Faules Obst unter Apple-Baum: BendGate, iOS 8.0.1, iCloud Drive, Health…

Im Moment scheint bei Apple nichts rund zu laufen, führt man sich das ganze faule Obst vor Augen, das in Cupertino gerade unterm Baum liegt. BendGate, das verpatzte iOS-Update, Unstimmigkeiten bei der Einführung von iCloud Drive – in Kalifornien dürfte derzeit Krisensitzungen mit höherer Frequenz stattfinden. Doch was ist genau vorgefallen?

BendGate – oder das iPhone 6 macht die Biege
Vom Design her ist das neue iPhone 6 Plus der Hammer! Jony Ive und sein Team haben sich hier mal wieder selbst übertroffen. Aber: durch die extrem dünne und lange Konstruktion lässt sich das Smartphones relativ leicht verbiegen.

Das ist peinlich, aber leider nicht ungewöhnlich für Smartphones dieser Größe. Wie sich das „normale“ iPhone 6 und die Mitbewerber schlagen, zeigt das folgende Video.

iOS 8.0.1 legt das iPhone 6 lahm
Nur kurz nach der Veröffentlichung nahm Apple wieder das IOS 8.0.1 Update aus dem Netz. Am iPhone 6 lässt sich keine Mobilfunkverbindung mehr herstellen und der Touch-ID-Sensor versagt seinen Dienst. Apple rät seinen Usern zum Downgrade und will iOS 8.0.2 in den kommenden Tagen liefern.

iCloud Drive und Mavericks
Apples neuer Speicherdienst läuft auf iPhones und iPads unter iOS 8. Wer aber noch einen Mac unter Mavericks dazu benutzt kuckt in die Röhre, es droht sogar (zeitweiser) Datenverlust. Besserung scheint für die Mac-User erst mit Yosemite in Sicht.

Health-App nicht gesund
Health in iOS 8 soll Fitness-Informationen aus dem iOS-Device zusammenfassen und übersichtlich darstellen – jedoch hat Apple diese Funktion bisher noch nicht frei gegeben. Wer jetzt noch zum Downgrade gezwungen wird verliert die Health-App möglicherweise komplett.

Von Celebrity-Nackedeibildern, die von der iCloud geleakt sind möchte ich hier gar nicht anfangen.

Als dies hat das Standings von Apple in den letzten Tagen mächtig ramponiert.

Ich habe Apple bisher immer die Treue gehalten, weil die Produkte gut durchdacht und langlebig waren. Angefangen bei meinem ersten PowerMac über diverse iBooks/PowerBoos/MacBooks bis zum iPhone und meinem iPad mini. Trotzdem, im Moment nimmt meine Skepsis vor allem gegenüber dem iPhone 6 zu. Aber auch dieses iCloud Drive-Debakel und das iOS 8.0.1-Problem hätte man sich sparen können.

Doch wieso das alles gerade jetzt?

Auch bei Steve Jobs lief nicht immer alles rund. Wir erinnern uns an MobilMe, Antennagate oder auch an den 20th Anniversary Mac. Auch hier war Apple nicht frei von Fehlern.

Aber ich habe das Gefühl, das Tim Cook sich zu sehr dem Druck von außen gebeugt hat, mit Innovationen den Investoren gefallen zu wollen. Das Tim Cook ein großes Unternehmen führen kann, steht außer Frage. Man möchte von einem Apple-CEO aber innovatives sehen. Hier hat man aber vielleicht zu viel in zu kurzer Zeit gewollt. Unverständlich, weil Apple ja in der Regel nicht mit seiner Roadmap hausieren geht. Insofern kann man der Unternehmensführung schon vorwerfen, dass man hier die interne Qualitätskontrolle vernachlässigt hat. Zumindest die ganzen Softwarebugs hätte man durch bessere/längere/intensivere Tests vermeiden können.

Oder wie seht Ihr dass?

Riskiert Apple vielleicht gerade die unbestrittenen Vorteile ihres geschlossenen Ökosystems?

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Also ich finde das alles jetzt nicht so schlimm – und mit einem 5,5 Zoll großen Smartphone in der Hosentasche würde ich mich gewiss nicht hinsetzen. Das sagt mir einfach die Logik. Diese Software-Sachen – ja, das lief nicht wirklich rund, ist aber mit schnellen Updates behoben.

    Dass jetzt so laut auf diese Dinge hingewiesen wird liegt meiner Meinung nur daran, dass Apple halt Vorreiter ist. Die Branche, die Kunden – alle schauen Apple viel genauer an als die Mitbewerber.

    • Hallo Jörn,
      natürlich hast Du recht, bei Apple wird von Anwendern immer sehr genau hingeschaut, und iOS 8.0.2 wurde ja quasi über Nacht jetzt durchgereicht. Trotzdem, hätte Microsoft so gepatzt, hätte auch jeder gesagt, dass man in Redmont keinen ordentlichen Release hinbekommt und man besser auf Servicepack 2 warten soll, damit es halbwegs rund läuft.
      Man muss sich auch vor Augen halten, dass ein iPhone 6 Plus ab €799,- kostet, was eine ganz schöne Stange Geld ist für „nur“ ein Telefon mit Dantenträger, um das jetzt mal etwas überspitzt zu formulieren. Ich weiß auch nicht, ob ich überhaupt bereit wäre, so viel Geld für ein Smartphone auszugeben (unter Berücksichtigung, dass ein MacBook Air 13″ in der kleinen Ausbaustufe €200 teurer kommt, und man einen vollwertigen Computer hat). Aber wenn, dann sollte doch alles rund laufen und in Ordnung sein. An einen Bentley legt man auch einen anderen Qualitätsmaßstab an als an einen Dacia.
      Steve Jobs war ja durchaus für seine emotional starken Meinungen berüchtigt, aber da war man als Entwickler und Designer vielleicht doch eher bemüht, nicht vorm Chef als Voll-Horst dazustehen.
      Ob der eher kühle Cook dieses Charisma transportiert, ist fraglich 🙂

      • 3. Kommentar: Schmunzel … 🙂

        2. Kommentar: Mein 4S läuft nach wie vor recht gut – und mal ehrlich 800 Euro für ein Smartphone? Nee … Irgendwie nicht. So wichtig ist mir das nicht.

  2. Also ich finde das alles jetzt nicht so schlimm – und mit einem 5,5 Zoll großen Smartphone in der Hosentasche würde ich mich gewiss nicht hinsetzen. Das sagt mir einfach die Logik. Diese Software-Sachen – ja, das lief nicht wirklich rund, ist aber mit schnellen Updates behoben.

    Dass jetzt so laut auf diese Dinge hingewiesen wird liegt meiner Meinung nur daran, dass Apple halt Vorreiter ist. Die Branche, die Kunden – alle schauen Apple viel genauer an als die Mitbewerber.

    • Hallo Jörn,
      natürlich hast Du recht, bei Apple wird von Anwendern immer sehr genau hingeschaut, und iOS 8.0.2 wurde ja quasi über Nacht jetzt durchgereicht. Trotzdem, hätte Microsoft so gepatzt, hätte auch jeder gesagt, dass man in Redmont keinen ordentlichen Release hinbekommt und man besser auf Servicepack 2 warten soll, damit es halbwegs rund läuft.
      Man muss sich auch vor Augen halten, dass ein iPhone 6 Plus ab €799,- kostet, was eine ganz schöne Stange Geld ist für „nur“ ein Telefon mit Dantenträger, um das jetzt mal etwas überspitzt zu formulieren. Ich weiß auch nicht, ob ich überhaupt bereit wäre, so viel Geld für ein Smartphone auszugeben (unter Berücksichtigung, dass ein MacBook Air 13″ in der kleinen Ausbaustufe €200 teurer kommt, und man einen vollwertigen Computer hat). Aber wenn, dann sollte doch alles rund laufen und in Ordnung sein. An einen Bentley legt man auch einen anderen Qualitätsmaßstab an als an einen Dacia.
      Steve Jobs war ja durchaus für seine emotional starken Meinungen berüchtigt, aber da war man als Entwickler und Designer vielleicht doch eher bemüht, nicht vorm Chef als Voll-Horst dazustehen.
      Ob der eher kühle Cook dieses Charisma transportiert, ist fraglich 🙂

      • 3. Kommentar: Schmunzel … 🙂

        2. Kommentar: Mein 4S läuft nach wie vor recht gut – und mal ehrlich 800 Euro für ein Smartphone? Nee … Irgendwie nicht. So wichtig ist mir das nicht.

  3. Das mit dem BendGate scheint mir reichlich aufgebauscht – klar, dass große Geräte nicht die Verwindungssteife haben wie kleinere …
    Und das 8.0.1-Update von iOS war natürlich nicht schön, aber immerhin gut einen Tag später behoben.

    • Hallo Ulf, Du hast natürlich recht, irgenwann setzt die Physik ein. Wenn man Geräte immer größer und dünner macht, geht das irgendwann auf die Stabilität, und man scheint ja durchaus etwas mehr Druck zu brauchen, um dass iPhone zu verbiegen zu können. Die Mitbewerber scheinen von diesem Phänomen auch nicht ganz frei zu sein 🙂 Aber wie ich schon zu Jörg schrub, es gibt Birnen und Äpfel. Bei mir im weiteren Umfeld sind schon die ersten 6er im Umlauf, meist von Business-Usern. Der erste Tenor ist, dass die 16 GB Variante eigentlich zu klein ist, weil iOS 8 schon ziemlich frisst. Also muss man wohl mit der 64 GB Variante rechnen (weiß eigentlich jemand, wieso es keine 32 GB Version gibt?). Bei den Kosten darf man doch erwarten, dass alles sofort läuft. Immerhin war das ja auch immer das Argument vom Apple gegen Android und Co. Und da müssen sich die Jungs in Cupertino dann auch beim Wort nehmen lassen, wie ich finde. Ich warte bei einem Modellwechsel ja meist immer mal so die ersten beiden Generationen ab, aber hätte ich jetzt 800 Euro ausgegeben wäre ich bei den ganzen negativen Vorkommnissen ziemlich angefressen.

  4. Das mit dem BendGate scheint mir reichlich aufgebauscht – klar, dass große Geräte nicht die Verwindungssteife haben wie kleinere …
    Und das 8.0.1-Update von iOS war natürlich nicht schön, aber immerhin gut einen Tag später behoben.

    • Hallo Ulf, Du hast natürlich recht, irgenwann setzt die Physik ein. Wenn man Geräte immer größer und dünner macht, geht das irgendwann auf die Stabilität, und man scheint ja durchaus etwas mehr Druck zu brauchen, um dass iPhone zu verbiegen zu können. Die Mitbewerber scheinen von diesem Phänomen auch nicht ganz frei zu sein 🙂 Aber wie ich schon zu Jörg schrub, es gibt Birnen und Äpfel. Bei mir im weiteren Umfeld sind schon die ersten 6er im Umlauf, meist von Business-Usern. Der erste Tenor ist, dass die 16 GB Variante eigentlich zu klein ist, weil iOS 8 schon ziemlich frisst. Also muss man wohl mit der 64 GB Variante rechnen (weiß eigentlich jemand, wieso es keine 32 GB Version gibt?). Bei den Kosten darf man doch erwarten, dass alles sofort läuft. Immerhin war das ja auch immer das Argument vom Apple gegen Android und Co. Und da müssen sich die Jungs in Cupertino dann auch beim Wort nehmen lassen, wie ich finde. Ich warte bei einem Modellwechsel ja meist immer mal so die ersten beiden Generationen ab, aber hätte ich jetzt 800 Euro ausgegeben wäre ich bei den ganzen negativen Vorkommnissen ziemlich angefressen.

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