Anth Purdy’s Swing Jazz Guitar “Headin’ South – One Man’s Journey On The Last Train To Hollywood”

Ein Mann im makellosen Anzug, mit Two-Tone-Shoes, Trilby-Hut und einer Gibson ES-295. Das ist der britische Gitarrist Anthony Purdy, der als Anth Purdy’s Swing Jazz Guitar ein beeindruckendes Album aufgenommen hat. Beeindruckend deshalb, weil Anthony Purdy mit Hilfe eines Looper-Pedals seine eigene Begleitband gibt.

Musikalisch hat Anthony sich ganz dem Swing, Jazz, Blues und frühem Rock’n Roll verschrieben, Musik wie sie zwischen den 1930ern und 1950ern populär war. Dabei bedient er sich eines Looper-Pedals, um Layer über Layer zu legen und so seine Arrangements zu verdichten.

Les Paul machte von dieser Technik, die er Sound on Sound nannte, sehr stark Gebrauch, nur nutze er zu Anfang Wachs-Disks und später Bandmaschinen, und kann somit als Pionier der Mehrspuraufnahme angesehen werden – hier kann ich nur jedem Interessierten den Film “Chasing Sound” empfehlen.

“Headin’ South – One Man’s Journey On The Last Train To Hollywood” bietet neun Gitarren-Instrumentals, auf denen Purdy seinem Talent Ausdruck verleiht. Sein Spiel ist sehr relaxed und laid back, immer schwingt eine coole Virtuosität mit. Dabei ist es verblüffend, wie stilsicher Purdy Elemente aus der Swing- und Rock’n Roll-Ära aufnimmt und daraus seinen eigenen Stilmix kreiert. ”Back in New York Again”, “Mr Rhythm” und “Byrdland” repräsentieren dabei eher die jazzige Seite von Anth Purdy’s Swing Jazz Guitar, wohingegen “T Bone Boogie”, “Roundup” und “Surfin’ in Tacoma” mit vielen Rock’n Roll- und Rockabilly-Licks Erinnerungen an Scotty Moore oder Cliff Gallup wecken.

Und mit “Mr. Bond” greift Anthony Purdy dann auch noch das britischste aller Instrumental-Gitarrenthemen auf und zollt damit Tribut an den großartigen Vic Flick.

Mit der ES-295 hat Anthony die richtige Gitarre im Gepäck, denn die klingt auf dem Halstonabnehmer warm, am Steg twangig und erlaubt durch das Bigsby-System schimmernde Vibratos und seidige, schwebende Akkorde.
Außerdem ist es einfach schön, so ein Instrument in den Händen eines Könners zu hören.

“Headin’ South – One Man’s Journey On The Last Train To Hollywood” gibt es sowohl bei iTunes wie auch auf Amazon zum Download, ich empfehle jedoch, die CD direkt bei Anthony zu ordern.
Das geht am besten über seine Reverbnation-Webseite oder seine Facebook-Seite, meine CD kam dann auch in vier Tagen aus England, außerdem unterstützt man so den Künstler direkt, ohne den Abzug etwaiger Verwaltungsgebühren. Und obendrauf ist Anthony ein sympathischer Kerl, der den Kontakt zu an seiner Musik Interessierten ernst nimmt und pflegt.

Heiko Wallauer

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Hallo Jörn,

      die Musik, die Gitarre und das Outfit, da stimmt einfach das Gesamtpaket bei Anthony Purdy.
      Und nicht zuletzt: der Mann kann spielen!
      Ich finde es cool, wie er Klassiker der Gitarren-und Ampgeschichte mit modernen Tools (Looper) kombiniert.

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