Musiktipp: Airbag

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(Foto mit freundlicher Genehmigung von Bjørn Riis/Airbag)

Man muss sie zwar suchen, aber es gibt sie trotzdem, irgendwo da draussen: Bands und Musiker, die mit Bestimmung ihren Weg gehen und sich von den Konventionen des Business nicht kleinkriegen lassen. Die norwegische Prog/Alternativband Airbag gehört genau zu dieser Kategorie.


Aufmerksam wurde ich auf die Band durch die Webseite Gilmourish.com, die vom Airbag-Gitarristen Bjørn Riis betrieben wird. Unter Gitarristen und David Gilmour-Fans geniest Riis mit seiner Seite einen ausgezeichneten Ruf, analysiert er doch das Equipment des Pink Floyd-Gitarristen aus allen Epochen seines Schaffens bis ins kleinste Detail, und hat dazu noch massenweise praktische Tipps, wie man auch mit Hausmitteln dem Sound des großen Vorbild nahekommen kann.
Da wundert es natürlich wenig, dass Bjørn in der Pink Tribute Band The Pink Floyd Experience die sechs Saiten bedient. Und eben auch bei Airbag.
Bei dieser musikalischen Vita würde es natürlich überraschen, wenn Airbag nun Blasmusik mit Hall machen würden.
Stilsicher bewegt sich die Band aus Oslo in Progrock-Gefilden, Pink Floyd haben selbstverständlich ihren Fingerabdruck hinterlassen.
Doch würde man Airbag damit nicht gerecht gewerden, sie lediglich auf das Fortführen des Pink Floyd-Erbes zu beschränken.
Neben diesen naheliegenden Einflüssen finden sich im Airbag-Sound unbestreitbar die Spuren von Bands wie Porcupine Tree oder Radiohead.
Ob die Band sich nun nach dem gleichnamigen Radiohead-Song benannt hat, dass müsste man dann bei den Norwegern selbst erfragen.
Die Band hat auf jeden Fall das seltene Talent, epische Werke von cineastischer Qualität in ausgereiftes Songwriting und schlüssige Kompositionen zu packen.

Getragen werden diese vom Gitarrenspiel von Bjørn Riis, der mit kraftvollen Akkorden, perlenden Arpeggios und singenden Leadlines für interessante Facetten sorgt.
Keyboarder Jørgen Hagen setzt hier mit seinem gefülvollen Pianospiel gekonnt Kontrapunkte, welche sowohl für Spannung und Auflockerung sorgen, während Bassist Anders Hovdan und Drummer Joachim Slikker mit sicherem Groove alles zusammenhalten. All dies bereitet das Fundament für Sänger Asle Tostrup, dessen Vocals rauher klingen, als man dies von anderen Sängern dieses Genres gewohnt ist, und der damit für Ecken und Kanten sorgt.
wpid-Airbag-0509-01-2011-07-2-23-33.jpg (Foto mit freundlicher Genehmigung von Bjørn Riis/Airbag)
Bei Identity wird es schwierig, einzelne Songs für einen Download auszuwählen, dass Album schreit praktisch nach der Unversehrtheit des Werkes. Zu verschlungen sind die musikalischen Zusammenhänge, kein Song unterschreitet die fünf-Minuten-Grenze, eher bewegen wir und in 7-8 minütigen Dimensionen. Da wird das 30-sekündige Reinhören im iTunes-Store schon fast müssig, aber anfangen kann man sehr gut mit No Escape oder Feeling Less, bevor man dann in die Colours- oder Sounds That I Hear-Galaxie vorstösst.
Identity ist ein rundum gelungenes Album, und da freut es natürlich aktuell zu lesen, dass die Band Ende Mai wieder ins Studio geht, um mit neuen Aufnahmen zu beginnen. Nach dem Relaese von Identity hängte allerdings Drummer Joachim die Stöcke an den Nagel, in Zukunft nimmt Henrik Fossum hinter der Schießbude Platz.
Ich freue mich auf jeden Fall schon drauf, bis dahin genieße ich Identity.
Natürlich würde ich mich freuen, Airbag auch mal in Deutschland auf der Konzertbühne erleben zu dürfen.
Heiko
iTunes-Link
Hier geht’s zur Airbag-HomepageAirbag-Homepage
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