Test: Apple Logic 9 & Mainstage (Logic Studio)

Zwar ist Logic 9 schon etwas länger am Markt verfügbar, trotzdem wollen wir Apples DAW-Software noch mal vorstellen, bietet sie doch einige aufregende Neuerungen, die sich für mich mittlerweile im täglichen Gebrauch bewährt haben.

64-Bit Unterstützung
Seit Version 9.1 verfügt Logic über einen 64-Bit Modus, den die Software nun unterstützt. Viele User hatten sich dieses Feature schon länger gewünscht, und sahen Logic hier im Hintertreffen zu den Mitbewerbern. Zum Betrieb wird aber mindestens OS X 10.6.2 vorrausgesetzt, Nutzern älterer Betriebssysteme steht aber auch ein 32-Bit Modus zur Verfügung, in der Logic 9.1 ganz in der alten Form benutzt werden kann. Wer keine ausgemachten 64-Bit Plug-ins benutzt, kann also getrost auch seine alten Plug-ins weiter verwenden, andernfalls wird natürlich wieder der Upgrade-Marathon zur Pflicht.
Auf meiner Wunschliste für Logic 9 stand eine Überarbeitung des Logic Amp Plug-ins ganz oben auf der Liste. Guitar Amp Pro aus den alten Logic-Versionen war irgendwie ganz OK, aber mehr auch nicht und kam bei mir auf Grund besserer Alternativen recht selten zum Einsatz. Zu meiner eigenen Überraschung legt Apple nun deutlich nach und bringt mit Amp Designer und Pedalboard zwei Plug-ins, die auf dem Papier durchaus das Zeug haben, sich mit den Spezialisten in Sachen Ampmodelling messen zu können.
Amp Designer
Der Amp Designer bietet 25 den altbekannten Klassikern nachgebildete Verstärkermodelle, mit den dazu passenden Speaker Cabinets, welche sich dann auch frei konfigurieren lassen, dazu unterschiedliche Reverb-Typen, Mikrofone und EQs. Natürlich nimmt Apple nicht direkt Bezug auf die nachgebildeten Originale. Bei Amp Designer heißen die Amps Tweed, Classic American Combos, British Stacks, British Combos, British Alternatives, Metal Stacks und Rare Finds.
Tweed
Die Tweed Amps sind offensichtlich den Fender Amps der 50er Jahre nachgebildet und liefern typischerweise einen sehr durchsichtigen Sound, der primär auf cleane Wiedergabe ausgelegt ist. Sie können aber auch leichte Overdrivesounds bedienen, die sich dann vor allem für Country, Classic Rock oder Blues eignen.
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Large Tweed
Die klassischen Tweed-Amps, Re.Issues mal außen vor, gab es von Fender bis 1964 und entsprechend vintagemäßig kommt auch der Sound. Wobei, der Large Tweed Amp lässt sich sehr gut für angecrunchte Rocksounds verwenden und klingt auch bei Powerchords und Downtunings bis zu einem Ganzton sehr straff.
Mini Tweed
Der Mini Tweed Combo hat immer dann seine große Stunde, wenn es um Overdrivesounds für bluesige Soli und ähnliches geht. Vor allem auf Single Coils in Strat und Tele reagiert er dynamisch und kann so im Mix viel “größer” klingen, als das Mini vielleicht vermuten lässt.
Small Tweed
Der Small Tweed Combo findet klanglich seinen Weg zwischen Large und Mini, für mich der ideale Sound für Country-Leads oder Rockabilly.
Classic American Combos
Die Classic American Combos schließen dort an, wo die Tweed Amps aufhören und repräsentieren den Sound der Fender-Ära ab ca. 1959 mit dem Brownface Combo und Blues Blaster Combo, und dann den Sound ab 1964 mit Large Blackface Combo und Silverface Combo.
Small Brownface Combo
Der Small Brownface Combo liefert, im positiven Sinne, einen sehr gemeinen Sound, bei dem man schon fast Jimi Hendrix vorwegnehmen möchte. Mit leichtem Hang zum Overdrive fühlt sich der Amp vor allem mit dem Hals-Singlecoil einer Strat bei der Rhythmusarbeit richtig wohl, kann aber auch mit Stegtonabnehmern, egal ob Humbucker oder Singlecoil bei Leadsounds sehr überzeugen. Auch hier wirkt der Sound dynamisch und lebhaft, mit dem Einsatz von Volume Poti oder Anschlagdynamik kann man eine Menge an “Tone” generieren.
Blues Blaster Combo
Nomen est omen, möchte man fast sagen, denn der Blues Blaster Combo überzeugt dort, wo man den Sound der Kings oder Stevie Ray Vaughan sucht. Er klingt runder und mit weniger Ecken wie der Small Brown Face, hat mehr Reserven im Overdrive und auf der Rhythmusseite punktet der Amp mit straffen Bässen, der virtuelle 15-Zöller sorgt für wohliges Tiefenfundament
Large Blackface Amp
Der Klassiker bei den Black Face Amps ist für mich immer der Twin Reverb, der mit seinen 85 Watt aus 4 6L6 GC-Röhren für die damalige Zeit ein richtiges Leistungsmonster gewesen sein muss.  Die Large Blackface-Adaption klingt rauchig, je nach Gain-Setting zwischen Danny Gatton und Texas Blues. Auch hier weiß der Amp die Vorzüge von Singlecoils bei cleanen und Crunch-Sounds überzeugend wiederzugeben, während Humbucker hier etwas abfallen und leicht flach klingen.
Modern British Stack
Hier standen die heißgemachten Marshalls aus den 80ern Pate, deren Sounddesign eine Gitarristen-Ära geprägt haben dürfte. Bekam man damals einen JCM 800, so musste der erst mal zum Amp-Doc, um, je nach Modell, einen Master Volume, zusätzliche Gainstages oder einen FX-Weg nachmodifizieren zu lassen. Viele dieser Modifikationen Pakte Marshall dann später in den JCM 900.
Die Dömäne des Modern British Stacks sind Heavy Rock- und Metalsounds, die ausreichend Gainreserven benötigen, sei es nun für die Galopper-des-Monats-Rhythmusarbeit oder für Shredding.
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Vintage British Stack
Dieser Amp erinnert an die Plexi-Amps von Marshall und bietet sich für Klänge zwischen Hendrix und Cream an, mit einer vorgeschalteten Distortion-Einheit auch gerne Deep Purple. Was den Plexi im Original ausgemacht hat, haben auch Apples Designer hier sehr gut eingefangen, nämlich das dynamische Verhalten auf die Intensität des eingehenden Signals.
Britsh Combos
Hier regiert der Vox, denn die beiden virtuellen Amps aus dieser Abteilung fallen allein schon durch das Design des GUI auf. Der Sound dieser Amps ist im neuen Jahrtausend populärer denn je. In den letzten Jahren hat Vox geradezu eine Renaissance erlebt – und Apple trägt diesem Soundideal Rechnung.
Small British Combo
Der Kleine Bruder des Vox AC-30 dürfte hier das Vorbild gewesen sein. Während man den AC-30 nur unter “erschwerten” Bedingungen richtig zum zerren bringt, liefert dieses Modelling schon viel früher Overdrive-Sounds, die rund und doch auch glasig klingen.
British Combo
Der AC-30 ist vielleicht der Amp. der am vielfältigsten einzusetzen ist, kann man ihm sowohl präsente Cleansounds a la Brad Paisley entlocken, wie auch effektbeladene Sounds a la The Edge. Mit dem richtigen Booster bringt er eben auch die dicken Brian May-Sounds, für die der Queen-Gitarrist bekannt ist. All das hat auch Apple in das entsprechende Amp Designer-Modell gepackt, so dass sich Freunde des AC-30 Sounds hier zu Hause fühlen dürften.
British Alternatives
Hier handelt es sich um eine Sammlung alternativer Amps zu den britischen Platzhirschen, die aber genauso ihren Platz in der Rockgeschichte haben.
Stadium Stack und Stadium Combo
Diese beiden Amps sind den legendären Hiwatt Custom Amps nachempfunden, deren Sound vor allem durch Pete Townshend und David Gilmour populär gemacht wurden. Die Amps fühlen sich bei Crunch-Sounds sehr wohl und bilden die Charakteristik der Originale sehr gut ab. Die Stadium Amps liefern ein gesundes Rockbrett, am unteren Ende der Crunch-Skala, der Sound bleibt immer durchsichtig und klar. Es besteht kaum die Gefahr, hier im Matsch unterzugehen.
Small Sunshine Combo und Sunshine Stack
Hier ist offensichtlich der Hersteller Orange mit seinen Amps das Vorbild. Diese Modellings eignen sich hervorragend für Single Note Riffs, Downtunings und Powerchords. Gerne für alles Richtung Stoner Rock, also Kyuss, Unida & Co.

  • Clean-Sounds sind was für Sonntagsgitarristen?
  • Die Dynamik von Singlecoils braucht kein Mensch?
  • Das Noise Gate ist euer bester Freund?

Dann seid ihr bei den Metal Stacks richtig! Diese Amps bedienen Soundgeschmäcker, denen es auf maximale Distortion, Kompression und Durschlagskraft ankommt.
Modern American Stack
Vorbild ist hier der Mesa Rectifier und dementsprechend liefert der Amp Distortion Sounds, die sich für knackige Alternativ-Gitarren eignen. Sei es nun kalifornisch beeinflusster Punkrock, die Sounds der letzten Nickelback oder die Foo Fighters, wer auf diese Art von Sounds steht, wird mit dem Modern American Stack bestens zurechtkommen.
Turbo Stack
Beim Turbo Stack zeigt Apple ein Herz für alle Mitglieder der IG Metal: Das Amp-Model liefert moderne Sounds, wie man es von der Black Label Society und Zakk Wylde gewohnt ist. Miracle Man von Ozzy Osbourne kann hier gerne als klangliche Referenz in Sachen Gitarrensound herangezogen werden. Eine Les Paul mit aktiven EMG-Pickups davor und man kann dem sustainreichen Sound dieser Kombination frönen.
High Octane Stack
Wie ich hört ihr beim Wohungsputzen gerne die Vulgar Display Of Power von Pantera? Dann solltet Ihr dem High Octane Stack eine Chance geben. Klanglich am Turbo Stack angelehnt, unterstützt dieses Modell schreiende Obertöne und Artifical Harmonics nach bester Dimebag Darrel/Zakk Wylde-Schule. Vor allem bei Single Note Riffs kann dieses Amp-Modell seine Stärken ausspielen, doomige Riffs klingen wie in Blei gegossen. Black Sabbath für das neue Jahrtausend.

Rare Finds

Hier würdigt Apple den bekannteren und weniger bekannten Boutique Amps, die Amp Designer in Hinterhöfen und Garagen zusammenlöten.
Studio Amp
Zumindest hat Randall Smith mit seiner Firma Mesa/Boogie auch mal in einer Garage angefangen, bevor ihm sein Mark I bei den angesagten Studiogitarristen zum Durchbruch verhalf. Die digitale Nachbildung trifft das Original sehr gut und liefert genau den heißgemachten Sound, für den die ersten Mesa/Boogie-Amps bekannt waren.
Boutique Retro Combo
Hier hatte Apple offensichtlich den Sound von Gitarristen wie Joe Bonamassa in den Ohren, den Boutique Retro überzeugt durch einen Grundsound, wie man ihn von einem Vintage-Amp britischer Prägung erwartet, allerdings mit deutlich mehr Reserven im Gain-Bereich.
Pawnshop Combo
Immer wieder gibt es auch obskure Amps von Nischenherstellern, die Musikgeschichte schreiben, man denke nur an Jimmy Pages Supro Amp, den er exzessiv im Studio einsetzte. Der Logic Pawnshop Combo liefert einen rauhen, dreckigen Sound, der Querverweise an eben jenes Klangideal zulässt.
Leider gibt es für die Bassisten kein entsprechendes Amp-Modul beim Amp Designer. Schade, dass Apple hier nicht an die Tieftöner gedacht hat. Trotzdem muss man als Bassist nicht ganz in die Röhre schauen, denn der Amp Designer enthält einen Transparent Preamp, Apples Adaption eines hochwertigen Vorverstäkers. Dieser lässt sich ebenfalls frei mit den verschiedenen Cabinets und Mikrofonen kombinieren, so dass man als Bassist dann doch den ein oder anderen Stich mit dem Amp Designer landen kann.
Neben den vorgegebenen Amps lässt der Amp Designer nämlich die freie Kombination der einzelnen Module zu, jeden Amp mit jeder Box und jedem Mikrofon zusammenzuschalten. Darüber hinaus kann man frei zwischen unterschiedlichen EQ-Tonestacks wählen und so den Sound individuell formen. An virtuellen Mikrofonen stellt der Amp Desinger drei Typen bereit: Condenser, Dynamic und Ribbon. Diese lassen sich vor dem virtuellen Speaker verschieben.
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Jeder Amp verfügt über einen Reverb, der zuschaltbar ist, sowie über eine kleine Modualtionssektion mit Vibrato- oder Tremoloeffekt, egal ob diese Effekte bei der originalen Vorlage nun mit dabei waren oder nicht. Beim Reverb lässt sich zwischen 10 verschiedenen Typen auswählen, die natürlich alle Gitarrenspezifisch abgestimmt sind.

 

Pedalboard

Was wäre das Gitarristenleben ohne Effektpedale? Richtig, nichts! Denn mit nichts lässt sich der Gitarrensound schneller neu erfinden als mit diesen kleinen Kistchen von Ibanez, Boss oder zahllosen anderen kleinen Herstellern. Braucht man eine neue Zerre oder ein ausgefallenes Delay, lässt sich für fast jeden Geldbeutel etwas Passendes fürs Pedalboard finden.
Diesem speziellen Gitarristenwahnsinn trägt Logic 9 nun mit dem Pedalboard Rechnung und bietet eine Sammlung von Gitarren-Effekten an, die sich vor die Amps schalten lassen. Hierbei orientiert man sich an den Kategorien Distortion, Delay, Filter und Modulationseffekte.
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Distortion & Overdrive
Diese Abteilung gehört ohne Zweifel zu den beliebtesten Gitarreneffekten, und Apple bringt mit Logic 9 ganz unterschiedliche Distortioneffekte. Ocatfuzz liefert den typischen Fuzz-Sound von Hendrix & Co., eignet sich aber natürlich für kaum mehr. Vielfältiger ist da schon der Double Dragon, ein ausgefuchstes Overdrivepedal mit vielfältigen Regelmöglichkeiten. Hi Drive bietet den Sound eines klassischen, britischen Treble Boosters und fühlt sich am wohlsten vor den British Combos, bevorzugterweise mit einer Strat, Tele oder Les Paul junior. Etwas derber ist der RAWK!, mit dem sich die Sounds der alten Distortion-Trampelkisten nachstellen lässt. Insgesamt neun Zerr-Treter findet man beim Pedalboard, wobei Apple einen großen Anteil den Fuzz-Effekten einräumt, denn mit Octafuzz, Fuzz Machine, Happy Face Fuzz, Monster Fuzz und Candy Fuzz ist dieses Segment sehr gut bestückt.
Delay
Mit Tru Tape Delay, Blue Echo und Spring Box hat man alle gängigen Vintage Delay-Sounds an der Hand und kann von kurzen Slapback Echos bis hin zu abgefahrenen Reverse-Delays alle Anforderungen bedienen.
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Auffällig ist natürlich, dass es kein normales Digital Delay gibt, aber das hat man ja eh schon im Funktionsumfang von Logic mit drin.
Filter
Drei Wah-Effekte implementiert Logic in die Pedalboards: ein Vintage-Wah in bester Crybaby-Tradition, ein modernes Wah, das an die Pedale von Morley erinnert und ein Autowah, das sich immer dann anbietet, wenn es um funkige Rhythmusarbeit geht.
Modulation
Ähnlich umfangreich wie bei den Distorton-Pedals geht es auch bei den Moduationseffekten zu.
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Neben verschiedenen Chorus-Pedalen, Flangern, einem Phaser und Tremolo finden sich hier auch ein Rotary-Effekt und mit dem Roswell Ringer noch einen Ringmodulator.
Dynamics
Hier findet sich nur ein einzelner Compressor der die Charakteristik eines typischen Dynamikbegrenzers in Pedalform nachstellt und sich mit Sustain, Level und einem zwischen Fast und Slow schaltbaren Attack Parameter recht genügsam gibt.
Bei den Utilities finden sich noch einen Splitter und einen Mixer, die immer dann benutzt werden können, wenn man seinen Signalweg aufdrösseln möchte, um z. B. parallel unterschiedliche Distortion-Effekte zu verwenden, oder wenn man Delay- oder Modulationseffkte zumischen möchte.
Was Apple mit dem Amp Designer und dem Pedalboad in Logic 9 eingebaut hat, gefällt mir sehr gut. Das Konzept ist schlüssig und würdigt die bekanntesten E-Gitarrensounds der Rockgeschichte. Die Bedienung der einzelnen Amp-Module ist einfach, da Apple hier den Schritt gegangen ist, jeden Amp mit den gleichen Features auszustatten, und nicht wie andere Hersteller versucht,  die Bedienoberfläche eines jeden Amp-Typs bis ins Detail nachzubilden. Klanglich finde ich die Tweed Amps, den Brown Stack sowie die Metal-Abteilung am besten getroffen.
Mit dem Pedalboard ergibt sich ein schlüssiges Konzept für Gitarristen, liefern die Pedaleffekte doch alle lieb gewonnen Tretminensounds in überzeugender Qualität. Der Double Dragon begeistert mich, genauso wie der RAWK!-Distortion. Ebenso gefallen mir die Modulationseffekte, hier vor allem Heavenly Chorus, The Vibe, Spin Box, der Roswell Ringer und Phaze 2. Natürlich ist der Einsatz der Pedalboard-Effekte nicht nur auf Gitarren beschränkt, auch Keyboard- und Orgelsounds oder abgefahrene Vocal-Effekte können hier durchaus von Apples neuer Effektpalette profitieren.

Drum Replacer

Das Ersetzen von Drumsounds funktionierte in der Vergangenheit in Logic nur mit einigen Klimmzügen über die Funktion Audio zu Midi. Dies hat auch Apple erkannt und Logic 9 mit einem Drum Replacer ausgestattet, der das Auswechseln von Drumsamples ohne größeren Aufwand ermöglichen soll.
Die Gründe, weshalb man einzelne Drumsamples oder komplette Kits ersetzen möchte, können vielfältiger Natur sein.

  • bei der Aufnahme stand kein hochwertiges Kit zur Verfügung
  • man musste sich bei den Mikrofonen mit dem Sparset vom Musikaliendiscounter behelfen
  • die Anforderungen an den Grundsound haben sich während der Produktion geändert

Hatte man bei der Vorproduktion vielleicht ein großes Set mit langen Kesseln im Ohr, gefällt am Ende beim Mix ein kurzes, knackiges Funkset doch besser. Für solche Anforderungen bietet sich der Drum Replacer an. Audio zu Midi hatte nämlich eine etwas fummelige Eigenheit, da es unterschiedliche Velocitywerte als eigene Midinoten interpretierte. Triggerte man also eine Snare, bekam man meist nicht alle Beats auf einer Midinote, sondern eine bunte Ansammlung an Noten abhängig von den Velocitywerten, die man dann händisch noch auf die richtige Tonhöhe ziehen musste.
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Die Benutzung des Drum Replacers hat Apple in Logic 9 so gestaltet, dass man ohne großen Aufwand zum passenden Ergebnis gelangt. Der Drum Replacer funktioniert nur auf Einzelspuren, Loops zu bearbeiten, wie z. B mit Drumtracker, ist nicht ohne weiteres möglich.
Um den Drum Tracker einzusetzen, muss man zunächst die entsprechende Spur im Arrangement auswählen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass es besser ist, zerteilte Spuren zunächst mit der Klebetube zusammenzuleimen. Man erleichtert sich so die folgende Arbeit.
Zunächst wählt man nun aus dem Spur-Menü den neu dazu gekommenen Eintrag „Drum-Ersetzung/Doppeln“, worauf Logic eine Analyse der Ursprungsdatei anlegt.
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Zunächst wählt man aus, ob man eine Kick, Snare, Toms oder ein anderes Percussion Instrument triggern möchte, Logic bietet dann schon passende Sounds aus seiner Bibliothek an. Der Drum Replacer bietet nun zwei Modi: Ersetzen und Doppeln. Beim ersten wird die Ausgangsspur in der Folge stumm geschaltet, beim Doppeln sind sowohl Originalspur wie auch Sample-Spur hörbar, so dass man zwischen den Signalen einen Mix anfertigen kann. Dies kann zum Beispiel immer dann sinnvoll sein, wenn man mehrere Snaresounds layern möchte, oder wenn bei der Aufnahme kein zweites Mikrofon am Snareteppich war und man so im Nachgang etwa diese Klangcharakteristik featuren möchte.
Über den Slider „Maximaler Schwellwert“ lässt sich festlegen, ab welchem Pegel der Drum Replacer ein Midi-Event generieren soll. In der Regel ist es so, dass die Spuren bei Drumrecordings auch eine Menge Nebengeräusche enthalten, weshalb man beim Mix meist nicht darum herumkommt, zumindest die Tom-Spuren zu bereinigen und Kick und Snare zu gaten. In der Regel hat man auf der Kick noch Übersprecher der Snare – und umgekehrt. Auf dem Snare-Mikrofon ist es trotz ausgefeilter Ausrichtung meist nicht vermeidbar, dass auch noch die Hi Hat deutlich zu verehmen ist. Setzt man nun den Schwellwert beim Drum Replacer zu niedrig, läuft man Gefahr, dass auch ungewollte Midi-Events generiert werden, denn das Plug-in kann natürlich nicht unterscheiden, ob es sich tatsächlich um eine Kick, eine Snare oder um einen Übersprecher handelt.
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Setzt man den Threshhold zu hoch läuft man Gefahr, Drumhits mit weniger Pegel zu verlieren. Insofern ist hier etwas Fummelei notwendig, bis man zum gewünschten Ergebnis kommt. Als optisches Hilfsmittel bietet Logic 9 gelbe Hilfslinien an, die jeweils über den Beats erscheinen, so dass man schon mal eine optische und akustische Kontrolle hat, wie sich das Ergebnis anhören wird.
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Man kann es Logic überlassen, welche Trigger-Noten erzeugt werden, dies funktioniert über die Einstellung „Trigger Note Auto“. Man kann aber auch selbst festlegen, welche Midi-Noten generiert werden sollen. Letzteres ist immer dann angebracht, wenn man im Nachgang noch das Plug-in ändern möchte, also wenn man etwa den Sound aus der EXS24-Bibliothek gegen einen Sound aus Addictive Drums ersetzen möchte.
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Addictive Drums hat die etwas unangenehme Eigenschaft, dass nicht alle Soundbelegungen der GM-Konvention folgen, deshalb sollte man hier im Vorfeld schon darauf achten, welche Noten generiert werden. Über den Slider Taktversatz lässt sich ein Offset einstellen, der in Millisekunden angegeben wird. Normalerweise lässt man diesen Sider auf der 0ms-Marke. Je nachdem ob man Plug-ins von Drittanbietern einseten möchte kann es hier notwendig werden, an dieser Stelle nachzuarbeiten, damit am Ende auch alles wieder synchron läuft. Betätigt man nun die OK-Taste, erzeugt Logic 9 eine neue Midi-Spur unter der Originalspur und lädt selbstständig den vorher ausgewählten Sound aus der EXS24-Bibliothek in den Sampler.
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Um die Möglichkeiten des Drum Replacrs kurz zu skizzieren, habe ich hier das Naturschagzeug durch die Samples eines Electrokits ersetzt.
Der Drum Replacer ist ein schönes neues Tool in Logic 9, das mir in Zukunft einiges an Arbeit abnehmen kann. Denn das „Pimpen“ und Nachbessern von Schlagzeugaufnahmen habe ich aus den oben genannten Gründen sehr oft bei mir auf der Agenda. Entweder möchte eine Band ihre Proberaumaufnahme aufbessern, oder es geht generell um die Neufestlegung eines Klangideals.
Bisher habe ich mir mit allen möglichen Tools beholfen und an diesem Punkt die Zeiten vermisst, in denen ich noch mit Digital Performer arbeiten musste, denn der hatte ein entsprechendes Plug-in schon recht früh im Angebot. Der Drum Replacer in Logic freut mich deshalb umso mehr, arbeitet er doch nach den bisherigen Tests einfach und zuverlässig. Dass man gleich zu Anfang auswählen kann, ob man seine Ausgangstracks doppeln oder muten möchte ist sehr schön, erspart es doch das manuelle stummschalten der Spuren.

Convert To Sampler Track

Neben dem Amp Designer, Pedalboards und dem Drum Replacer war das Convert To Sampler Track-Feature eine der neuen Funktionen in Logic 9, die mein Herz sofort um einiges höher schlagen ließen. Man stelle sich dies nur mal vor: Nahezu jeder Audio-Loop soll sich slicen lassen und am Ende erhält man ein spielbares EXS-Sampler-Instrument.
So ganz neu ist die Idee natürlich nicht, denn schon in der Vergangenheit gab es Tools und Programme, die diese Anforderungen erfüllten. Das Slicen, Choppen und Aufdrösseln von Samples gehört bei manchen Stilistiken einfach zum guten Ton – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber auch wenn das Herz eher für den Rock’n Roll statt für Hip Hop schlägt: Auch als Gitarrenmann hat man durchaus mal den Wunsch, aus einem Loop ein Sampler-Set zu erstellen. Zum Beispiel dann,

  • wenn man die Einzelsounds aus einem Drumloop mag, aber eben nur dessen Klänge nutzen möchte, nicht aber die rhythmische Struktur.
  • wenn einem nur bestimmte Elemente wie Kick Drum und Snare aus einem Loop gefallen, nicht aber Toms und Becken.

Genau hier schlägt die große Stunde von Convert To Sampler Track, der seine Arbeit so unspektakulär verrichtet, dass es schon irgendwie erschreckend ist.
Wem es bisher zu billig war, vorgefertigtes Material in seinem Songs zu verwenden, findet nun eine gute Gelegenheit, mit Apples Loop-Wahnsinn umzugehen. Zunächst bietet sich natürlich alles perkussive Material an, um daraus einen neuen Sampler Track zu bauen.
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Die Convert To Sampler Track-Funktion versteckt sich im Audio Menü von Logic und heißt in der deutschen Version „Regionen in neue Sampler-Spur umwandeln. Leider gibt es per default keinen Shortcut für diese Funktion.
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Zunächst habe ich hier die Möglichkeit auszuwählen, ob Samples aus der Region erzeugt werden sollen, oder auf Basis von Transienten. Für rhythmisches Material empfiehlt sich natürlich die Einstellung Transient-Marker. Natürlich lässt sich der Bereich festlegen, in dem die Samples spielbar sein sollen, und wie es sich gehört, kann man seinem Instrument auch einen schicken Namen zuweisen. Einmal auf OK geklickt, erhält man eine neue Spur, die die generierten Samples im EXS24-Sampler ablegt. Die Samples sind sofort über die MIDI-Tastatur spielbar. Zunächst sollte man sich ein Bild darüber machen, welche Slices Logic welcher Midi-Note zugeordnet hat. Aus dem Drumloop des ersten Soundbeispiels habe ich mir einen neuen Groove gezimmert.
Wie weit man hier noch nacharbeitet, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Im Prinzip stehen alle Bearbeitungsmöglichkeiten des EXS24-Samplers zur Verfügung. Braucht man z. B. ein Reverse-Becken, ist das schnell gemacht.

  • Man sucht sich ein Cymbal-Sample
  • geht in das Edit-Fenster des EXS24 und
  • setzt bei Reverse einen Haken

Schon ist das Sample umgedreht. Natürlich lassen sich mit den generierten Samples neue Splits und Layers erzeugen.
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Die einzelnen Slices lassen sich wild miteinander kombinieren und bieten so vielfältige Möglichkeiten, eine virtuelle Gitarre zu generieren. Logic hat den Sound des Wah Wahs so abgelegt, dass ein Sample mit dem geöffneten und dem geschlossenen Sound vorliegt. Solche Samples eignen sich hervorragend, um rhythmische Strukturen und Effekte zu erzeugen.
Mit Convert To Sampler Track ist es auch möglich, Samples anhand von Regionen zu erzeugen, was zum Beispiel immer dann sinnig ist, wenn man eine Phrase oder einen Teil daraus über den Sampler „abfeuern“ möchte.
Convert To Sampler Track ist für mich eine willkommene Bereicherung in Logic 9. Auch wenn diese Funktion nicht im Alleingang die Hammerbeats generiert, bringt sie doch einen interessanten Ansatz mit und lädt zum experimentieren ein. Dass gleich ein eigenes EXS24-Instrument angelegt wird, ist für mich einfach fantastisch, hat man so doch alle Klangbearbeitungs- und Edit-Funktionen von Logics Sampler an der Hand. Mit Convert To Sampler Track kann man ganz neue Aspekte in seiner Sample- und Loop-Library entdecken und mit bekanntem Material auf einmal wieder Spaß haben.

Flex Time

Ein Timestreching-Feature gehört längst zum guten Ton einer DAW. Logic legt in diesem Bereich mit der 9er Version nach. Dabei bleibt die Handhabung herrlich einfach. Es reicht, den Flex Button zu aktivieren und schon stehen unterschiedliche Algorithmen zur Verfügung. Möchte man selbst Hand anlegen, kann man über „Zerschneiden“ Marker definieren, die sich dann auf der Zeitachse verschieben lassen. Normalerweise geschieht dies alles ohne Änderung der Tonhöhe (Pitch), außer es wird ausdrücklich gewünscht. Dies lässt sich über die Speedeinstellung definieren, bei der sich Flex Time so verhält wie ein Tonbandgerät.
Mit Tempophone lassen sich Effekte des gleichnamigen Geräts simulieren. Diese erinnern mich entfernt an Granularsynhtese, auch wenn ich von dem gleichnamigen Gerät noch nichts gehört habe.
Alles in allem gefällt mir dieser Effekt, kommt der doch besonders gut bei Drumloops. Im Zusammenhang mit dem Audio Quantize-Feature ergeben sich so herrliche Bearbeitungsmöglichkeiten. Und auch wenn’s mal nicht richtig groovt und man etwas reparieren muss, kommt man mit diesen Features schnell zu gut klingenden Ergebnissen. Alles in allem bietet Flex Time eine willkommene Bereicherung zum Funktionsumfang von Logic. Ich möchte ich dieses Feature nicht mehr missen.
Bounce in Place
Diese Funktion habe ich so herbei gesehnt … Um was es hier geht? Logic kann nun eine Spur bouncen, also mit allen Einstellungen und Effekten/Automationen rendern und diesen Bounce sofort und automatisch in einer neuen Spur im Arrangement anlegen.
In der Vergangenheit lief das ja so, dass man erst die Spuren rausbouncen musste (im Zweifelsfall noch alle anderen muten), um die dann händisch wieder im Arrangement einzufügen. Gerade wer viel mit Melodyne Plug-in arbeitet, lernt dieses Feature sehr schnell zu schätzen.

Main Stage 2

Software-Emulationen lösen immer weiter die alte Hardware ab. Softwarebasierte Sampler, Reverb Plug-ins oder Gitarrenampsimulationen sind heute nicht mehr wegzudenken. Selbstredend, dass sich immer mehr von diesen Sounds auch auf professionellen Produktionen zum Einsatz kommen. Dies stellt einen im Nachgang oftmals dann vor Probleme, wenn man bestimmte Sounds und Effekte außerhalb einer Produktionsumgebung oder DAW nutzen möchte. Genau an diesem Punkt setzt Apple Mainstage 2 an, bietet das Programm doch die passende Live-Umgebung für AU Plug-ins.
Hat man mich am Anfang zu Mainstage befragt, ging es mir so ähnlich wie Trent Reznor in diesem Video…

Auch ich dachte: Na ja Mainstage … Das ist doch irgend was, was die bei Apple zu Logic Studio dazu gepackt haben.
Das erste Mal habe ich mich aus einer Notlage heraus mit Mainstage beschäftigt, da ich bei einem Livekonzert, bei dem ich hinterm Mischpult stand, dringend einen Hall-Effekt für die Akustik-Gitarre brauchte. Nur da war nichts mehr im Rack. Da lag die Lösung nahe, einfach einen Hall-Effekt aus dem Rechner zu nehmen. Mein MacBook Pro und ein Audio Interface hatte ich zum Glück mit.
An dieser Stelle lohnt es vielleicht, etwas weiter auszuholen: Als Tontechniker findet man sich leicht in der Situation, seine Arbeitsweise auf verschiedene Umgebungen anpassen zu müssen. Natürlich gibt es Tourneen und Konzerte, bei denen man mit einer festen Produktion unterwegs ist oder feste Vorgaben bezüglich der Gerätschaften macht. Wenn alles gut läuft, steht das angeforderte Equipment dann auch zum Soundcheck bereit. Bei Festivals kann man das aber getrost vergessen.
Interessant sind auch immer Konzerte mit Bands, die sich in einem Zwischenstadium befinden und alles von kleinen Clubs bis zu mittleren Hallen auf dem Tourschedule haben. Hier ist dann von tontechnischer Seite maximale Flexibilität gefordert. Meist muss man sich jeden Tag auf ein neues Setup einstellen. Diese Tourneen haben fast alles zwischen Himmel (die gesammelte Lexicon-Abteilung im Rack) bis zur Technikerhölle parat. Und genau an diesem Punkt lernte ich Mainstage schätzen. Statt mir während einer Tournee mehrmals zu überlegen, wie ich mein Setup auch unter ungünstigen Umständen umsetzen kann, griff ich immer öfter auf Apple Mainstage zurück.
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Hier hatte ich mir ein praktikables Effektsetup aus Space Designer Reverbs, Chorus,. Delay und verschienden Spezialeffekten plus entsprechendem Routing zusammengestellt. So ließ sich dann auch unter weniger optimalen Umständen hervorragend arbeiten.
Da Mainstage auch mit Midi-Controllern spricht, konnte man auch mitunter recht kreativ zu Werke gehen, also Delays einfaden, zwischen Effekten überblenden oder was auch immer.
Mainstage 2 ist um einiges gewichtiger als die erste Version. Kam man dort noch mit 145 MB aus, frisst Mainstage 2 524 MB auf der Festplatte.
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Alleine mit der Gitarre vorm PC zu daddeln macht in der Regel ja keinen Spass, weshalb man bei Apple der Software einige Begleitfunktionen (Performancetools genannt) spendiert hat. Playback ist natürlich ein Audioplayer für Begleittracks, aber ein ganz großer. Während man bei ähnlichen Playern meist nur ein Stereofile öffnen kann, das sich mit dem Outputsignal mischen lässt, kann man bei Mainstage das Playback mehrerer Spuren abspielen. Das ganze funktioniert absolut einfach. Entweder zieht man die betreffenden Files in die Playback-GUI, oder man legt die Files einfach auf einzelnen Mixerkanälen ab.
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Verwendet man Files aus Logic, die mit Markern belegt sind, werden diese auch Mainstage erkannt. Somit ist es möglich, aus Mainstage zwischen den Markern zu springen oder Cycles anzulegen.
Für alle Musiker, die live mit viel vorproduziertem Content arbeiten, könnte der Player ein wahrer Segen sein. In der Vergangenheit hatte man fast nur die Möglichkeiten, mit starren Arrangements zu arbeiten. Auch wenn man Mehrspur-Files aus dem Sequenzer oder von Harddisc nutzte, konnte man zwar klangtechnisch einzelne Spuren optimieren, aber nicht wirklich in die Arrangements eingreifen. Playback bringt so die Produktion aus Logic fertig auf die Bühne.
Mainstage hat mit Loopback jetzt auch einen Looper an Bord. Das Tool hat  gerade in den letzten Jahren wieder enorm an Popularität gewonnen.
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Der Looper ist zum einen ein äußerst willkommenes Jamtool zum Komponieren, auf der anderen Seite lassen sich natürlich sphärische Soundscapes kreieren, wie man sie zum Beispiel von Robert Fripp oder anderen Loopspezialisten kennt. Die Bedienung ist nicht umständlich, sondern funktioniert out of the box. Einfach mit Record den ersten Loop aufnehmen, dann wieder mit Record raus und probieren, was man über den Loop legen möchte. Hat man eine Idee, wird einfach wieder Record geklickt und über den ersten Loop aufgenommen. So kann man unendlich viele Layer übereinander schichten. Für psychedelische Effekte und 60s-Flair lassen sich Loops auch rückwärts abspielen, ganz wie damals mit den Bandmschinen.
Da man im Nachgang vielleicht noch etwas mit den Loops anfangen möchte, hat Mainstage 2 nun eine praktische Aufnahmefunktion, über die sich Darbietungen aus Mainstage praktisch exportieren lassen, um sie zum Beispiel in Logic weiterzuverarbeiten. Schön auch der neue ReWire-Support, über den Mainstage 2 nun mit ReWire-Slaves kommunizieren kann. Dazu kommt noch, dass Mainstage via Midi mit externen Klangerzeugern kommuniziert und so eine Verbindung zu beliebten virtuellen wie non-virtuellen Synthies etablieren kann. A propos Midi: Meine zwei Midi-Pedale, mit denen ich mein Gitarrensetup schalte, konnten relativ schnell in Mainstage eingebunden werden. Das Mapping funktionierte ohne Komplikationen. Lediglich bei dem Behringer FCB1010-Controller mussten einige Einstellungen im Setup des Pedals geändert werden damit alle Schaltkommandos korrekt zur Ausführung kommen.
Fazit
Alle Plug-ins werden von mir für Music unter anderem mit Logic 9.1.1 getestet. Natürlich sind es vor allen Dingen die spektakulären Features wie Flex Time, mit denen Apple Marketing macht. Für mich sind es aber gerade auch die „Kleinigkeiten“ wie Bounce in Place oder Selective Track Import, die mir die Nutzung von Logic 9 so angenehm gestalten.
Was Mainstage 2 betrifft: Diese Software hat sich wirklich gemacht. Was als kleines Spaß-Progrämmchen angefangen hat, ist zu einer ausgewachsenen und ernstzunehmenden Anwendung mutiert.
Was mich bisher immer davon abhielt, Mainstage als Prozessor für serielle Effekte wie Compressoren oder für Gitarren-Plug-ins  einzusetzen, waren meine Bedenken bezüglich der Stabilität. Es wäre der absolute Super-GAU, wenn sich der Wartecursor dreht, wenn ich in einer Livesituation den Output eines Compressors nachregeln muss. Von einem eingefrorenen System ganz zu schweigen. Bisher verhält sich Mainstage 2 aber sehr stabil und das sowohl auf meinem iMac wie auch auf meinem Mobilsetup mit MacBook Pro.
Wer sich jetzt fragt, wie zum Beispiel Nine Inch Nails mit dieser „Gefahr“ umgehen: Bei Produktionen dieser Größenordnung sind meist alle Systeme redundant vorhanden oder mit einem adäquaten Backup gepuffert, so dass der Zuschauer bestenfalls nichts von einer Panne mitbekommt. Aber hey, auch Depeche Mode lösen mittlerweile ihr Live-Drumprocessing über die Software eines Mitbewerbers. wpid-icon_wink-2011-07-2-22-54.gif
Ich kann mir durchaus vorstellen (mit dem nötigen Puffer im Hintergrund) mehr Aufgaben an Mainstage auszulagern. Dass Potential hat die Software, denn Apple verwischt hier gekonnt die Grenzen zwischen Studio und Bühne.
Den Preis von 499 Euro für das Studiopaket oder die 199 Euro für das Upgrade empfinde ich immer noch als sehr günstig. Immerhin ersteht man hier eine komplette Produktionsumgebung.
Logic 9 ist ein klarer Redaktionstipp für alle Apple-Nutzer.
Heiko Wallauer
Systemvoraussetzungen Mac OS X

  • Intel Prozessor
  • 1 GB Arbeitsspeicher (2 GB oder mehr nachdrücklich empfohlen)
  • Bildschirm mit einer Auflösung von 1280 x 800 Pixeln (oder höher)
  • Mac OS X 10.5.7 (oder neuer)
  • QuickTime 7.6 (oder neuer)
  • DVD-Laufwerk für die Installation

Anforderungen Speicherplatz

  • 9 GB für die Installation aller Programme und erforderlicher Inhalte
  • Weitere 38 GB für die Installation aller optionalen Inhalte (umfangreiche Inhaltspakete können auf einer separaten Festplatte installiert werden):
  • 10 GB für Jam Pack Sammlungen
  • 16 GB für Soundeffekte
  • 6 GB für Surround-Musikbetten
  • 6 GB für weitere optionale Inhalte

Preis

  • 499 Euro

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