Test: Mannedesign Ventura R

Italienisches Design – da fallen einem zunächst mal Sportwagen und Alessi Eierbecher ein. Aber italiensiche Gitarren und Bässe? Nun mag man die italienischen Luhtier nicht sofort auf dem Zettel habe, aber Manne sind mit ihren außergewöhnlichen Gitarren und Bässen schon seit einigen Jahren recht rührig und bauen individuelle Instrumente jenseits der Designvorgaben von Leo und Les. Mit Mannedesign hat man auch eine Marke an Bord, die sich Globalissierungskonzepte zu Nutze macht und hochwertige Instrumente zu marktgerechten Preisen etabliert hat. Denn die Mannedesign Ventura R wird in Italien konzipiert und in Asien gebaut. Die Endkontrolle findet dann wieder in Europa statt.

Konstruktion
Die Mannedesign Ventura R hat einen Mahagonie-Korpus, der mit einer geflammten Ahorndecke versehen ist. Die Ahorndecke hat aber eher Funierstärke, so dass hier eher optische Gründe für deren Einsatz sprechen, als klangliche Aspekte.
Die Mannedesign Ventura R ist in einem See-Through-Black Finish gehalten, welches die Maserung der Decke sehr schon zur Geltung bringt.

Die Hardware ist komplett in schwarz gehalten, die Mannedesign Ventura R verfügt über eine feste Brücke, als Tune-O-Matic/Stoptail Piece-Kombination ausgeführt.

Die Kopfplatte ist ebenfalls mit einem Flamed Maple-Funier versehen, was zum homogenen Gesamteindruck beiträgt.
Die sechs Mechaniken laufen sauber und bieten ein exzellentes Übersetzungsverhältnis, so dass man ohne großes Kurbeln die richtige Stimmung findet. Die Mannedesign Ventura R zeigt sich auch als sehr stimmstabile Gitarre, die man nicht so leicht aus der gleichen bekommt.

Der Hals ist mit der Manne-typischen Verbindung verschraubt. Durch die weitausladenden Cutaways des Koprus und dem konturierten Hals/Koprus-Übergang ergibt sich eine ergonomische Verbindung, durch die sich alle 24 Jumbobünde ohne Probleme vom ersten bis zum letzten Bund bespielen lassen.
Auf dem Ahornhals ist ein Rosewoodgriffbrett aufgeleimt, welches ein angenehmes Spielgefühl vermittelt.
Die 24 Jumbobünde sind darüber hinaus exzellent abgerichtet, keine Gefahr also, sich die Finger auszuschlitzen.

Die Mannedesign ist mit zwei Humbuckern ausgestattet, die über einen Master-Volume und einen Master-Tone-Poti geregelt werden. Zur Anwahl steht ein 3-Way-Toggle-Switch zur Verfügung. Über eine Split-Option, die die Humbucker auf Single Coil schaltet, wurde hier verzichtet.
Aber auch so liefern die beiden Manne-Humbucker genügend Soundoptionen und reagieren feinfühlig auf den Anschlag des Gitarristen.

Zum einen liefern die Humbucker straffe Distortionsounds, ohne zu matschen.
Auch in hohen Gainstellungen bringt der Steghumbucker knochentrockene Riffs, der Halskollege singt wahrlich und bietet sich für dicke Leadlines an.

Aber auch im Cleanbetrieb können die beiden Tonabnehmer überzeugen.
Der Halshumbucker bietet sich hier für jazzig/bluesige Cleansounds an, überzeugt aber auch mit Chorus und Delay mit fetten Dream Theater-mäßigen Cleansounds.

Der Steghumbucker liefert Clean schönen Twanganteil ohne zu ätzen.
Beide Humbucker zusammen bieten clean funkig/stratige Klangvarianten an, die sich für Pickings und Balladeskes anbieten.

Soundbeispiele:
Steghumbucker verzerrt
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Steghumbucker/Halshumbucker verzerrt
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Halshumbucker verzerrt
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Steghumbucker clean
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Stegumbucker/Halshumbucker clean
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Halshumbucker clean
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Fazit
Die Mannedesign Ventura R ist eine außergewöhnliche und individuelle Gitarre. Mit ihrem Design spielt sie sich wie ein Sportwagen aus Modena und hinterlässt einen überaus positiven Gesamteindruck.
Manne zeigen mit der Ventura, dass es auch gitarristische Optionen abseits der bekannten Modellvarianten von Strat, Les Paul und Tele gibt, man muss es eben nur wagen.

Die Verarbeitung sowie die von Manne verbaute Hardware ist nur als hochwertig zu bezeichnen, und auch die hauseigenen Manne-Pickups konnten mich im Test mit ihren klanglichen Optionen überzeugen.

Heiko Wallauer

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