Film-Tipp: James Bond 007 – Spectre

Zugegeben, für James Bond sah es karrieretechnisch auch schon mal besser aus. Denn mittlerweile gelten er, M und die ganze Doppelnull-Abteilung des MI6 als Relikte aus vergangenen Zeiten des Kalten Krieges. Fusion und Zusammenlegung heisst das Gebot der Stunde, und so möchte C den MI6 in der Joint Intelligence Service aufgehen lassen, Bond in den Ruhestand schicken und das Doppelnull-Programm für immer schließen.
Also gar nicht mal so rosige Aussichten für den Agenten im Geheimdienst Ihrer Majestät, die hier den Boden für „Spectre“ bereiten.

Das man von einem James-Bond-Streifen keine erzähltechnischen Extravaganzen bei der Story erwarten darf, dass dürfte eigentlich allen klar sein.
Natürlich widersetzt sich Bond wieder allen Anweisungen und zieht los, um die Welt vor einem Superschurken zu retten. Dabei führt ihn sein Weg um den halben Erdball bis zu einer Basis in einem entlegenen Meteoritenkrater in der marokkanischen Wüste, wo er sich seinem Widersacher stellt. Die Basis fliegt in die Luft, Bonds Widersacher entkommt, und so muss es in London zum finalen Showdown kommen.

Trotzdem ist „Spectre“ sehenswert. Daniel Craig als Agent 007 ist in Bestform, der Film ist actiongeladen und kurzweilig erzählt. Dann gibt es da noch diese augenzwinkernden Querverweise auf vergangene Bond-Abenteuer, die jedem Fan zumindest ein Schmunzeln entlocken werden.

Das Team um James Bond macht einen guten Job: Ralph Fiennes als Gareth Mallory alias „M“, Naomie Harris als Moneypenny und Ben Whishaw als „Q“ tragen jeder für sich dazu bei, dass „Spectre“ nicht zu vorhersehbar wir und lockern die „Bondzentriertheit“ auf.

Absolut sehenswert aber auf jeden Fall ist Christoph Waltz als Bond-Bösewicht Franz Oberhauser, der sich im Verlauf der Story als Ernst Stavro Blofeld entpuppt.

Mit „Spectre“ schließt sich dann auch der Kreis, der in „Casino Royale“ seinen Ausgangspunkt nahm, mit „Ein Quantum Trost“ fortgeführt wurde, und dann in „Skyfall“ seinen vorläufigen Höhepunkt fand, und nun mit „Spectre“ zu einem schlüssigen Ende gebracht wird.

Deshalb freue ich mich auch schon auf den Release als Bluray oder via Streaming, denn im Grunde müsste man nun alle vier Filme mal hintereinander weg schauen, um den erzählerischen Zusammenhang zu haben, ähnlich wie bei der Dark Knight-Trilogie.
Zuvor sollte man sich „Spectre“ aber im Kino auf der großen Leinwand anschauen, dafür ist der Film gemacht.

„Skyfall“ noch zu toppen ist im Grunde nicht möglich, dass schafft „Spectre“ auch nicht. Trotzdem ist das mutmaßlich letzte Bondabenteuer mit Daniel Craig absolut unterhaltsames 148-Minuten-Big-Screen-Kino.

Lahm finde ich dagegen den Titelsong „Writings On The Wall“ von Sam Smith, der irgendwie nur dümpelt und sich nicht mit dem Vorgänger „Skyfall“ von Adele messen kann. Angeblich soll diese ja das Angebot abgelehnt haben, den „Spectre“-Titelsong zu singen, aber auch nur ein halber „Skyfall“ wäre 100 % Prozent mehr gewesen als das, was Sam Smith zum Besten gibt.

Die Leser von Mirror Online sehen das ähnlich, in einer Abstimmung votieren derzeit 73% der Teilnehmer dafür, dass Adele für „Spectre“ besser geeignet gewesen wäre.

Heiko Wallauer

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vor unglaublich vielen Jahren bin ich sehr auf die Anfänge dieser Filme abgefahren. Das ging immer sofort zur Sache. Ich weiß nicht so recht, wann mein Interesse da nachgelassen hat. Die letzten 5 oder 6 Bond-Streifen habe ich nicht mehr gesehen.

    Vielleicht muss ich mir doch mal wieder einen ausleihen. Skyfall. Weil du den als nicht zu übertreffen hervorgehoben hast.

  2. Vor unglaublich vielen Jahren bin ich sehr auf die Anfänge dieser Filme abgefahren. Das ging immer sofort zur Sache. Ich weiß nicht so recht, wann mein Interesse da nachgelassen hat. Die letzten 5 oder 6 Bond-Streifen habe ich nicht mehr gesehen.

    Vielleicht muss ich mir doch mal wieder einen ausleihen. Skyfall. Weil du den als nicht zu übertreffen hervorgehoben hast.

  3. Hallo Jörn,

    wenn Du auf die Anfänge der James Bond-Filme stehst, dann müsste Skyfall „Dein“ Ding sein.
    Da geht es mit Enduro-Motorrädern über die Dächer von Istanbul.

    Am besten gefallen mir selbstverständlich die „alten“ Bonds mit Sean Connery.

    Daniel Craig ist mit seiner Interpretation (nach Roger Moore und Timothy Dalton) aber meiner Meinung wieder näher an dem dran, was sich Ian Fleming in seinen Romanen als James Bond erdacht hatte.

  4. Hallo Jörn,

    wenn Du auf die Anfänge der James Bond-Filme stehst, dann müsste Skyfall „Dein“ Ding sein.
    Da geht es mit Enduro-Motorrädern über die Dächer von Istanbul.

    Am besten gefallen mir selbstverständlich die „alten“ Bonds mit Sean Connery.

    Daniel Craig ist mit seiner Interpretation (nach Roger Moore und Timothy Dalton) aber meiner Meinung wieder näher an dem dran, was sich Ian Fleming in seinen Romanen als James Bond erdacht hatte.

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