Musik-Tipp: Thomas Blug plays Hendrix Live

Blug plays Hendrix Live ist schon länger auf dem Markt, die Veröffentlichung stammt bereits aus dem Jahr 2010.
Bisher waren mir die Releases der Thomas Blug Band, Soul and Pepper zum Beispiel, aber immer ausreichend, so dass ich bis dato diese Live-Veröffentlichung unberücksichtigt ließ, zu meiner Schande wie ich gestehen muss.
Das Thema Hendrix ist aber immer noch aktuell, denn Thomas Blug ist auch 2015 immer mal wieder mit dem Hendrix-Programm auf Tournee.

Das Thomas Blug ein Gitarrist mit Klasse ist, darüber bedarf es mit Sicherheit keiner Diskussion, schließlich hält er auch offiziell den Titel Stratking of Europe.
Auf Blug plays Hendrix Live widmet er sich, wie zu erwarten, dem Werk von Jimi Hendrix.
Nun kann man sich so einer Werksschau auf zwei Arten nähern. Entweder wie unzählige Tribute-Acts, die versuchen, mit Equipmentauswahl möglichst nahe am Original und entsprechender Bühnenperformance den Spirit vergangener Zeiten aufleben zu lassen.
Oder wie im Falle Thomas Blug – eben anders.

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Blugs Strat-Sound ist Referenz, insofern hat er es gar nicht nötig, zu versuchen wie Hendrix zu klingen oder zu phrasieren.
Statt dessen nimmt er sich die Hendrix-Songs als Vorlage und interpretiert diese auf seine eigene unnachahmliche Art und Weise, eben mit seinem Sound und seinem Feeling. Er spielt die Songs also nicht nur runter, sondern arrangiert diese teilweise um, wie etwa Purple Haze oder Hey Joe.
Unterstützung erfährt er er in Form eines bestens aufgelegten David Readman (u.a. Pink Cream 69) der mit seiner Stimme, die entfernt an Robert Plant oder David Coverdale erinnert, den Songs eine deutlichen Schubs in Richtung (Hard-)Rock gibt, dem Groovemeister Reggie Worthy (Stoppok) am Bass sowie diversen anderen Gästen.
Was Sound, Tone, und Feeling angeht, steht Thomas Blug für mich in einer Reihe mit Steve Lukather oder Andy Timmons.
Jeder der mal hören will, wie eine wirklich alte Per-CBS Stratocaster von Fender klingt, ist bei Thomas 61er Strat genau richtig.
Ich finde den Kauf dieses Albums für Gitarren-, Hendrix-, und Stratfans empfehlenswert, Fans vom „Stratking of Europe“ werden eh Ihre Freude an dieser unterhaltsamen, kurzweiligen und ehrlichen Aufnahme haben.

Hier mein persönlicher Thomas Blug-Moment, 2015 auf der Musik Messe  in Frankfurt, zusammen mit Jerry Donahue (The Helllasters)

Hier mein persönlicher Thomas Blug-Moment, 2015 auf der Musik Messe in Frankfurt, zusammen mit Jerry Donahue (The Helllasters)

Heiko Wallauer

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ja, er hat es drauf! Die Version von „Hey Joe“ ist nicht so mein Ding, aber „All Along the Watchtower“ gefällt mir gut, auch was Thomas Blug da an eigenen Ideen einbringt. Wahrscheinlich ist er inzwischen ein technisch besserer Gitarrist als Jimi, der ja schon mit 27 gestorben ist. Schön, dass die Musik weiter lebt!

  2. Hallo Jürgen,

    das ist ja eine Frage, die viele Gitarristen bewegt: wie und wohin hätte sich Jimi Hendrix entwickelt, wäre er nicht so früh verstorben? Wär er in Richtung Jazz/Fusion gegangen, oder hätte er Synthesizer in seine Musik integriert? Wir werden es leider nie erfahren.

    An Thomas Blug mag ich seine undogmatische Herangehensweise, gerade auch was Sound und Equipment angeht. Zwar besitzt er eine Pre CBS-Strat, hat dort aber viele Modifikationen vorgenommen, um das Instrument an seine Wünsche anzupassen, was natürlich jedem Sammler die Tränen in die Augen treibt. 🙂
    Auf der anderen Seite habe ich Thomas aber auch schon auf neuen Gutarren gehört, wie dem Vintage VS-6 Thomas Blug oder der neuen Bluguitar 61, und auch das tönt überzeugend. Also sind es doch die Finger, die den Tone machen 🙂
    By the way: Du besitzt ja alte wie neue Fender-Gitarren. Hast Du nicht mal Lust, alte gegen neue Fender-Modelle zu vergleichen? Also wie ist die Verarbeitungsqualität, Quälität von Hölzern und Pickups, Hardware. Das könnte aufschlussreich werden.

  3. Hallo Heiko,
    Gute Idee. Meine Tele von 1973 ist aus der CBS-Ära und trotzdem sehr stabil und die 2-Jahre junge Strat „made in Mexico“ liebe ich auch sehr. Im Detail vergleichen wäre interessant.
    Zum Sound: Du hast sicher Recht, dass hauptsächlich die Finger den Sound machen. Gerade beim verzerrten Sound bezweifle ich, ob man das Baujahr der Pickups heraushört. Aber Anschlag, Abdämpfen, Finger-Vibrato und Interaktion mit dem Feedback des lauten Amps, das ist alles wichtig für den Sound.

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