythmusgitarren wie auch rauchige Blues-Soli liefern.

Twang Reverb

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Tweedman

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Tweed Delight

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Der Jazz Amp kommt aus der Roland JC 120-Ecke, ein Transistor-Amp, der heute getrost auch als Klassiker durchgeht. Das weniger wegen seines Zerrsounds, denn der war gelinde gesagt grausam (der Roland war mein erster Gitarren-Amp). Der Cleansound hatte aber was, warm und klar. Nicht so sparkling wie bei Fender, aber durchaus mit einer wohl tönenden Note. Der eingebaute Chorus tat da sein übriges.

Jazz Amp

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Jump, wie erinnern uns:
1984, Van Halen, Brown Sound und so. Ein wichtiger Bestandteil von Eddie Van Halens Sound war auf den ersten Alben ein 1960 SLP Plexi Head, den er auf seine eigenen Bedürfnisse hin getunt hatte. In Kombination mit seiner Frankenstrat und seinen spielerischen Fähigkeiten resultierte hieraus der berühmte Brown Sound, der Songs wie Ain’t talking ‚bout love, Hot for the teacher oder Panama den typischen Sound aufdrückte. Diesem Klangideal fühlt sich nun der NI Jump verpflichtet, liefert er doch erstklassige 80er-Jahre Hard Rock-Sounds, und auch wenn die Zeiten von Spandexhosen und neonfabenen Gitarren ganz offensichtlich vorbei sind, der Sound hat anscheinend wieder Konjunktur.  Im Vergleich mit dem Lead 800 klingt der Jump etwas weniger bissig und im Detail runder, mit weniger Ecken und mehr Dynamik.

Jump

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In Guitar Rig 5 ist nun auch ein zweiter Van Halen Amp mit dadbei, der Van 51, eine Emulation des Peavey 5150.

Als Eddie sein geliebtes Marshall-Top zu unzuverlässig wurde, ließ er sich von Peavey einen Signature Amp auf den Leib schneidern, der genau die klanglichen Anforderungen von Mr. Van Halen auf den Punkt bringt, ein richtiges High Gain Monster. Doch der Amp hatte so viel Gain Reserven, dass er eben nicht nur die Hardrocker anspricht, sondern auch von Death Metal-Bands wie In Flames haben den 5150 auf die Bühne gestellt wurde.
Und auch der Van 51 freut sich über Drop Tunings und böse Riffs.

Van 51

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Der Hot Plex liegt vom Sound her zwischen Plex und Jump und bedient eher klassische Soundwünsche, welche sich am Plexi orientieren, aber mehr Gainreserven bieten. Der Hot Plex kommt sehr gut mit Single Coil-bestückten Gitarren, er wirkt wie ein Turbo für die Kombination Strat/Tele und Plexi. Aber auch mit Humbuckern kann der Hot Plex sehr gut, auch wenn der Sound etwas komprimierter aus den Lautsprechern kommt.

Hot Plex

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Der Cool Plex ist ein Amp der den klassischen cleanen Plexi-Ton trifft. Strat, Cool Plex,clean und gut. Der Cool Plex geht für Funk, Blues oder sogar Country. Schön deshalb, dass Native Instruments nicht nur an Bratgitarren denkt, sondern auch immer wieder subtilere Sounds im Ohr hat.

Cool Plex

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Neu ist nun ebenfalls ein weiterer Gain-Bolide, der Hot Solo+, ein Clone des Soldano SLO. Der Hot Solo+ ist eine Remineszenz an  klassische Handwired Röhrenverstärker und steht für dynamischen, übersteuerten Ton, für ausdrucksstarke Soli  und tief grollende Riffs. Aber am besten kommt er mit einer Edel-Strat, und Luke lässt grüßen.

Hot Solo+

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Schon die Vorgängerversionen von Guitar Rig 4 waren effektseitig sehr gut ausgestattet, gerade in Sachen Distortion/Overdrive, Delays und Modualtionseffekten blieben kaum Wünsche offen. Hier findet man Simulationen der großen Klassiker, sei es nun von Ibanez, Electro Harmonix oder Boss.

Egal ob man nun den Tubescreamer, Boss DS-1, den britischen Treble Booster oder einen Rat-Clone sucht, in der Distortion-Abteilung wird man fündig.

Die Modualtionseffekte liefern viele EH-Klassiker, wie auch den MXR Phaser oder den guten Boss Oktaver. Ebenfalls findet man eine Simulation des Digitech Whammy-Pedals, das im Zusammenspiel mit dem Expressionpedal von RigKontrol interessante Effekte ermöglicht.

WahWahs findet man vier Stück, wie auch Autowah, Shelving EQ, parametrischen EQ, grafischen EQ und den Pro-Filter.

Ebenfalls findet man eine gute Auswahl an Volume Pedal, Limiter, Noise Gate, Noise Reduction, Stomp Compressor und Tube Compressor.

Bei den Reverbs finden sich typische Vertreter wie  Spring Reverb, Studio Reverb oder Tape Echo. Aber genauso stößt man hier auf den bekannten Delay Man oder das Psychedelay.

Das Twin Delay liefert  zwei Delay-Module mit jeweils gleichen Parametern und empfiehlt sich für spektakuläre Ping-Pong-Effekte und macht Solos so richtig schön groß.

Das Grain Delay kann man sowohl als subtilen Dickmacher einsetzen, genauso wie auch als durchgedrehte Verzögerungseinheit mit Reverse- und Freezefunktion.

Das Octaverb ist an die Hallklassiker der 80er angelehnt, die auf Basis von Algorithmen Räume simuliert haben und bietet derer acht Grundtypen.

Das Iceverb überzeugt hingegen durch frostigen Sound, den man gerne dazu nutzen kann, Klänge glasiger und zerbrechlicher zu gestalten, was sich im Mix gut durchsetzt.

Als ob dies aber noch nicht genug wäre kommt Guitar Rig 5 mit sechs neuen Effekteinheiten.

The Fast Comp bringt frischen Wind in die Dynamikabteilung, denn er kann schnell zupacken, mit einer Attackzeit von 1ms bis 10 ms. Damit sind wir schon eher in der Limitingabteilung.
Am besten gefiel mir der Fast Comp auf transientenreichen, cleanen Gitarren, z.B. knackige Funkriffs verhilft man so zu dem nötogen Durchsetzungsfähigkeit im Mix.
Der Resochord verwendet sechs Kammfilter, um eingehenden Tönen neue Frequenzanteile zuzmischen. Er eignet sich daher eher für Singlenotes und ist bestimmt kein Allerweltstool, weiß aber Akzente zu setzen. Abgefahrene Sci-Fi-mäßige Modualtionseffekte sind kein Problem.
Resochord
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Ergänzend hierzu kann man die Filterbank sehen, die Filterbank sehen, die mit ihrem  acht -band igen Filter Frequenzverschiebung,Frequenz- Stretching ermöglicht und auch nicht zu den Alltagseffekten gehört.
Filter Bank
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Der Stereotune sorgt mit künstlichen Phasenverschiebungen für einen bigger Sound, der fett die Stereobasis aufbohrt. In kleinen Dosen sehr brauchbar, jedoch sollte man aufpassen, dass man hier nicht in die Phasenfalle tappt, Denn was sich im Einzelsignal noch gut anhört, kann im Mix schnell zu Problemen führen und statt fett klingt die Klampfe dann hohl und dosig.
Stereo Tune
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Dann haben wir noch zwei neue Halleffekte mit dabei, deren grundsätzliche Ausrichtung nicht gegensätzlicher sein könnte:
Vintage Verb und Little Reflektor.
Klassische Plates und Federhall für Retro-Twang, immer mit Klasse und speziellem Vintage-Vibe. Eignet sich hervorragend für Blues, Surf, Country und Rockabilly.
Vintage Verb
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Der Little Reflektor hingegen ist die kleine Version des Reflektor-Faltungshalls, der sich hier aber auf acht Impulsantworten beschränkt, was für einen einfachen Gitarrenhall aber durchaus ausreichend ist.
Little Reflektor
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Grundsätzlich setze ich für Country, Rockabilly & Co. eher das Vintage Verb ein  während cleane, jazzige Linien enorm vom Little Reflektor gewinnen.

Mit dem Control Room lassen sich die Pegel acht virtueller Mikrofonsignale und  deren Panning wie am richtigen Mischpult für eine Auswahl von Lautsprecherboxen einstellen.

Denn im Studio läuft es ja meist so: jemand rutscht im Aufnahmeraum so lange mit den Mikros vorm Lautsprecher rum, bis es Gitarrist, Engineer und Producer in der Regie gefällt. Macht man dies mit mehreren Mikrofonen. läuft man durchaus Gefahr, dass man sich Phasenprobleme einfängt, welche sich mit Zunahme der Mikrofone exponentiell steigern können.

Statt der gewünschten Gitarrenwand erhält man dann eher einen hohlen Sound aus der Dose. Diese Falltür ist beim Guitar Rig Control Room natürlich schon von vorne weg gesichert, so dass man sich keine Sorgen machen muss. Die Signale haben von Haus aus schon die richtige Phasenlage zueinander.

Zunächst haben wir in Guitar Rig 5 den Control Room, wie wir Ihn kennen: Mit den acht Kanälen lassen sich wirklich sehr effizient und ohne großen Zeitaufwand Sounds individuell gestalten. Mit den unterschiedlich simulierten Mikrofontypen kann man auch sehr schnell hören, wer mit wem kann und wer nicht. Wie auf dem echten Mischpult lassen sich die Kanäle auch muten oder Solo schalten, so dass man schnell einzelne Signale einzeln vorhören kann. Als ob dies noch nicht genug wäre, stehen im Control Room unterschiedliche Cabinets zur Auswahl: zwei Vintage-orientierte 4x12er britischer Natur, eine moderne 4x12er, eine amerikanische 2x12er und dann noch 2 britische 2x12er.

Auch wenn das folgende Video noch aus meinem Guitar Rig 4 Test stammt, die Arbeitsweise des „normalen“ Control Rooms funktioniert auch in Guitar Rig 5 noch nach dem gleichen Prinzip.

In der erweiterten Conrol Room Pro-Version von Guitar Rig 5 lässt sich jedem der acht Kanäle eine jeweils eigene Lautsprecherbox mit samt Mikrofon zuweisen, welches sich dann auf Cap, Cap Edge oder Cone  positionieren lässt. weiterhin lässt sich Phasenlage und Raumanteil beeinflussen und wenn man alles beisammen hat, lässt sich einfach zur Mixer-Ansicht wechslenSoundgourmet, was willst Du mehr?

In der Tat, dass ist eine Menge Holz, mag man nun denken. Schwierig, da denn Überblick zu bhelaten, vor allem, wenn man Guitar Rig 5 nicht nur im Studio sondern auch als Performance-Tool für Live-Anwendungen einsetzt.
Im Struktur und Übersicht zu schaffen, hat Guitar Rig 5 nun aber das Container-Modul implementiert.
Dessen Funktion ist dann auch schnell erklärt.
Wie einem Switching System lassen sich im Container Amps, Effekte und Cabinets zusammenfassen. Nun ist es möglich, z.B. über einen Controller-Button verschiedene Effektparameter gleichzeitig zu kontrollieren, oder Kombinationen von Effekten zu- und abzuschalten oder logische Funktionen zu kombinieren.
Erinnert mich etwas an die guten alten 80er und an Switching Systeme von Bradshaw und Co. nur eben jetzt im Rechner.
Auf jeden Fall eine schöne Sache!

Rig Kontrol
Natürlich unterstützt auch die aktuelle Auflage von Guitar Rig die hauseigene Rig Kontrol, die Controller und Audiointerface in einem ist.

Mit der RigKontrol erhält man einen  perfekt abgestimmten Floorcontroller/Audiointerface, welches ebenso massiv wie übersichtlich den Bühnenstrapazen trotzen kann. Und im heimischen Musikzimmer macht das Teil sowieso eine gute Figur. Dabei ist ein Einsatz „sowohl als auch“ möglich, soll heißen: man kann das Teil entweder als Audio-Interface und Controller verwenden oder eben nur als Bedieneinheit, wenn man schon in seiner Studioumgebung über ein Audio-Interface verfügt.Der Anschluss der Rig Kontrol geschieht über USB2.0, über die Leitung laufen dann auch direkt Audio- und Controllerdaten. Auf der Oberseite finden sich acht Schalter, die über LEDs den Schaltungszustand visualisieren, sowie das Expressionpedal. Auf der Stirnseite findet man dann die Anschlüsse, die Rig Kontrol nutzt, um mit der Umwelt zu kommunizieren.


Im Detail bietet Rig Kontrol folgende Anschlussmöglichkeiten:

  • die USB2.0-Schnittstelle, welche Rig Kontrol mit dem Computer verbindet und so für den Datentransfer sorgt
  • zwei Eingänge, an die man entweder Line- oder Instrumentensignale anlegen kann
  • ebenfalls zwei Ausgänge
  • Headphone Out mit Pegelsteller
  • zwei Klinkenanschlüsse für weitere Pedale
  • Midi In und Midi Out

Wie heute Standard unterstützt das Audio-Interface Aufnahmen mit Sample Rates bis zu 192 KHz bei einer Wortbreite von 24 Bit.

Die Schalter 1-4 lassen sich frei einer Funktion zuweisen, so kann man z. B. Effekte ab- und zuschalten oder Verstärkerkanäle wechseln, sofern dies vom jeweiligen Modell unterstützt wird. Schalter 5 und 6 wechseln jeweils zum vorhergehenden oder zum nächsten Preset, während Schalter 7 das Stimmgerät aktiviert. Mit Schalter 8 lässt sich dann via Tap-Funktion das Tempo mit dem Fuß eingeben.


Das Expression-Pedal lässt sich sowohl für als Volume,- Wah-, oder Pitch-Pedal konfigurieren. Gerade mit dem Pitch Pedal-Effekt lassen sich so abgefahrene Gitarren- und Bass-Effekte ganz im Stil von Tom Morello oder Justin Chancellor generieren. Aber auch eine Pedalsteel Guitar kann man so, mit entsprechend dezenter Einstellung und Handhabung, nachbilden. Die Schalter machen einen robusten und langlebigen Eindruck, für die Tapfunktion vielleicht schon zu robust, denn hier muss man sich schon mit ganzer Kraft reinlegen, um genau zu tappen.

Weiterhin findet man noch Anzeigen für Ein- und Ausgangspegel sowie ein Zahlendisplay, welches die gerade geladene Presetnummer anzeigt.

Das Anschließen an den Rechner funktioniert ohne Probleme, bei der Standard-Installation von Guitar Rig werden die passenden Treiber gleich mitgeliefert. Unter Mac OS X taucht Rig Kontrol dann auch im Audio/Midi-Setup auf und kann in Guitar Rig ausgewählt werden.

Fazit

Mit Guitar Rig 5 bietet Native Instruments sowohl Neuneinsteigern wie  auch Updatewilligen 4er-Usern ein hochwertiges Plug-in an. Die neuen Ampmodelle bieten authentische Sounds im Guitar Rig-Kontext und komplettieren die Soundauswahl um willkommene Facetten. Dabei bleibt die Bedienung einfach wie intuitiv, genauso so wie es sich Gitarristen wünschen. Von allen Gitarrenampsimulationen hat Guitar Rig für mich das schlüssigste Bedienkonzept, das meinem Workflow entgegen kommt. Native Instruments setzt dabei auf stetige und konsequente Weiterentwicklung, was ich persönlich sehr schätze. Mit dem Van 51 und dem Hot Solo +  gibt man den Besitzer der Vorgängerversion auch Argumente für ein Update an die Hand, denn die beiden neuen Amps wissen durchaus zu gefallen. Der Van 51 überzeugt durch einen durchsetzungsstarken Sound, der zwar einige Gainreserven parat hält, aber diese trotzdem differenziert umsetzen kann. Der Hot Solo +  dagegen schließt die Lücke zwischen den klassischen Mrashalls und den neumetallischen Gainmonstern.

Die beiden neuen Reverbs und Effkete können ebenfalls überzeugen  und ergänzen das Spektrum an FX-Sounds um interessante Facetten.

Erstaunlich brauchbar finde ich die Werkssounds. Wer mit etwas Fantasie die Presetnamen interpretieren kann, findet so schnell passende Ausgangspunkte, die sich auf die eigenen Vorstellungen hin anpassen lassen. Sucht man also einen Brian Setzer-Sound nimmt man sich das Stray Dogs-Preset, das sich dann auf die eigenen Anforderungen tunen lässt.

Zwar betrübt es mich etwas, dass die Bassabteilung immer noch „nur“   einen Amp anbietet, jedoch hoffe ich in diesem Zusammenhang auf zukünftige Entwicklungen. Alles in allem ist und bleibt Guitar Rig 5 ein empfehlenswertes Tool für amtliche Gitarren- und Basssounds aus dem Rechner und somit fährt Guitar Rig 5 von mir unseren Redaktionstipp ein.

Heiko Wallauer

Systemvoraussetzungen Mac OS X
Mac OS X 10.6 oder 10.7
Intel Core Duo
2 GB RAM

Systemvoraussetzungen Windows
Windows 7 (32/64 Bit)
Intel Core Duo oder AMD Athlon 64
2 GB RAM

Preis:
Guitar Rig 5 Pro: 179 Euro
Update ab 69 Euro

Guitar Rig 5 Kontrol: 399 Euro

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