Ich und der Android(e) – der Switch vom iPhone zu Android

Im letzten November kam es für mich in Bezug auf mein Smartphone zu einer einschneidenden Neuausrichtung, denn nachdem mein iPhone dem plötzlichen Akkutod erlag, startete ich für mich das Experiment Android. Darüber wie es sich auf der anderen Seite so lebt möchte ich Euch an dieser Stelle berichten.

Nun mag sich natürlich der ein oder andere Fragen, wieso man sich als langjähriger Apple-Nutzer so einen Umstieg antut, denn schließlich kommt mein Rechner aus Cupertino, ebenso wie auch mein iPad und mein Wifi-Accesspoint. Und auch meine Smartphones hatten bis November 2016 das Apfel-Logo..
Nun, ich hatte einfach Interesse daran.

Wie viele andere hatte ich früher schon mal ein Android Smartphone in den Fingern, fand aber damals, dass sich frühe Android-Versionen nicht wirklich mit iOS messen konnte.

Seit dieser Zeit hat sich aber einiges getan.
Letztes Jahr nahm ich dann von einer Kollegin ein Google Pixel in die Hand und ohne groß über das System nachzudenken ließ sich das Smartphone für mich intuitiv bedienen.

Begünstigt wurde meine Entscheidung auch dadurch, dass ich fast ausschließlich Apps und Services nutze, die sowohl unter iOS sowie Android laufen und verfügbar sind.

Die Polar Flow App, mit der ich Trainingsdaten aus meiner M400 auslese und dokumentiere, ist mir hier am wichtigsten.

Weiterhin ist mir Evernote als Gedankenstütze eine große Hilfe und die Tatsache, dass Evernote eine Integration mit Google Drive bietet, begünstigt natürlich die Nutzung als Cloud Service. Zumal Google Docs und Google Tabellen eine gute “Quick & Dirty”-Online-Alternative zum klassischen Office darstellen.

Dass man bei Google Drive Dateien offline speichern kann ist immer dann eine gute Option, wenn man weiß, dass unter bestimmten Umständen kein Online-Zugang zur Verfügung steht.
So lassen sich z.B. PDFs bei Bedarf von Google Drive lokal auf das Endgerät runter laden, was ich als deutlichen Vorteil empfinde.

Als Musiker und Gitarrist war es natürlich immer die tiefe Integration der Audio-Features und die Latenzfreie Wiedergabe sowie die Vielzahl an Audio-Anwendungen unter iOS die auf der Habenseite für das iPhone sprechen.
Nur genutzt habe ich diese Features…nie!
Ich habe mal via iRig Stomp meine Gitarre an das iPhone angeschlossen und via Amplitube die Ampmoddelings aus der Software genutzt, nur um festzustellen, dass die Bedienung über das iPhone Display mehr als fummelig ist und der Aufbau nicht unbedingt übersichtlich. Da gefällt mir zum Üben mein POD HD von Line6 doch um einiges besser.

Sehr gut finde ich unter Android die Unterstützung des VLC Players gelungen – der ist meine Geheimwaffe zur Medienwiedergabe, egal auf welchem System.
Und auch für die Zeit nach MP3 ist der VLC gut gerüstet, unterstützt er doch FLAC und viele weitere Audio- und Videoformate.

Der für mich größte Vorteil des Android-Systems ist aber die Möglichkeit, dass Smartphone als USB-Massenspeicher zu nutzen, um so einfach Dateien auf das Smartphone zu kopieren oder von dort herunterzuziehen, ganz ohne iTunes. 😉

Unter Windows funktioniert das on the fly, unter macOS braucht es noch eine kleine App mit Namen Android File Transfer (https://www.android.com/filetransfer/), die die Verbindung zum Android-Phone managt.+

A propos managen: Das Android ein Filesystem hat, auf dass man mit einem Filemanager zugreifen kann, ist wirklich ein Segen…soll ja jetzt auch unter iOS kommen, ich bleibe gespannt.

Die Auswahl eines Android Smartphones gestaltet sich natürlich ungleich komplexer.
Hier gibt es alles – vom billigsten China-Handy für knapp über 50 Euro bis zum Highend-Boliden, der preislich dem iPhone in nichts nachsteht. Und die richtig Hartgesottenen ordern dann auch gleich bei chinahandys.net.
Für mich war wichtig, dass das installierte Android möglichst nah am “reinen” Android dran ist und möglichst wenige Herstellerspezifische Anpassungen enthält.
Nice to have war dann für mich, dass sich der Speicher per SD-Karte erweitern lässt.
So landete ich am Ende dann bei bq, einem Hersteller aus Spanien. bq hat eine deutsche Niederlassung und reagierte auf meine Anfragen im Vorfeld des Kaufs schnell mit aussagekräftigen Antworten innerhalb eines Arbeitstages.
Außerdem hat bq eine relativ klare Roadmap, was Updates angeht, schließlich ist dies ja immer einer der Kritikpunkte in Bezug auf Android-Phones.

Und sollte mal nichts mehr gehen:
De Geräte von bq sind auch in der Custom ROM-Szene recht beliebt, mitunter gab es auch schon bqs mit CYANOGENMOD ab Werk.

Mit einem (Zwischen-)Fazit habe ich mir bewusst ein halbes Jahr Zeit gelassen, um zu vermeiden entweder in anfänglicher Euphorie alles in lilablasblau darzustellen oder ob der ungewohnten Oberfläche verbunden mit einem gewissen Umgewöhnungsprozess bestimmte Dinge dramatischer darzustellen, als sie eigentlich sind.

Stand heute kann ich sagen: auf dem Smartphone merke ich zwischen Android und iOS was Performance, Stabilität und Schnelligkeit angeht, keinen Unterschied.
Die Verwendbarkeit des Android-Smartphones als Massenspeicher und die größere Transparenz des Systems empfinde ich als Vorteil.
Ich denke auch in Zukunft werde ich mir, was Smartphones angeht auf Android setzen.

Anders sieht es für mich mit Tablets auf. Hier hat für mich Apple mit dem iPad weiterhin die Nase vorne, vor allem auch weil sich das iPad sehr gut für Kreativ-Anwendungen und mobile Audio-Aufnahmen eignet (hier habe bezeichnenderweise letzten Monat ein Upgrade auf das iPad 2017 gemacht).

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Heiko?! Android?! Musst du mich so erschrecken?! 😉

    Ich finde es interessant, dass du das gemacht hast. Für mich käme es nicht infrage, weil ich eben nur Apple-Geräte verwende und möchte, dass alles schön synchron bliebt. Kalender und Kontakte, ohne dass ich mich kümmern muss. Und meine Dokumente sind auch von iPhone, iPad und iMac im Zugriff.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass man auch einen Androiden irgendwie in die Apple-Welt einbinden kann, aber genau diesen Aufwand würde ich schon nicht betreiben wollen.

    Viel Freude mich deinem neuen Smartphone!

    Jörn

    • Moin Jörn,

      synchronisiert ist schon alles sehr schön bei mir, nur eben nicht in Apples Ökosystem 🙂 Aber über macOS, iOS, Windows und Android hinweg halte ich alle meine Daten, Kontakte und Notizen synchron.
      Ich habe mich, ähnlich wie bei einem Aktienportfolio, für den „Don’t put all your eggs in one basket“-Ansatz entschieden, damit fühle ich mich besser.
      Apple bietet zwar das rundherum-Sorglos-Paket, aber für mich nicht zwingend immer die besten Anwendungen, bzw. in bestimmten Bereichen gibt es unter macOS einfach keine vernünftigen Lösungen, beispielsweise bei ERP-Systemen oder wenn man mit einer GAEB-Schnittstelle arbeiten muss.
      Deshalb habe ich im Büro auch schweren Herzens meinen 27″ iMac gegen ein Windows-Notebook getauscht, weil ich am Ende auf dem iMac neben macOS noch Windows10 unter Parallels (für’s ERP & Office) und Windows 7 (für GAEB-Programme) auf einem Terminalserver laufen hatte.
      Das man auch mit Windows arbeiten kann, bzw. dass man nicht mehr diesen eklatanten Unterschied zwischen Windows und macOS „fühlt“ hat dann vielleicht auch mein Interesse für Android begünstigt, zumal ich für ein Smartphone nicht so wirklich einem „Gefühlsrausch“ erliegen kann, wie z.B. beim iPad. Das wiederum bietet meiner Ansicht nach noch das beste Paket aus Hardware und Betriebssystem, da kommt wiederum kein Android Tablet derzeit mit.

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