Musik-Tipp: Bjørn Riis "Lullabies in a Car Crash"

Mit „Lullabies in a Car Crash“ legt Airbag-Gitarrist und Gilmourish.com-Betreiber Bjørn Riis sein erstes Solo-Album vor, auf dem er nicht nur geschmackvoll in die sechs Saiten greift, sondern auf dem er auch als Lead-Sänger seiner eigenen Band debütiert.

Nach dem 2013er Release „The greatest Show on Earth“ ist bei den norwegischen Neo-Proggern Airbag zur Zeit Funkstille angesagt, Sänger und Rhythmusgitarrist Asle Tostrup befindet sich auf einer einjährigen Weltreise.

Lullabies in a Car Crash Cover

So führte wohl eines zum anderen und Bjørn Riis nutzte die letzten Monate die Zeit effizient um an seinem Solo-Debut zu arbeiten, was in der Veröfffentlichung von „Lullabies in a Car Crash“ mündet.
Natürlich kann Riis seine Einflüsse und seine „Hauptband“ nicht verleugnen, und so bietet auch sein Solo-Album gefühlvolle, dunkle Rockmusik im Dunstkreis solcher Bands wie Pink Floyd, Marillion oder Porcupine Tree, und zeigt eindrucksvoll, wie groß der Einfluß von Bjørn auf den Sound von Airbag ist.

Das Album bringt es bei sechs Songs auf eine Spielzeit von 51 Minuten, was klar zeigt, das hier keine popmusikalischen Schnellschüsse im 3:30-Format zu erwarten sind. Statt dessen lässt Bjørn seine von David Gilmour inspirierte Gitarre mit langen Melodielinien singen. Ich glaube, so nah kommt sonst niemand an Gilmours Sound und Phrasierung ran. Nun darf man Bjørns Gitarrenspiel aber nicht nur als Gilmourabklatsch werten, vielmehr hat er sich eingehend mit den Phrasierungen und Ausdrucksmöglichkeitn des Pink Floyd-Gitarristen auseinandergesetzt, diese verinnerlicht und für sich adaptiert. Die Gitarrensounds wie auch die Keyboards erinnern stark an die Animals-Phase der Floyds, angereichert mit reichlich Mellotron, auch wenn „Lullabies in a Car Crash“ ausreichend moderne Sounds bietet.

Aber nicht nur gitarristisch atmet „Lullabies in a Car Crash“ den Geist der 70er Pink Floyd, spätestens wenn Bjørn mit seinem Gesang einsetzt, meint man bei geschlossenen Augen endgültig, den jungen Gilmour zu hören.
Der Einstieg in das Album passiert sachte und gefühlvoll mit „A New Day“ welches sich bald bedrohlich steigert und dramatisch in „Stay Calm“ seine Fortsetzung findet. Düster und bedrohlich klingt auch „Disappear“, was sich in dem ausgeladenen Instrumtlstück „Out of Reach“ entlädt. „The Chase“ bginnt auch verhallten, inkludiert am Ende aber vertackte Rhythmusarbeit und härteres Riffing. Dramatisch metallische Sphären kratzt Riis dann mit dem abschließenden „Lullaby In A Car Crash“, dass dem Album den erwartet großen Abschluss beschert.
Bjørn betont ja immer wieder, dass auch Zakk Wylde oder Billy Gibbons neben David Gilmour zu seinen Einflüssen gehören, und gerade die beiden abschließenden Tracks belegen dies zeitweise. Für das nächste Album würde ich mir wünschen, dass Bjørn öfter mal die Riff-Axt auspackt, diese abwechlungsreiche Facette steht ihm meiner Meinung nach sehr gut.

„Lullabies in a Car Crash“ gerät zu einem der besten Progressiv Rock-Alben des Jahres 2014 und Freunde von Pink Floyd oder Porcupine Tree sollten hier unbedingt reinhören.
Dabei is es durchaus ratsam, sich das ganze Album zuzulegen, den es entfaltet seine ganze dunkel-melancholische Schönheit erst im Ganzen und nach mehrmaligem Hören.
Großartig und eindrucksvoll!

Bjørns Webseite

Gilmourish.com – alles was man zum Thema David Gilmour seinem Equipment wissen kann.

Airbag-Webseite

„Lullabies in a Car Crah“ auf Amazon

Und auf iTunes

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