Test: Kodak Playsport

Sommer, und alle sind draussen –  egal ob  beim Lauftraining oder Marathon, auf/im Wasser oder auf dem Mountainbike. Und wer den Sport in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten stellt, hat in der Regel auch anders gelagerte Ansprüche an die Ausrüstung, egal ob Schuhe oder Videokamera. All diejenigen werden jetzt von Kodak mit der Playsport Videokamera bedacht, die aktionsreiche Videos mit Full HD-Auflösung verspricht.


Klein und handlich  soll’s sein, außerdem robust und am besten noch (Spritz-)Wassergeschützt.  Außerdem wäre es noch schön, wenn Staub und Sand der Elektronik nicht gleich den Gar aus machen. Für alle diese Anforderungen scheint die Kodak Playsport der ideale Partner zu sein.

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Bei dieser Kamera handelt es sich um einen kompakten Camcorder, etwa von der Größe eines iPhones, der Videos mit einer Auflösung bis zu 1080p und Fotos bis 5 Megapixel aufnimmt. Zum Lieferumfang gehört die Kamera, Akku plus Ladegerät, ein HDMI- und ein herkömmliches analoges AV-Kabel, eine gedruckte Bedienungsanleitung sowie ein Softwarepaket, welches aber nur unter Windows nutzbar ist.

Die äußere Anmutung kann auf jeden Fall schon mal gefallen:  Das Gehäuse, obwohl aus Polycarbonat-Kunststoff, macht einen überaus stabilen und wertigen  Eindruck. Es ist in verschiedenen Farbvarianten erhältlich, ich habe die Version, bei der die Objektivseite Holzkohlefarben und die Displayseite weiß ist.

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Alle Bedienelemente und Taster vermitteln, dass die Kamera schon was wegstecken kann.  Auf der Rückseite (oder Vorderseite, je nachdem, wie man es nimmt)  befindet sich das Objektiv, sonst weiter nichts. Die andere Seite beherbergt das 2 Zoll große Display, dazu ein Navigationsfeld sowie die Buttons für Record, Play, Menü und Delete.
Alle Anschlüsse wie Cardslot für SDHC-Karten, USB oder HDMI befinden sich hinter dichten Klappen,  damit keine Feuchtigkeit oder Schmutz eindringen kann.

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Auch wenn es sich bei der Playsport um einen Plastikbomber handelt, macht sich doch einen überaus stabilen Eindruck und gefällt mir somit erst mal besser als manch anderer kleiner Camcorder, dem ich nicht so ohne weiteres einen Sturz vom Mountainbike oder Stativ zutrauen würde.

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Kodak verspricht ebenfalls, das man mit der  Playsport bis zu 3 Meter unter Wasser gehen kann, was zwar nicht für ausgewiesene Tauchgänge genügt, für entspannte Schnorcheltouren aber durchaus ausreichen sollte.
Auf der schlanken Unterseite findet man noch das Gewinde, um die Playsport auf einem Stativ zu montieren, was durchaus bei längeren Sequenzen angesagt ist, da auf Grund des Gehäusedesigns ermüdungsfreies Halten der Kamera sehr schwer wird.

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Technische Werte:

Die Playsport kann mit folgenden Auflösungen aufzeichnen:
720p mit 30 fps,
720p mit 60 fps,
1080p mit 30 fps und
848 x 480 mit 30 fps
sowie Fotos mit 5 Megapixeln.

Das Objektiv  arbeitet mit einer Festbrennweite von 5,54 mm, was umgerechnet  Werte von 48mm bei der 1080p-Auflösung sowie 36mm bei allen anderen Auflösungen liefert.
Als Sensor kommt ein 1/2,5″-CMOS-Sensor zum Einsatz und bei  einer so flachen Flunder darf es nicht verwundern, wenn der 4-fach Zoom und Bildstabilisator digital sind.
Um klar  zu fokusieren braucht die Playsport  einen Abstand von etwa einem Meter zum Objekt, ansonsten werden die Bilder unscharf und schmierig.
Das Mikrofon arbeitet strikt mono, was ich aber für den angepeilten Einsatzbereich der Playsport als nicht wirklich störend empfinde. Wichtiger ist, dass das Mikrofon geschützt gegen Windgeräusche ist, und da schlägt sich die Kodak eigentlich ganz gut im Vergleich zu anderen Kameras mit integrierten Schallwandlern.

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Die Dateien aus der Playsport finden ihren Weg im .mov-Format mit H.264-Komprimierung auf die SDHC-Karte.

Bedienung:

Durch die übersichtliche Oberfläche und durchdachte Menüführung kann man sich in der Regel den Blick ins Manual sparen, wenn man schon Erfahrungen mit anderen Camcordern sammeln konnte. Aber auch Video-Anfängern wird der Einstieg leicht gemacht. Zugegeben, was Aufnahme-Optionen betrifft ist die Kodak Playsport natürlich sehr festgelegt, dafür wird der Nutzer aber nicht verwirrt und abgelenkt. Wenn man also weiß, was man mit der Playsport anstellen kann, ist alles im grünen Bereich.

Bildqualität:

Die Bildqualität der Playsport finde ich im Vergleich zu anderen Geräten der Kompaktklasse durchaus gelungen und überzeugend. Die Bilder wirken natürlich und homogen. Farbe, Schärfe und Kontrast sind bei guten Lichtverhältnissen auf ausgeglichenem Niveau. Lediglich bei diffusem (Kunst-) Licht und eher ungünsitgen Verhältnissen knickt die Playsport ein, was dem recht kleinen Objektiv geschuldet sein dürfte.

Beispielvideos:

Hier nehme ich die Playsport mit auf eine kleine Ausfahrt, um zu demonstrieren, wie die Kamera auf Erschütterungen, wechselndes Licht, Schlaglöcher Geschwindigkeitsänderungen und Unebenheiten reagiert.

Der Unterwassertest muss natürlich noch sein:

Auch Details wie die Wassertropfen auf dem Tisch, die Kerzen und das Rotweinglas werden noch sauber abgebildet. Positiv überraschen mich aud die “Abtrockeneigenschaften” der Kamera, denn kaum nimmt man sie aus dem Wasser, ist sie auch schon wieder trocken.

Fazit:

Das Design, welches eher an ein Smartphone erinnert, ist natürlich praktisch, um die Playsport in der Hosentasche oder Sporttasche zu transportieren. Leider ist es aber schwer, ermüdungsfrei längere Sequenzen zu filmen. Irgendwann fängt die Hand an zu krampfen und zu zittern. Hier ist dann auf jeden Fall die Verwendung eines Stativs angebracht.
Die Kodak Playsport ist eine durchdachte kleine Kamera, die vor allem diejenigen Nutzer ansprechen wird, die auf möglichst kompakten Platz eine Kamera für den Outdoor-Einsatz brauchen. Zieht man den Preis in Betracht, muss man der Playsport attestieren, dass sie sich wirklich sehr gut schlägt und besser arbeitet als andere Mitbewerber aus der gleichen Klasse. Als kleine Zweitkamera zum Camcorder-Klotz oder für Gelegenheitsfilmer ist die kleine Kodak auf jeden Fall in der engeren Wahl.
Heiko Wallauer

Preis:
Die unverbindliche Preisempfehlung wird mit 179 Euro angegeben.
Der Strassenpreis liegt um 130 Euro.

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