Pickguard abschirmen und erden für (m)einen Jazz Bass

Fast ist man versucht zu sagen: „It’s that time of year!“ Es ist kalt, trockene Heizungsluft, man trägt mehr Kleidung wie im Sommer – und der Bass gibt über den Verstärker krisselnde Geräusche von sich, sobald mit den Fingern das Pickguard berührt. Denn durch Berührung und Reibung auf dem Schlagbrett wird dieses statisch elektrisch aufgeladen. Bei meinem Jazz Bass passiert das aber nur im Winter, im Sommer ist alles gut. Die Lösung lautet dann: das Pickguard abschirmen und erden! Wie das geht, zeigt Euch dieser kleine Workshop.

Das Problem der statischen elektrischen Aufladung tritt dabei meist willkürlich und meist temporär auf (bei mir immer im Winter), und befällt sowohl preisgünstige Einsteigerinstrumente aber auch hochwertige Custom Shop-Gitarren.

Im ersten Schritt gilt es, zunächst das benötigte Material zu besorgen.
Dies bekommt man zum Beispiel bei Rockinger in Hannover per Internetshop.
Zum einen benötigen wir Aluminium Abschirmfolie (die gibt es auch als Premium-Variante in Selbstklebend) und Kupfer-Abschirm Tape.

Dann nehmen wir das Pickguard ab, saübern die Rückseite von Staub und Rückstanden und bekleben diese mit der Alufolie.

Der nächste Schritt ist wichtig!
Es muss eine elektrische Verbindung zwischen Pickguard und der Control-PLate hergestellt werden. Dies erledigt die selbsklebende Kupferfolie für uns.
Der Grund hierfür ist: die Control-Plate mit all ihren Potis und Kondensatoren ist geerdet und so kann dann auch die statische Aufladung des Pickguards über die Erdung abfließen und äußert sich dann nicht mehr in Pops, Klicks und Briteln.

Nun müsen wir noch das Pickguard zurück montieren und dabei darauf achten, dass die Kupferfolie eine Verbindung mit der Alufolie auf dem Pickguard eingeht.

Der Arbeitsaufwand für die Modifikation beläuft sich auf ca. 15 Minuten, der Materialaufwand ist überschaubar.
Aber wenn Euch ein Instrument mit Britzeln und Bratzeln quält, braucht Ihr Euch nicht zu grämen, dieses Problem lässt sich durchaus in den Griff bekommen.

Heiko Wallauer

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