Native Instruments The Finger

he Finger stellt ein weiteres innovatives Plug-in dar, welches man bei Native Instruments zusammen mit Tim Exile entwickelt hat. Die Spezialität dieser Kollaboration ist es, Plug-ins zu designen, die sich in Sound und dem, was sie machen, wohlig von der Masse abheben und die Grenzen zwischen Effekt und virtuellem Instrument gekonnt verwischen.

Bei The Finger handelt es sich um ein Komplete-Instrument, welches entweder in Komplete 7 läuft, oder aber auch in Reaktor 5.5, Komplete 7 Elements und dem kostenlosen Playern Reaktor 5 Player oder den kostenlosen Komplete 7 Playern. The Finger läuft entweder Standalone oder als Plug-in in allen gängigen Hosts auf Mac OS X und Windows.
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Installation und Autorisation
Der Download geht superzügig, denn The Finger hat unter OS X gerade mal 9 MB Umfang. Genauso schnell funktioniert die Installation und auch die Autorisation über das NI Service Center geht sehr fix.
Interface
Das User-Interface von The Finger ist sehr großzügig gestaltet. Die Key Parameter Section gewährt dabei einen schnellen Zugriff auf relevante Effektparameter, welche je nach FX-Typ dynamisch wechseln.
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Der Envelope Type Selector bietet drei Hüllkurvenalternativen, welche sich zum Tempo synchronisieren und sich in der Durchlaufzeit regeln lassen.
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Insgesamt haben wir in The Finger noch fünf Velocityregler, welche auf unterschiedliche Parameter wirken, wieder abhängig vom gerade geladenen Effekt. Auch mit dem Mod Wheel eines Keyboards lässt sich einiges an Ausdruck herausarbeiten, so dass sich schöne Effekte generieren lassen.
Über das Effekt Type Menu lässt sich im Prinzip jeder Midi-Note, welche man im unteren Bereich auf der virtuellen Tastatur findet, ein eigener Effekt zuweisen. Alternativ hat Native Instruments mit Tim Exile schon eine reichhaltige Anzahl an Multieffekten aufbereitet, so dass man hier schon viele Presets zur Verfügung hat, mit denen man gleich loslegen kann.
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Der leicht gelblich illuminierte Teil zeigt an, in welcher Oktave man sich gerade befindet. Durch klicken in die Oktavsektion lässt sich diese auch per Maus wechseln. Mit den Twister Knobs kann man durch die Oktaven eins bis vier drehen, jeder Twist ruft ein neues Setting auf, für die Twister Knobs lassen sich Velocity- und Hold-Werte global regeln.
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Schließlich lässt sich noch das Dry/Wet-Verhältnis von bearbeitetem und unbearbeiteten Signal einstellen.
Sounds
Getestet habe ich The Finger in Logic 9. In Logic legt man einen AU MIDI-gesteuerten Effekte an, dem man das Audiomaterial eleganterweise über den Side Chain-Eingang zuführt. Idealerweise nimmt man dann auch den Pegel der Audiospur zurück. Den MIDI-Eingang holt man sich am besten in The Finger, indem man die Spur, in der The Finger liegt, scharf schaltet.
Die einzelnen Effekte jetzt aufzulisten, macht bei der Summe keinen Sinn, so reichhhaltig sind diese und reichen von Filtern (Highpass, Bandpass, Lowpass, Boost. Cut und Cutboost), über Verzerrungseffekte/Bitcrusher, Modulationseffekte, Comb Filter, Granulareffekte bis zu Loop Samplern.
Am besten finde ich The Finger auf rhythmischem Material, Loops und Perkussivem, aber auch Synthies lassen sich sehr gut bearbeiten, solange der Sound moduliert oder ein Arpeggiator Bewegung ins Spiel bringt.

Fazit:
The Finger verwischt mal wieder gekonnt die Realitäten aus Effekt und virtuellem Instrument, wobei ich seine Vorteile deutlich im Bereich Performance und Live-Remix sehe. Ein klarer Vorteil ist hier, dass die Umschaltung der Effekte quasi latenzfrei funktioniert. Man kann The Finger praktisch mit jeder Art von MIDI-Eingabegerät intuitiv spielen, egal ob Keyboard, Pads oder wenn’s mal schnell gehen muss auch mit der Tastatur des Rechners (in Logic). Mit einem fairen Preis von 69 Euro ist The Finger ein klarer Tipp und bietet unendlich viel Spaß und Inspiration.
Heiko Wallauer
Systemvoraussetzungen Mac OS X

  • REAKTOR 5 PLAYER oder REAKTOR 5.5

Systemvoraussetzungen Windws

  • REAKTOR 5 PLAYER oder REAKTOR 5.5

Preis

  • 69 Euro

Hersteller

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